„Wir ha­ben be­freit ge­spielt“

Mu­ti­ge Lö­wen zwin­gen Kiel auch dank of­fen­si­ver Ab­wehr in die Knie / Am Mon­tag in Mag­de­burg

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Kiel (mi­wi). Es war ein gro­ßer Sieg der Rhein-Neckar Lö­wen am Mitt­woch in Kiel, denn die Art und Wei­se des 29:26-Er­folgs in der Hand­ball-Bun­des­li­ga beim THW war be­ein­dru­ckend. In der Ta­bel­le sind die Lö­wen dem THW vor­erst ent­eilt, al­ler­dings droht im Kampf um ei­ne Säu­le des Lö­wen-Teams ei­ne Nie­der­la­ge ge­gen den Re­kord­meis­ter. Eu­ro­pa­meis­ter Hen­drik Pe­keler wird wohl nach dem En­de sei­nes Ver­tra­ges im Ju­ni 2018 nach Kiel wech­seln.

Der 21. De­zem­ber wur­de für die Ba­de­ner zum Fei­er­tag. Das nah­men ei­ni­ge von ih­nen wört­lich, denn nach der be­ein­dru­cken­den Vor­stel­lung in Kiel ent­schwan­den ein paar Lö­wen-Cracks noch ins Ham­bur­ger Nacht­le­ben, ehe es ges­tern Mor­gen zu­rück in den Sü­den ging. Die Par­ty war nicht aus­schwei­fend, denn den Pro­fis ist be­wusst, dass am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag noch das schwe­re Spiel beim SC Mag­de­burg an­steht (15 Uhr/Sport1). Doch die Glücks­ge­füh­le muss­ten in Bah­nen ge­lenkt wer­den. Zu­dem spricht es für die gu­te At­mo­sphä­re in der Mann­schaft, wenn nach der An­span­nung vor gro­ßen Spie­len Zeit für et­was Ent­span­nung bleibt.

„Wir ha­ben be­freit ge­spielt“, sag­te An­dy Schmid nach der Ga­la, mit der die Lö­wen ei­ne Bot­schaft ver­sandt hat­ten: Mit uns ist wei­ter­hin zu rech­nen. „Wir wuss­ten, dass Kiel Druck auf­bau­en und es kri­ti­sche Si­tua­tio­nen ge­ben wür­de. Aber wir wuss­ten auch, dass uns hier nie­mand die Meis­ter­schaft weg­neh­men kann“, führ­te der Spiel­ma­cher fort. Die in­ne­re Ru­he, die das Team durch den Ti­tel­ge­winn er­reich­te, hat das Ge­bil­de noch sta­bi­ler ge­macht. In kei­ner Mi­nu­te wirk­ten die Lö­wen in Kiel hek­tisch, und das war der ent­schei­den­de Un­ter­schied zu den frü­he­ren Gast­spie­len beim THW.

Hin­zu kommt der Mut des Trai­ners, der in Kiel viel Ri­si­ko ging, in­dem er erst­mals seit Mo­na­ten wie­der in ei­ner of­fen­si­ven 3:3-For­ma­ti­on ver­tei­di­gen ließ. Die­ser tak­ti­sche Kniff er­wies sich als gro­ßes Plus, denn die Kie­ler fan­den kein Ge­gen­mit­tel. „Ich ha­be mir das schon ei­ne Zeit lang über­legt und im Trai­ning ha­ben wir das seit ei­ner Wo­che wie­der ge­übt“, sag­te Ni­ko­laj Ja­cob­sen.

Weil die­se Va­ri­an­te kraft­rau­bend ist, hat­te der Trai­ner in die­ser Sai­son dar­auf ver­zich­tet – um sie in ei­nem Top­spiel wie­der­zu­ent­de­cken. Zu­dem war Tor­hü­ter An­dre­as Palicka ein Fak­tor. Ja­cob­sen: „Er hat ge­zeigt, wie wich­tig er für uns ist.“Palicka sag­te: „Jetzt gibt es für uns ein schö­nes Weih­nachts­fest.“Aber ei­nes mit Di­enst­stun­den. Hei­lig­abend steht ei­ne Trai­nings­ein­heit an, am ers­ten Fei­er­tag ei­ne wei­te­re, ehe es nach Mag­de­burg geht. „Wir sind voll kon­zen­triert, um in Mag­de­burg noch ein­mal al­les raus­zu­hau­en“, sag­te Schmid.

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