Er­mitt­lun­gen und Nach­tests

IOC re­agiert auf McLa­ren-Be­richt mit Ver­fah­ren ge­gen rus­si­sche Sport­ler

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Köln (sid). Das IOC macht im Kampf ge­gen das rus­si­sche Staats­do­ping ernst. Das In­ter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Ko­mi­tee (IOC) mit sei­nem deut­schen Prä­si­den­ten Tho­mas Bach lässt sei­nen An­kün­di­gun­gen Ta­ten fol­gen und ana­ly­siert die Do­ping­pro­ben al­ler rus­si­schen Olym­pia­Teil­neh­mer von Van­cou­ver 2010, London 2012 und Sot­schi 2014 er­neut.

Zwei Wo­chen nach Vor­la­ge des zwei­ten McLa­ren-Be­rich­tes gab das IOC au­ßer­dem Do­ping-Er­mitt­lun­gen ge­gen ins­ge­samt 28 rus­si­sche Sot­schi-Star­ter be­kannt. Da­zu ge­hö­ren nach den ers­ten vor­läu­fi­gen Sper­ren ge­gen zwei rus­si­sche Ath­le­ten durch den Biathlon-Welt­ver­band IBU auch sechs rus­si­sche Ski­lang­läu­fer, die der Welt­ver­band FIS sus­pen­dier­te. Die FIS teil­te au­ßer­dem mit, dass Russ­land auf das Mit­te März in Tju­men ge­plan­te Welt­cup-Fi­na­le der Lang­läu­fer ver­zich­tet hat. „Dies ist ei­ne di­rek­te Re­ak­ti­on auf die Er­geb­nis­se des McLa­ren-Re­ports“, sag­te Bach zu den neu­en IOC-Maß­nah­men.

Für US-Chef­do­ping­jä­ger Tra­vis Ty­gart agiert das IOC den­noch wie ein zahn­lo­ser Ti­ger: „Es ist an der Zeit, Rus­sen in al­len Sport­ar­ten von in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben aus­zu­schlie­ßen, und zwar so lan­ge, bis sich das Land wie­der an die Re­geln des An­ti-Do­ping-Co­des hält“, sag­te der Chef der US-An­ti-Do­ping-Agen­tur (Usa­da) dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin Der Spie­gel: Russ­land zei­ge „nicht den Hauch von Reue, Russ­land lacht über uns – das ist per­vers. Aus Null­to­le­ranz wur­de To­le­ranz für Staats­do­ping, aus der Dro­hung har­ter Kon­se­quen­zen sind gar kei­ne Kon­se­quen­zen ge­wor­den.“Aus Bachs Sicht geht das IOC durch die Nach­tests der Do­ping­pro­ben von rus­si­schen Olym­pia-Teil­neh­mern „noch ei­nen Schritt wei­ter“. Da­durch soll über­prüft wer­den, ob bei den Er­fol­gen der Rus­sen in Van­cou­ver (Win­ter/15 Me­dail­len), London (Som­mer/76) und Sot­schi (Win­ter/33) al­les mit rech­ten Din­gen zu­ging. Da­ran will Russ­lands Staats­prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin kei­ne Zwei­fel zu­las­sen. „Russ­land hat­te nie­mals ein Staats­do­ping-Sys­tem. Das ist ein­fach un­mög­lich, und wir tun al­les Mög­li­che, um Do­ping zu ver­hin­dern“, sag­te der rus­si­sche Staats­chef und stellte sein Land so­gar als Kämp­fer für sau­be­ren Sport dar: „Es darf nie­mals ein staat­li­ches Sys­tem zur Un­ter­stüt­zung von Do­ping ge­ben.“

Doch die Fak­ten spre­chen ei­ne an­de­re Spra­che. Al­lei­ne im Biathlon wird über die Su­s­pen­die­rung des rus­si­schen Du­os und die IOC-Un­ter­su­chun­gen hin­aus ge­gen 29 wei­te­re Rus­sen so­wie den rus­si­schen Ver­band er­mit­telt. Nach­dem McLa­ren über Ma­ni­pu­la­tio­nen von über 1 000 rus­si­schen Ath­le­ten seit 2011 be­rich­tet hat­te, dürf­ten wei­te­re Ver­bän­de bald gleich­falls Maß­nah­men ein­lei­ten.

Tju­men ver­zich­tet auf Welt­cup der Lang­läu­fer

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.