Für je­den Kön­ner das rich­ti­ge Re­vier

Ski­tou­ren lie­gen voll im Trend

Pforzheimer Kurier - - REISE -

gab es kei­ne Lif­te und die Ski­fah­rer stie­gen aus ei­ge­ner Kraft nach oben. Das war der Ur­sprung des Tou­ren­ge­hens, das nun – trotz mo­der­ner und schnel­ler Gon­deln – ein ech­tes Re­vi­val er­lebt. Hier sechs tol­le Ge­bie­te in den deutsch­spra­chi­gen Al­pen für Ein­stei­ger, Ge­nie­ßer und Kön­ner.

Ein­stei­ger

An­fän­ger sind im Ti­ro­ler Küh­tai genau rich­tig, denn das be­treu­te An­ge­bot ist vor­bild­lich. Die orts­an­säs­si­ge Ski­schu­le bit­tet ein­mal pro Wo­che zur Schnup­perSki­tour und ver­leiht die ent­spre­chen­de Aus­rüs­tung. Zu­dem gibt es ei­nen drei­tä­gi­gen Ba­sis­kurs mit sport­me­di­zi­ni­scher Be­treu­ung, bei dem Geh­tech­nik, La­wi­nen­ret­tung, Um­gang mit den ent­spre­chen­den Ge­rä­ten und Kar­ten­kun­de auf dem Pro­gramm ste­hen. An­schlie­ßend kann man auf dem Tou­ren­lehr­pfad Lamp­sen­spit­ze so rich­tig ein­stei­gen. Zu der ein­fa­chen Drei-St­un­den-Tour, die in Prax­mar star­tet gibt es ei­ne ei­ge­ne Home­page mit in­ter­ak­ti­ven Mög­lich­kei­ten zur Ski­tou­ren-Pla­nung und -Durch­füh­rung. Wer dann auf der Rou­te un­ter­wegs ist, kann sein Wis­sen auf sechs gro­ßen Schau­ta­feln tes­ten und ak­tu­el­le Da­ten von der Mess­sta­ti­on des La­wi­nen­warn­diens­tes ab­le­sen. Das Sell­rain-Ge­biet bei Küh­tai, das sich höchs­ter Ski­ort Ös­ter­reichs nennt, zählt auch dank sei­ner La­ge zu den Tou­ren­ge­her-Top­spots der Al­pen. Die Rou­ten be­gin­nen in son­nen­ver­wöhn­ten, schnee­si­che­ren Hö­hen, die weit­läu­fi­gen Hän­ge sind nicht zu steil, da­mit ist das La­wi­nen­ri­si­ko ge­rin­ger als an­dern­orts.

Wei­te­re To­p­re­gio­nen für Ein­stei­ger: Das Süd­ti­ro­ler Ul­ten­tal hat sich auf An­fän­ger spe­zia­li­siert, das Tou­ris­mus­bü­ro ver­mit­telt genau ab­ge­stimm­te Tou­ren mit Berg­füh­rer, au­ßer­dem gibt es um­fang­rei­che Li­te­ra­tur, Bro­schü­ren und Gui­des, so­wie aus­ge­such­te Tou­ren (Breit­bichl, Bei der Stan­ge, Flim­kan­zel). Auch die Am­mer­gau­er Al­pen in Bay­ern wer­den den An­sprü­chen ge­recht. Bei Obe­r­am­mer­gau und am Bu­chen­berg sind kom­bi­nier­te Tou­ren mit Lift-Un­ter­stüt­zung mög­lich, die An­fän­gern Si­cher­heit ge­ben und die Un­ter­neh­mung er­leich­tern. Die Ski­tou­ren-Area­le wer­den teils so­gar be­schneit. www.schi­schu­le-kuehtai.at www.sell­rain­tal.at www.ul­ten­tal-deutsch­nons­berg.it www.am­mer­gau­er-al­pen.de

