Ge­fühlt ei­ne Drei-bis-vier

Na­gels­mann mit Halb­jah­res­bi­lanz be­dingt zu­frie­den

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Sinsheim (sid). Al­les lief dar­auf hin­aus, dass ein übel­lau­ni­ger Pis­ten­row­dy an Weih­nach­ten die Ab­fahr­ten rund um Saal­bach-Hin­ter­glemm un­si­cher ma­chen wird. Ju­li­an Na­gels­mann (Foto: dpa) schimpf­te und ze­ter­te nach dem 1:1 ge­gen Wer­der Bre­men. Doch be­vor der Trai­ner von 1899 Hof­fen­heim et­wa wü­tend in den Ski-Ur­laub auf­brach, be­sann er sich ei­nes Bes­se­ren. „Wenn ich an Sil­ves­ter ei­ne Trä­ne aus Frust ver­gie­ßen wür­de“, sag­te der Coach, „dann hät­te ich doch ei­nen Pfeil im Kopf.“

Auch wenn sei­ne Wort­wahl et­was dras­tisch war, hat­te Na­gels­mann ein­ge­se­hen, dass sich sein Är­ger über die bei­den ver­schenk­ten Punk­te ge­gen Wer­der beim Blick auf das Ge­samt­jahr doch stark re­la­ti­viert. Schließ­lich hat er die Kraich­gau­er seit sei­nem Amts­an­tritt im Fe­bru­ar von de­si­gnier­ten Ab­stei­gern zu „Un­be­sieg­ba­ren“ge­macht – zur ein­zig noch un­ge­schla­ge­nen Mann­schaft im deut­schen Pro­fi­fuß­ball.

Die TSG ist erst die sechs­te Mann­schaft in der Bun­des­li­ga-His­to­rie, die nach 16 Spiel­ta­gen noch kei­ne Nie­der­la­ge kas­siert hat. Die bis­he­ri­gen fünf Clubs, die die­se Zwi­schen­bi­lanz vor­wei­sen konn­ten, lan­de­ten am Sai­son­en­de al­le un­ter den bes­ten Vier. Hof­fen­heim hält al­so Kurs auf die ers­te Eu­ro­pa­cup­Teil­nah­me – ob­wohl der Bre­mer Ser­ge Gn­ab­ry mit sei­nem Tref­fer in der 87. Mi­nu­te da­für ge­sorgt hat­te, dass das ne­un­te Sai­son­tor von San­dro Wa­gner (26.) nicht zum Sieg reich­te.

Ehr­geiz­ling Na­gels­mann reicht die star­ke Zwi­schen­bi­lanz des Ta­bel­len­fünf­ten (28 Punk­te) aber noch lan­ge nicht. „Beim Blick auf die Ta­bel­le wür­de ich ei­ne Zwei ge­ben“, ant­wor­te­te der Coach auf die Fra­ge nach sei­ner No­te für das Halb­jah­res­zeug­nis: „Von mei­nem Ge­fühl der Zuf­rie­den­heit ist es aber nur ei­ne Drei­bis-vier. In Schul­zei­ten wä­re ich da­mit zu­frie­den ge­we­sen, als Trai­ner bin ich es nicht so ganz.“Doch ob­wohl Na­gels­mann we­der mit dem Auf­tritt ge­gen Bre­men („Das war ganz schlecht von uns“) noch mit den vie­len Un­ent­schie­den (10) ein­ver­stan­den war, konn­te er sei­nem Frust auch Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen. „Im Grun­de ist es gut, mit ei­nem Ge­fühl der Un­zu­frie­den­heit in den Ur­laub zu ge­hen“, sag­te Na­gels­mann: „Das macht schnell wie­der Lust auf Trai­ning. Das ist bes­ser, als in den Sü­den zu flie­gen und zu den­ken, dass wir al­le Halb­göt­ter sind.“Sport­chef Alex­an­der Ro­sen hat bei den Pro­fis ei­ne „Gier nach mehr“aus­ge­macht: „Wir ha­ben Au­ßer­ge­wöhn­li­ches ge­leis­tet. Es war aber so­gar noch mehr drin.“

„Beim Blick auf die Ta­bel­le wür­de ich ei­ne Zwei ge­ben“

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