„Manch­mal auch ei­ne In­tel­li­genz­fra­ge“

Slom­ka hebt das Selbst­wert­ge­fühl beim KSC

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert NEU­AN­FANG beim KSC: Mir­ko Slom­ka. Foto: dpa

Karlsruhe. Wie das Le­ben so spielt, lie­fen sich Markus Mil­ler und Mir­ko Slom­ka aus­ge­rech­net am Donnerstag auf Han­no­vers Fuß­gän­ger­zo­ne mal wie­der über den Weg. Slom­ka te­le­fo­nier­te eif­rig, un­ter­brach das Ge­spräch aber für ei­nen kur­zen Plausch mit sei­nem ehe­ma­li­gen Tor­wart, den er 2010 vom Karls­ru­her SC zu Han­no­ver 96 ge­holt hat­te. „So ein Zu­fall. Jetzt kommt auch noch der Markus Mil­ler um die Ecke“, ha­be Slom­ka ge­scherzt, er­zählt Mil­ler. Es war ja der Tag, an dem der 49 Jah­re al­te Fuß­ball­leh­rer sei­ne Rück­kehr in den Pro­fi­fuß­ball re­gel­te – mit dem im Zweit­li­gaAb­stiegs­kampf ste­cken­den KSC. Gleich­zei­tig war es der Tag, an dem zwei­fels­frei fest­stand, dass Valé­ri­en Is­maël auch nach dem Jah­res­wech­sel den VfL Wolfsburg trai­nie­ren wür­de. Er­wäh­nens­wert, da Slom­ka, „als Nie­der­sach­se“, of­fen mit ei­nem En­ga­ge­ment beim VfL ge- lieb­äu­gelt hat­te.

Mil­ler, der seit ei­ni­gen Wo­chen als Tor­wart­trai­ner in der Aka­de­mie eben je­nes VfL Wolfsburg ar­bei­tet, ist sich si­cher: „Slom­ka ist der rich­ti­ge Mann für den KSC. Ein akri­bi­scher Ar­bei­ter, der sehr viel Wert auf Dis­zi­plin legt. Ei­ner, der weiß, was er will und der das auch ver­mit­teln kann“, be­schreibt Mil­ler des­sen Pro­fil, wie er es in den Jah­ren bei den 96ern schät­zen lern­te. Slom­ka hiev­te den Ver­ein zu­nächst aus dem Bun­des­li­ga-Ta­bel­len­kel­ler, ent­wi­ckel­te ihn zu ei­nem Eu­ro­pa­po­kal­teil­neh­mer. „Er ist ei­ner, mit dem man gut ein Bier trin­ken kann. Wenn es aber um Leis­tung geht, for­dert er von je­dem ein, was not­wen­dig ist“, sagt Mil­ler. Wer ihn fair be­han­delt, be­kom­me Fair­ness zu­rück. Wer da­ge­gen ver­stößt, sei un­ten durch. Dass Slom­ka, der einst aus Ralf Rang­nicks Schat­ten trat, Schal­ke 04 in der Sai­son 2006/07 zur Vi­ze­meis­ter­schaft und da­nach ins Vier­tel­fi­na­le der Cham­pi­ons Le­ague führ­te, dem KSC zu­sag­te, ist be­acht­lich und wur­de im Um­feld des Zweit­li­gis­ten über­wie­gend po­si­tiv auf­ge­nom­men. Wer Slom­ka bei der Trai­nings­ar­beit ab 3. Ja­nu­ar as­sis­tie­ren wird, ist of­fen. Nes­tor El Ma­e­s­tro, in Han­no­ver und Ham­burg an sei­ner Sei­te, ist bis 2019 an Aus­tria Wi­en ge­bun­den. Slom­ka wer­de je­man­den mit­brin­gen, sagt KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther.

Über die fi­nan­zi­el­le Sei­te des bis 30. Ju­ni 2018 ge­schlos­se­nen Kon­trakts mit To­mas Orals Nach­fol­ger schweigt sich der Vor­stand des Ta­bel­len-15. aus. Wel­len­reu­ther sagt, der KSC ha­be „mehr zu bie­ten“als Geld. „Manch­mal ist es auch ei­ne In­tel­li­genz­fra­ge, zu uns zu kom­men. Mit Selbst­be­wusst­sein kann ich sa­gen, dass wir ei­ne gu­te Adres­se im deut­schen Pro­fi­fuß­ball und kein Dorf­ver­ein sind“, sagt er. Dass die pro­mi­nen­te Neu­be­set­zung der Trai­ner­po­si­ti­on an­ge­sichts ei­nes be­reits im Som­mer um ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro über­zo­ge­nen Etats nur über ei­ne Fremd­fi­nan­zie­rung dar­stell­bar war, ver­neint der KSC-Prä­si­dent. „Wir ma­chen kei­ne ver­rück­ten Sa­chen“, be­tont er. Si­cher hat Slom­ka nach zwei­jäh­ri­ger Aus­zeit seit dem Raus­wurf beim HSV in Karlsruhe Ab­stri­che hin­zu­neh­men. Für die Drit­te Li­ga gilt sein Ver­trag im Üb­ri­gen nicht. Zu mut­ma­ßen ist, dass des­sen Grund­be­zü­ge mo­de­rat ge­wählt, da­ne­ben ei­ne Nicht­ab­stiegs­prä­mie so­wie an­de­re leis­tungs­be­zo­ge­ne Fak­to­ren ver­brieft sind. Aus­zeit

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