„Si­tua­ti­on an Karls­ba­der Stra­ße ist un­er­träg­lich“

An­woh­ner der Nöt­tin­ger Orts­durch­fahrt for­dern Vor­an­trei­ben der Orts­teil­ver­bin­dungs­stra­ße

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ju­li­an Zach­mann

Rem­chin­gen-Nöt­tin­gen. Von Flä­chen­ver­brauch und Lärm­ver­la­ge­rung ist die Re­de in Le­ser­brie­fen oder Wort­bei­trä­gen, mit de­nen in Rem­chin­gen der­zeit im­mer häu­fi­ger kri­ti­sche Stim­men ge­gen den von der Ge­mein­de vor­an­ge­trie­be­nen drit­ten und ei­gent­li­chen Ab­schnitt der Orts­teil­ver­bin­dungs­stra­ße west­lich um Nöt­tin­gen laut wer­den. Nun mel­den sich Bür­ger zu Wort, die un­mit­tel­bar an der viel be­fah­re­nen Karls­ba­der Stra­ße oder am Be­ginn ih­rer Sei­ten­stra­ßen woh­nen. Sie for­dern den drin­gen­den Wei­ter­bau der Ver­bin­dungs­stra­ße – und da­mit ei­ne Ent­las­tung des Nöt­tin­ger Orts­kerns.

„Zum Glück ha­ben wir kei­nen Schrank zur Stra­ße hin ste­hen, sonst wür­de dar­in das Ge­schirr wa­ckeln“, er­klärt Hei­ke Ratz und lenkt den Blick auf die Fas­sa­de ih­res Nach­bar­hau­ses, die durch die Er­schüt­te­run­gen Ris­se be­kom­men ha­be. „Wir, die hier woh­nen, be­kom­men nicht nur ir­gend­wel­che Zah­len mit, son­dern di­rekt den Ver­kehr“, schil­dert Man­fred Voll­mar bei ei­nem Vo­r­ort­ge­spräch: „An ein of­fe­nes Fens­ter im Som­mer ist da nicht zu den­ken.“Zweif­lern bie­te er ger­ne sein Ar­beits­zim­mer zur Stra­ße hin zum Schla­fen an: „Da braucht man kei­nen We­cker, son­dern wird schon mor­gens um fünf von Lkw ge­weckt, de­ren Rä­der über die Doh­len don­nern.“

Im dich­ten Be­rufs­ver­kehr kom­me man au­ßer­dem fast gar nicht mehr zum Dorf raus: „Ich ken­ne Leu­te, die nach Wil­fer­din­gen wol­len, aber erst in die an­de­re Rich­tung zum Sä­ge­werk fah­ren, dort dre­hen und dann erst in die an­de­re Rich­tung fah­ren kön­nen.“Selbst nach dem Sonn­tags­got­tes­dienst be­ob­ach­te Man­fred Voll­mar manch brenz­li­ge Si­tua­ti­on beim Aus­fah­ren vom Fried­hof­spark­platz und kön­ne nur hof­fen, dass es gut geht. Der 75-Jäh­ri­ge macht klar: „Wir wol­len ganz und gar kei­nen Schlag­baum, der Nöt­tin­gen zu macht.“

„Aber an der At­trak­ti­vi­tät der Karls­ba­der Stra­ße muss sich et­was än­dern, dann gibt es wie­der An­reiz, sich um man­che leer­ste­hen­den, her­un­ter­kom­men­den Ge­bäu­de zu küm­mern – was wie­der­um Bau­land spa­ren wür­de“, er­gänzt Dieter En­gel den Wunsch sei­ner Mit­strei­ter, dass die Ge­mein­de wie ge­plant erst die Ver­bin­dungs­stra­ße wei­ter­baut und sich dann ei­ner in­ner­ört­li­chen Neu­ge­stal­tung an­nimmt. En­gel sagt im Hin­blick auf Kri­ti­ker: „Wir ha­ben nicht mal mehr ei­nen Gas­tro­no­men – wo soll wie­der Wohn­wert her­kom­men, wenn nicht durch die Stra­ße?“

Auch Gerd En­gel un­ter­stützt das Pro­jekt, ob­wohl er selbst in der Goe­the­s­tra­ße und da­mit nä­her an der Tras­se der

„An of­fe­ne Fens­ter ist im Som­mer nicht zu den­ken“

ge­plan­ten neu­en Ver­bin­dungs­stra­ße wohnt. Pro­gno­sen, wie vie­le Fahr­zeu­ge wirk­lich die neue Stra­ße nut­zen, hin oder her: „Es ist wun­der­bar, wie man al­les be­rech­nen kann. Aber so wie al­le übers Kli­ma re­den und vor Ort dann aufs Wet­ter tref­fen, ist die Si­tua­ti­on an der Karls­ba­der Stra­ße un­er­träg­lich – des­halb bin ich für ei­ne Ent­las­tung“, sagt er, „wenn mei­ne Frau mit den En­keln zum Ein­kau­fen geht, müs­sen sie min­des­tens zwei­mal auf die Stra­ße, weil al­les zu­ge­parkt ist. Und vie­le Au­tos ra­sen bru­tal durch, selbst über den Geh­weg.“

Auch für al­le Nicht-Nöt­tin­ger sei die Durch­fahrt oft ein Graus. Die Grup­pe ist über­zeugt: „Hier muss drin­gend et­was ge­macht wer­den. Von uns ist das erst der An­fang. Wenn es nicht zum Stra­ßen­bau kommt, ru­fen wir ei­ne Ak­ti­on ins Le­ben für ein le­bens­wer­tes Nöt­tin­gen.“

VOM GROSSEN VERKEHRSAUFKOMMEN und sei­nen Fol­gen ge­plagt sind die An­woh­ner der Karls­ba­der Stra­ße in Nöt­tin­gen. Ge­mein­sam ma­chen sie sich nun stark für den Wei­ter­bau der Orts­teil­ver­bin­dungs­stra­ße um Nöt­tin­gen. Foto: Zach­mann

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