Pu­tin geht auf die EU zu

Moskau will Sank­tio­nen be­en­den / Atom­ra­ke­ten sol­len wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Moskau (dpa). Der rus­si­sche Staats­chef Wla­di­mir Pu­tin stellt ein En­de der Sank­tio­nen ge­gen Eu­ro­pa in Aus­sicht, so­bald die EU ih­re Straf­maß­nah­men ge­gen Russ­land be­en­den. „Wir sind ger­ne be­reit, uns auf al­le Auf­he­bun­gen ein­zu­las­sen, wenn un­se­re Part­ner – dar­un­ter auch die eu­ro­päi­schen – ih­re Sank­tio­nen ein­stel­len“, sag­te ges­tern Pu­tin bei sei­ner Jah­res­pres­se­kon­fe­renz in Moskau. Russ­land tra­ge kei­ne Schuld an den ver­schlech­ter­ten rus­sisch-eu­ro­päi­schen Be­zie­hun­gen. In den Wo­chen zu­vor hat­te er mehr­fach be­tont, mög­lichst lan­ge an sei­nen Ge­gen­s­ank­tio­nen fest­hal­ten zu wol­len. Die Im­port­ver­bo­te für Milch­pro­duk­te, Obst und Ge­mü­se aus der EU schütz­ten die rus­si­schen Her­stel­ler. Die EU und die USA hat­ten we­gen des rus­si­schen Vor­ge­hens ge­gen die Ukrai­ne 2014 Russ­land mit Straf­maß­nah­men be­legt. Pu­tin sag­te, vor al­lem im Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus müss­ten Russ­land und Eu­ro­pa ko­ope­rie­ren. „Aber wie soll das ge­hen, wenn es Sank­tio­nen gibt?“

Pu­tin wie­der­hol­te sei­ne Aus­sa­ge vom Vor­tag, Russ­land ha­be das Recht, sei­ne Atom­ra­ke­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Schließ­lich sei­en die USA 2001 aus dem ABM-Ver­trag zur Be­schrän­kung von Ra­ke­ten­ab­wehr­sys­te­men aus­ge­stie­gen. „Wenn je­mand ei­nen Rüs­tungs­wett­lauf be­ginnt, dann sind das nicht wir.“Trump hat­te nach Pu­tins Äu­ße­run­gen er­klärt, die USA müss­ten „ih­re nu­klea­ren Fä­hig­kei­ten er­heb­lich ver­stär­ken“. Der rus­si­sche Prä­si­dent will die Nach­kriegs­ord­nung für Sy­ri­en mit den USA ab­stim­men. Zwar sei die neue Drei­er­ko­ope­ra­ti­on Mos­kaus mit Ankara und Te­he­ran im sy­ri­schen Krieg hilf­reich, sag­te Pu­tin. „Aber es wä­re nicht rich­tig, sol­che Fragen oh­ne die USA zu ent­schei­den.“

Es ha­be aber noch kei­ne Kon­tak­te mit dem Team des künf­ti­gen US-Prä­si­den­ten Do­nald Trump zu Sy­ri­en ge­ge­ben. Auch die US-Wahl, die La­ge in Eu­ro­pa und rus­si­sche In­nen­po­li­tik ka­men bei dem fast vier­stün­di­gen Fra­ge­ma­ra­thon vor 1 400 Jour­na­lis­ten zur Spra­che. Wie in den Jah­ren zu­vor ver­such­ten die Me­di­en­ver­tre­ter, mit Pla­ka­ten und Trans­pa­ren­ten Pu­tins Auf­merk­sam­keit zu er­re­gen.

FRAGESTUNDE IN MOSKAU: Russ­lands Prä­si­dent Pu­tin stand den 1 400 Jour­na­lis­ten vier St­un­den lang Re­de und Ant­wort. Foto: dpa

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