Lich­ter­fest er­in­nert an ein Wun­der

Jü­di­sches Cha­nu­kka be­ginnt an Hei­lig­abend / Zwei­mal öf­fent­li­ches Ker­zen­zün­den

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE -

Wenn mor­gen Abend in christ­li­chen Fa­mi­li­en Ge­schen­ke un­term Weih­nachts­baum aus­ge­packt wer­den, be­gin­nen zeit­gleich auch jü­di­sche Fei­er­ta­ge: Am Abend des 24. De­zem­ber star­tet Cha­nu­kka. Ein Lich­ter­fest, das an ein Wun­der er­in­nert und in die­sem Jahr bis zum 1. Ja­nu­ar ge­fei­ert wird. Der jü­di­sche Ka­len­der ist an den Mond­pha­sen aus­ge­rich­tet. In­so­fern fal­len Weih­nach­ten und Cha­nu­kka nicht im­mer zu­sam­men.

In Karlsruhe wird Cha­nu­kka in die­sem Jahr zwei­mal öf­fent­lich be­gan­gen. Die Jü­di­sche Kul­tus­ge­mein­de lädt am Mitt­woch, 28. De­zem­ber, zum Ker­zen­zün­den ein. Ab 18 Uhr wer­den vor der Sy­nago­ge in der Knie­lin­ger Al­lee die Flam­men am gro­ßen Leuch­ter – Cha­nu­kkia ge­nannt – ent­facht. Dem Brauch zu­fol­ge wer­den im An­schluss in Öl zu­be­rei­te­te Spei­sen, näm­lich Suvga­ni­ot, al­so Krap­fen, ser­viert.

Ei­nen Tag spä­ter, am Don­ners­tag, 29. De­zem­ber, lädt dann Rab­bi­ner Mor­de­chai Men­del­son zum Zün­den der Cha­nu­kkia am Markt­platz (Kai­ser­stra­ße/ Ecke Karl-Fried­rich-Stra­ße) ein. Los geht es eben­falls um 18 Uhr. An­ge­kün­digt sind Li­ve-Mu­sik und Tanz, zu­dem wird es auch bei Men­del­son Krap­fen ge­ben. Der Rab­bi­ner ge­hört zu Cha­bad, ei­ner Grup­pie­rung in­ner­halb des or­tho­do­xen Ju­den­tums.

Das Lich­ter­fest ist auch ei­ne Fei­er der Wun­der und der Frei­heit. Es geht der Über­lie­fe­rung zu­fol­ge zu­rück auf die Wie­der­ein­wei­hung des zwei­ten jü­di­schen Tem­pels in Je­ru­sa­lem im jü­di­schen Jahr 3597 (164 vor Be­ginn der Zeit­rech­nung) nach dem er­folg­rei­chen Mak­ka­bä­er­auf­stand.

Die Men­ora, der sie­ben­ar­mi­ge Leuch­ter im Tem­pel, soll­te da­nach nie­mals wie­der er­lö­schen. Doch auf­grund der Kämp­fe mit den Se­l­euk­iden war nur noch ein Krug ge­weih­tes Öl da. Die­ses hät­te für ei­nen Tag ge­reicht. Für die Her­stel­lung neu­en ge­weih­ten Öls wur­den je­doch acht Ta­ge be­nö­tigt. Durch ein Wun­der ha­be das Licht acht Ta­ge ge­brannt, bis neu­es ge­weih­tes Öl er­zeugt wor­den war. Dar­an er­in­nern die acht Lich­ter der Cha­nu­kkia. Je­den Tag wird ein Licht mehr an­ge­zün­det, bis am En­de al­le acht bren­nen.

Ins­ge­samt hat der Leuch­ter neun Licht­er­hal­ter, der ne­un­te, manch­mal ver­setzt an­ge­bracht, ist der Die­ner – „Scha­masch“. Nur mit die­sem dür­fen die an­de­ren Lich­ter an­ge­zün­det wer­den, so die Tra­di­ti­on. Ti­na Kampf

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