In freud­vol­ler Er­war­tung

FC Bay­ern fühlt sich nach der Ga­la ge­gen Leip­zig ge­stärkt für die gro­ßen Zie­le

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

München (dpa). Karl-Heinz Rum­me­nig­ge gönn­te sich ei­nen Schluck Cham­pa­gner auf sei­ne Weih­nachts­meis­ter. Aus­gie­big sprach der Vor­stands­chef mit ei­nem Scham­pus-Glas in der Hand über ei­ne „De­mons­tra­ti­on“und ei­ne „groß­ar­ti­ge“Trai­ner­stra­te­gie. „Wir ha­ben bis­her ei­ne tol­le Sai­son ge­spielt und ein tol­les Jahr 2016 er­lebt. Wir sind al­le be­reit, in freud­vol­ler Er­war­tung un­ter dem Weih­nachts­baum zu sit­zen“, schwärm­te Rum­me­nig­ge. Mit dem 3:0 im Bun­des­li­ga-Spit­zen­spiel ge­gen den forsch-fre­chen Em­por­kömm­ling RB Leip­zig setz­te der deut­sche Fuß­ball-Meis­ter nicht nur ein „Aus­ru­fe­zei­chen“, wie Ka­pi­tän Phil­ipp Lahm her­vor­hob. Vor al­lem der ex­qui­si­te Vor­trag in der ers­ten hal­ben St­un­de ließ al­le froh­lo­cken und mach­te Lust auf mehr.

„Die ers­ten 30 Mi­nu­ten wa­ren per­fekt, was Tem­po und Spiel­an­la­ge an­geht“, er­klär­te Trai­ner Car­lo An­ce­lot­ti. Das gro­ße FCB-Weih­nachts­fi­na­le war ein Fin­ger­zeig, dass mit den Bay­ern in den grö­ße­ren Spie­len zu rech­nen ist. „Ein ver­dammt gu­tes Spiel“, ur­teil­te Blon­die Mats Hum­mels, der sich we­gen ei­ner ver­lo­re­nen Wet­te die Haa­re blond hat­te fär­ben las­sen.

Nach Tref­fern der star­ken Spa­nier Thia­go und Xa­bi Alon­so war das un­glei­che Du­ell schon vor der Ro­ten Kar­te des Leip­zi­gers Emil Fors­berg in der 30. Mi­nu­te ent­schie­den. Ro­bert Le­wan­dow­ski er­höh­te noch vor der Pau­se per Foul­elf­me­ter auf 3:0. Ei­ne Welt­klas­se-Mann­schaft mit viel Ag­gres­si­vi­tät, Ge­schwin­dig­keit und Ball­si­cher­heit do­mi­nier­te ge­schlauch­te, ein­ge­schüch­ter­te und feh­ler­an­fäl­li­ge Leip­zi­ger nach Be­lie­ben.

Mit 39 Zäh­lern neh­men die Bay­ern Kurs auf den fünf­ten Ge­winn der Meis­ter­scha­le in Se­rie. „Wir wol­len Ti­tel ge­win­nen“, for­mu­lier­te Rum­me­nig­ge den Vor­satz für 2017: „Ich ha­be im­mer ge­sagt, das Brot- und But­ter­ge­schäft ist die Bun­des­li­ga.“Aber die Cham­pi­ons Le­ague, die am 3. Ju­ni ih­ren Sie­ger krönt, „wä­re na­tür­lich die Kir­sche auf der Sah­ne“.

Die zwi­schen­zeit­li­che Ga­la auf dem Ra­sen stärk­te das Selbst­ver­ständ­nis und Mia-san-Mia-Ge­fühl. „Die­ser Sieg hilft uns, uns zu ver­bes­sern, um in der Rück­run­de voll an­zu­grei­fen“, sag­te An­ce­lot­ti. Nach drei Halb­fi­nal­nie­der­la­gen un­ter Pep Guar­dio­la, als die dau­er­an­ge­trie­be­ne Mann­schaft kurz vor dem Ziel strau­chel­te, soll Kö­nigs­klas­sen-Ex­per­te An­ce­lot­ti die Sehn­sucht nach dem Hen­kel­pott wie­der stil­len. Mehr und mehr passt der ita­lie­ni­sche St­ar­coach sei­ne Spiel­idee dem Bay­ern-En­sem­ble an. Her­aus­kris­tal­li­siert hat sich, dass er in vor­ders­ter Li­nie am liebs­ten auf drei of­fen­si­ve Frei­geis­ter setzt. Thia­go als Bin­de­glied vor den de­fen­si­ve­ren Mit­tel­feld­pos­ten Xa­bi Alon­so und Ar­turo Vi­dal scheint für An­ce­lot­ti der bes­se­re Kom­pro­miss für Sta­bi­li­tät und An­griffs­wucht. Ba­lan­ce ist der Er­folgs­schlüs­sel für An­ce­lot­ti.

HAA­RE SCHÖN: Auch blon­diert be­wies Bay­ern-Ver­tei­di­ger Mats Hum­mels ge­wohn­te Kopf­ball­stär­ke und Über­sicht. Foto: AFP

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