Chef hin­ter­lässt ein gut be­stell­tes Haus

Bir­git Wit­ter­berg folgt auf Mar­kus Rapp

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

PK – St­ab­wech­sel beim Be­zirks­ver­ein für so­zia­le Rechts­pfle­ge. Nach 17 Jah­ren Tä­tig­keit in der Straf­fäl­li­gen­hil­fe, da­von die letz­ten vier Jah­re als Ge­schäfts­füh­rer beim Be­zirks­ver­ein, hat Mar­kus Rapp sich ent­schlos­sen, ein neu­es Feld zu be­ackern. Ab Ja­nu­ar wird er bei Plan B in der The­ra­pie­vor­be­rei­tungs-Be­ra­tung tä­tig sein.

Auch sei­ne Nach­fol­ge­rin, Bir­git Wit­ter­berg, woll­te sich mit 54 Jah­ren be­ruf­lich noch­mal ver­än­dern und kehr­te ein Stück weit zu den An­fän­gen ih­res Be­rufs­le­bens, das die Di­plomSo­zi­al­ar­bei­te­rin in der Jus­tiz be­gann, zu­rück. 17 Jah­re lang war sie bei ei­nem gro­ßen Bil­dungs­trä­ger in Lan­dau, zu­letzt in der As­sis­tenz der Ge­schäfts­füh­rung, tä­tig. Wit­ter­berg trat im De­zem­ber ih­re neue Stel­le als Ge­schäfts­füh­re­rin beim Be­zirks­ver­ein an. Bei ih­rer neu­en Auf­ga­be war ihr der Cha­rak­ter ei­ner klei­ne­ren Ein­rich­tung wich­tig, in­ter­es­san­te Ar­beits­in­hal­te und die Nä­he zu den Kli­en­ten, er­klär­te sie bei ei­nem Pres­se­ge­spräch ges­tern Vor­mit­tag. Rapp hin­ter­lässt mit sei­nen 14 Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ein gut be­stell­tes Haus. Er hat in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt die Vä­ter­grup­pe auf­ge­baut und die Pro­jek­te „mehr und mehr auf so­li­de Fü­ße ge­stellt“, ein Stück weit weg von der Buß­geld­ab­hän­gig­keit, hin zu von den Kos­ten­trä­gern be­zahl­ten Leis­tungs­ent­gel­ten. Wenn­gleich das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um bei den Zu­schüs­sen für die Pro­jek­te El­tern-Kind, Nach­sor­ge­pro­jekt Chan­ce und „Schwit­zen statt Sit­zen“wei­ter­hin ei­nen Ei­gen­an­teil des Ver­eins ein­rech­net. Bei der Ver­mitt­lung von Men­schen in Haft in Ar­beit, sei mit dem Pro­jekt INSA (In­te­gra­ti­on Straf­fäl­li­ger in Ar­beit) „bahn­bre­chen­des, lan­des­weit Ein­ma­li­ges“ge­leis­tet wor­den, in­dem die Zu­sam­men­ar­beit mit der Bun­des­agen­tur für Ar­beit schon wäh­rend der Haft­zeit be­gon­nen wur­de, zieht Rapp ein Re­sü­mee sei­ner Ar­beit. Im Ge­walt­prä­ven­ti­ons­be­reich sei ver­sucht wor­den, sinn­voll aus­zu­dif­fe­ren­zie­ren. So gibt es Trai­nings für Stra­ßen­ge­walt­tä­ter und Trai­nings für Tä­ter häus­li­cher Ge­walt. Beim The­ma häus­li­che Ge­walt

Nä­he zu den Kli­en­ten ist der 54-Jäh­ri­gen wich­tig

kä­men lang­sam auch zu uns zu­ge­zo­ge­ne Per­so­nen ins Sys­tem rein, stell­te Rapp fest, weil es Ge­walt­tä­tig­kei­ten in Paar­be­zie­hun­gen bei Ein­hei­mi­schen wie Zu­ge­zo­ge­nen glei­cher­ma­ßen ge­be.

Be­denk­lich sei, dass von 150 Platz­ver­wei­sen we­gen häus­li­cher Ge­walt im Jahr nur rund 30 Män­ner dem Hil­fe­an­ge­bot über die Da­ten­wei­ter­ga­be an den Be­zirks­ver­ein zu­stim­men. Ten­denz: ab­neh­mend. Mehr pro­phy­lak­ti­schen Cha­rak­ter hat ein in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Haus des Ju­gend­rechts ju­gend­ge­recht zu­ge­schnit­te­nes An­ge­bot: die in­ter­kul­tu­rel­le Ge­sprächs­wei­sung. Sie wird zur Wer­te- und Ver­hal­tens­ver­mitt­lung an­ge­wandt, wenn ei­ne ers­te Sank­ti­on not­wen­dig ist, um jun­ge Men­schen früh­zei­tig wie­der auf die rich­ti­ge Bahn zu brin­gen und wei­te­re Straf­ta­ten zu ver­hin­dern.

„Wir be­glei­ten Men­schen, ver­su­chen nach­zu­voll­zie­hen, war­um je­mand so wur­de und über­le­gen, was ma­chen wir dar­aus, da­mit an­de­ren Men­schen kein Leid mehr zu­ge­fügt wird – dar­um gehts,“so Rapp.

ST­AB­WECH­SEL beim Be­zirks­ver­ein für so­zia­le Rechts­pfle­ge: Mar­kus Rapp wech­selt nach 17-jäh­ri­ger Tä­tig­keit zu Plan B, sei­ne Nach­fol­ge­rin in der Ge­schäfts­füh­rung ist Bir­git Wit­ter­berg. Foto: Eh­mann

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