Glück für Mel­bourne

An­schlag ver­ei­telt

Pforzheimer Kurier - - IM FADENKREUZ DES TERRORS -

Sie woll­ten of­fen­bar an Weih­nach­ten zu­schla­gen, doch die aus­tra­li­schen Be­hör­den konn­ten nach Po­li­zei­an­ga­ben ei­nen ge­plan­ten dschi­ha­dis­ti­schen Ter­ror­an­schlag auf das Zen­trum von Mel­bourne ver­ei­telt. Bei Raz­zi­en in der Mil­lio­nen­stadt im Staat Vic­to­ria wur­den ges­tern sie­ben Ver­däch­ti­ge fest­ge­nom­men, die der IS-Ter­ror­mi­liz na­he­ste­hen sol­len. Nach Po­li­zei­an­ga­ben woll­ten die An­grei­fer ver­mut­lich an den Weih­nachts­ta­gen an meh­re­ren Or­ten der Stadt mit Spreng­stoff, Schuss­waf­fen und Mes­sern zu­schla­gen.

Der Po­li­zei­spre­cher des süd­öst­li­chen Staa­tes Vic­to­ria, Gra­ham Ash­ton, sag­te bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz, die ver­deck­ten Er­mitt­lun­gen zu den An­schlags­plä­nen lie­fen be­reits seit zwei Wo­chen. Im Vi­sier hat­ten die An­grei­fer dem­nach un­ter an­de­rem den Bahn­hof Flin­ders Street und die St. Paul’s Ca­the­dral im Her­zen von Mel­bourne. „Das wä­re ein groß an­ge­leg­ter An­griff ge­we­sen“,

„Dschi­ha­dis­ten plan­ten groß an­ge­leg­ten An­griff“

sag­te Ash­ton. Die ge­plan­ten An­schlags­or­te sind für ge­wöhn­lich vol­ler Be­woh­ner und Tou­ris­ten, rund um die Weih­nachts­ta­ge sind be­son­ders vie­le Men­schen in der Stadt. Un­weit der be­kann­ten Ge­bäu­de lie­gen auch das Cri­cket-Sta­di­on, wo am Mon­tag ein Spiel zwi­schen Aus­tra­li­en und Pa­kis­tan aus­ge­tra­gen wird, so­wie der Ten­nis­platz, auf dem im Ja­nu­ar das Grand Slam-Tur­nier be­ginnt.

An den Raz­zi­en in Mel­bourne wa­ren ges­tern Mor­gen rund 400 schwer­be­waff­ne­te Po­li­zis­ten be­tei­ligt. Von den sie­ben fest­ge­nom­me­nen jun­gen Män­nern, die seit meh­re­ren Wo­chen be­ob­ach­tet wur­den, ka­men spä­ter zwei wie­der frei. Die üb­ri­gen fünf blie­ben in Po­li­zei­ge­wahr­sam. Bei ih­nen han­delt es sich der Po­li­zei zu­fol­ge um Män­ner um die 20, vier wur­den in Aus­tra­li­en ge­bo­ren und ha­ben li­ba­ne­si­sche Wur­zeln, ei­ner ist ein in Ägyp­ten ge­bo­re­ner Aus­tra­li­er. Die Ver­däch­ti­gen hät­ten sich selbst ra­di­ka­li­siert und sei­en vom IS und des­sen Pro­pa­gan­da zu ih­ren Plä­nen in­spi­riert wor­den, sag­te Po­li­zei­spre­cher Ash­ton. Hin­wei­se dar­auf, dass sie ähn­lich wie in Ber­lin ei­nen Last­wa­gen oder an­de­re Fahr­zeu­ge für ih­re Tat be­nut­zen woll­ten, ge­be es aber nicht. Pre­mier­mi­nis­ter Mal­colm Turn­bull sag­te in Syd­ney, die Be­hör­den hät­ten ei­ne wah­re Ka­ta­stro­phe ver­hin­dert. Martin Par­ry

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