„Wir sind zu­sam­men­ge­rückt“

Prä­si­dent Gauck warnt vor neu­en Feind­bil­dern

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - LOBT DAS EH­REN­AMT: Bun­des­prä­si­dent Gauck. Foto: dpa

Ber­lin (dpa). Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck hat an­ge­sichts von Wut und Ängs­ten nach dem An­schlag in Ber­lin zu ei­nem wei­ter mensch­li­chen Mit­ein­an­der auf­ge­ru­fen und vor dem Schü­ren von Feind­bil­dern ge­warnt. „Ge­ra­de in Zei­ten ter­ro­ris­ti­scher Atta­cken soll­ten wir die Grä­ben in un­se­rer Ge­sell­schaft nicht ver­tie­fen, we­der Grup­pen pau­schal zu Ver­däch­ti­gen noch Po­li­ti­ker pau­schal zu Schul­di­gen er­klä­ren“, sag­te Gauck in sei­ner Weih­nachts­an­spra­che. Das be­deu­te nicht, auf Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Flücht­lings­po­li­tik oder über wei­te­re Si­cher­heits­maß­nah­men zu ver­zich­ten. Es gel­te aber, Au­gen­maß und die Ach­tung vor dem po­li­ti­schen Geg­ner zu be­wah­ren. Der Lkw-An­schlag auf dem Weih­nachts­markt in Ber­lin mit To­ten und Ver­letz­ten ha­be vie­le zu­tiefst er­schreckt und ver­stört. „Der Ter­ror, den wir seit Jah­ren welt­weit er­le­ben, ist plötz­lich vor­ge­drun­gen bis in un­se­re Haupt­stadt“, sag­te Gauck. Da­mit sei­en Wut, Zorn, aber auch Ge­füh­le von Angst und Ohn­macht ent­stan­den. Wenn man genau hin­schaue, er­ken­ne man je­doch: „Wir sind zu­sam­men­ge­rückt als Ge­mein­schaft de­rer, die die Mit­mensch­lich­keit ver­tei­di­gen.“Gauck be­ton­te in der An­spra­che, die am ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag aus­ge­strahlt wird, dies sei­en „kei­ne Wunsch­träu­me“. In sei­ner letz­ten Weih­nachts­an­spra­che hob Gauck grund­sätz­lich das En­ga­ge­ment vie­ler Bür­ger her­vor, die sich in Be­ruf, Fa­mi­lie oder als Eh­ren­amt­ler für die Ge­mein­schaft en­ga­gier­ten. „Die­se Men­schen ha­ben mich in mei­nen Jah­ren als Bun­des­prä­si­dent im­mer zu­ver­sicht­li­cher wer­den las­sen“, sag­te das Staats­ober­haupt, das im März 2017 aus dem Amt aus­schei­det. „Die­ses Land ver­dient das Ver­trau­en sei­ner Bür­ger.“

Ka­ri­ka­tur: Pepsch

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