Gro­ße Maß­nah­me im Orts­kern

Rei­ter­gas­se in Kie­sel­bronn wird sa­niert / Kei­ne Zu­stim­mung für Gar­ten­haus

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Man­fred Schott

Kie­sel­bronn. Im Rah­men der Kie­sel­bron­ner Orts­kern­sa­nie­rung II steht auf den Grund­stü­cken Rei­ter­gas­se 3, 5 und 7 ei­ne grö­ße­re pri­va­te Sa­nie­rungs­maß­nah­me an. Die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer pla­nen hier ei­ne Neu­be­bau­ung mit ei­nem Ein­fa­mi­li­en­haus und ei­nem bar­rie­re­frei­en Mehr­fa­mi­li­en­haus für acht Wohn­ein­hei­ten, da­zu ei­ne Tief­ga­ra­ge.

Zu­vor muss der al­te Häu­ser­be­stand ab­ge­ris­sen und müs­sen die Grund­stü­cke durch ei­ne Bo­den­neu­ord­nung neu zu­ge­schnit­ten wer­den. Nach den im Ok­to­ber 2011 auf­ge­stell­ten För­der­richt­li­ni­en für die­ses Sa­nie­rungs­ge­biet sind sol­che pri­va­ten Ord­nungs­maß­nah­men för­der­fä­hig, wenn durch den Ab­bruch nicht mehr er­hal­tens­wer­ter Ge­bäu­de ein Neu­be­bau­ung er­folgt, die den Sa­nie­rungs­zie­len ent­spricht. Die Ab­bruch- und Fol­ge­kos­ten mit 70 Pro­zent, ma­xi­mal bis zu ei­nem Be­trag von 15 000 Eu­ro, sol­len aus Sa­nie­rungs­mit­teln ge­för­dert wer­den. Der Rah­men­plan sah da­mals ei­ne ge­schlos­se­ne Bau­wei­se vor, weil die heu­ti­gen Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se und Be­bau­ungs­mög­lich­kei­ten nicht vor­her­ge­se­hen wer­den konn­ten. Jetzt sol­len die ge­plan­ten Ge­bäu­de nach der Bo­den­neu­ord­nung al­ler­dings in of­fe­ner Bau­wei­se er­rich­tet wer­den.

Da­mit die­ses Vor­ha­ben trotz die­ser Ab­wei­chung för­de­rungs­fä­hig bleibt, ist der Ab­schluss ei­ner so­ge­nann­ten „Ord­nungs­maß­nah­men­ver­ein­ba­rung“zwi­schen Ge­mein­de und Bau­her­ren not­wen­dig.

Mit sei­ner Zu­stim­mung zur of­fe­nen Bau­wei­se und zur ge­nann­ten Ver­ein­ba­rung gab der Ge­mein­de­rat grü­nes Licht für die Er­rich­tung die­ser bei­den Ge­bäu­de und gleich­zei­tig für die För­de­rung der Ge­bäu­de­ab­ris­se von drei­mal 15 000 Eu­ro. Die Zu­schuss­mit­tel von ins­ge­samt 75 000 Eu­ro wer­den im Ge­mein­de­haus­halt 2017 be­rück­sich­tigt.

Kei­ne Zu­stim­mung gab der Ge­mein­de­rat für ein vom Bau­herrn et­was zu groß ge­ra­te­nes Gar­ten­haus im Hüt­ten­ge­biet „In der al­ten Häl­de“. Zu­läs­sig ist nach dem Be­bau­ungs­plan aus dem Jahr 1973 ein Aus­maß von zwölf Qua­drat­me­tern ein­schließ­lich et­wai­ger Über­da­chun­gen. Über­baut wor­den sind 19 Qua­drat­me­ter und da­zu noch ei­ne Über­da­chung, was bei ei­ner Bau­kon­trol­le durch Land­rats­amt Enz­kreis be­an­stan­det wur­de. Wie Bau­amts­lei­te­rin Na­di­ne Walz dem Ge­mein­de­rat be­rich­te­te, wur­de zwar et­was zu­rück­ge­baut und für die­se neue Grö­ßen­ord­nung, die im­mer noch das zu­läs­si­ge Be­bau­ungs­maß über­schrei­tet, ei­ne Bau­ge­neh­mi­gung be­an­tragt. Der Ge­mein­de­rat ver­sag­te jetzt das Ein­ver­neh­men der Ge­mein­de. Ge­ge­be­nen­falls kön­ne man über ei­ne Dul­dung nach­den­ken. Dul­dung des­halb, weil un­ter Um­stän­den der Rat in noch un­be­stimm­ter Zeit­span­ne über ei­ne Über­ar­bei­tung der Jahr­zehn­te al­ten Be­bau­ungs­pla­ne für Hüt­ten­ge­bie­te be­ra­ten wird. Bür­ger­meis­ter Hei­ko Fa­ber er­läu­ter­te, dass dies ein zeit­auf­wen­di­ges und kos­ten­in­ten­si­ves Ver­wal­tungs­ver­fah­ren wird. Es müs­se durch Fach­pla­ner ei­ne Auf­nah­me des Ist-Be­stan­des der ge­sam­ten Be­bau­ung und da­nach ei­ne Neu­pla­nung er­fol­gen.

Auch müs­sen al­le Fach­be­hör­den, ein­schließ­lich des Na­tur- und Land­schafts­schut­zes ein­ge­schal­tet wer­den. Die Ver­wal­tung wer­de die Mög­lich­kei­ten ei­ner Be­bau­ungs­plan­über­ar­bei­tung prü­fen und dem Rat dar­über be­rich­ten.

Grund­stücks­ei­gen­tü­mer pla­nen Neu­be­bau­ung

DIE­SE AL­TEN WOHNGEBÄUDE UND DIE SCHEU­NE (links) an der Rei­ter­gas­se sol­len zwecks Neu­be­bau­ung mit ei­nem Ein­fa­mi­li­en­haus und ei­nem Mehr­fa­mi­li­en­haus ab­ge­ris­sen wer­den. Foto: Man­fred Schott

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