Ge­nie­ßer

Es gibt Hard­core-Tou­ren­ge­her, die schnell Hö­hen­me­ter ma­chen wol­len, um die ul­ti­ma­ti­ve Ab­fahrt zu bret­tern. Wer mehr auf Ge­nuss steht, soll­te im schwei­ze­ri­schen Prät­ti­gau Sta­ti­on ma­chen. Den meis­ten ist das 40 Ki­lo­me­ter lan­ge Tal nur als müh­sa­me letz­te Au­to-Etap­pe auf dem Weg nach Da­vos be­kannt. Da­bei lie­gen links und rechts wah­re Traum­ber­ge für Tou­ren­ge­her. Als ers­ter Halt emp­fiehlt sich bei­spiels­wei­se St. An­tö­ni­en für den Auf­stieg auf den Egg­berg, der nicht be­son­ders steil ist. Vie­le Re­gio­nen wer­ben da­mit – wirk­lich mög­lich ist ein ru­hi­ger, sanf­ter Fe­ri­en­auf­ent­halt in den au­to­frei­en Fi­de­ri­ser Heu­ber­gen. Ab Dorf Fi­de­ris geht es mit dem Bus hin­ein in die ab­ge­schie­de­ne Welt mit zahl­rei­chen Tou­ren-Va­ri­an­ten. Ei­ne ech­te Traum-Tour ist die Ma­d­ri­saRun­de mit Lift­un­ter­stüt­zung. Übers Schlap­pi­ner Joch ge­langt man nach Gar­gel­len (Mon­ta­fon), zu­rück via An­tö­nier Joch. Die Ta­ges­tour er­for­dert nur ei­ni­ge kur­ze An­stie­ge, die Ab­fahr­ten ver­lau­fen meist in Pis­ten­nä­he, so­dass jeF­rü­her der gu­te Ski­fah­rer sich leicht ori­en­tie­ren und die Rund­tour re­la­tiv mü­he­los be­wäl­ti­gen kann.

Eben­falls für Ge­nie­ßer: Im Mon­ta­fon (Sil­vret­ta) sind be­reits im Früh­win­ter ers­te si­che­re Tou­ren mit re­la­tiv we­nig Auf­wand mög­lich. Vor al­lem ab der Ver­munt­bahn (Par­te­nen) mit dem Ziel Breit­fie­ler­berg oder durchs Ver­bel­la­tal auf den Ta­fa­m­un­ter Augs­ten­berg. Auch im na­hen Bre­gen­zer­wald fin­den sich vie­le gu­te Ge­nuss­tou­ren. Größ­ten­teils muss man zwar auf Ses­sel­li­lf­te und Bah­nen ver­zich­ten, die Hö­hen­me­ter hal­ten sich aber an Port­l­a­horn, Hirsch­berg, Hochäl­p­e­le­kopf oder Feu­er­stät­ter­kopf in Gren­zen.www.heu­ber­ge.ch www.mon­ta­fon.at www.bre­gen­zer­wald.at

Kön­ner

Mit ein­tä­gi­gen Un­ter­neh­mun­gen sind die meis­ten Tou­ren­ge­her aus­ge­las­tet und glück­lich. Kön­ner su­chen die Her­aus­for­de­rung, in­dem sie ta­ge­lang durch die win­ter­li­che al­pi­ne Land­schaft mar­schie­ren und in der Hö­he über­nach­ten (Bi­wak, Zelt, Hüt­te). Als Klas­si­ker gilt da­bei die „Bünd­ner Hau­te­rou­te“zwi­schen Ju­lier- und Flüela­pass in der Schweiz. Un­ter­wegs schläft man in den Un­ter­künf­ten Je­natsch­hüt­te (mit Hüt­tensau­na), Cha­man­na d’Es-cha, Keschhüt­te und Gri­aletsch­hüt­te, die al­le­samt dem Schwei­zer Al­pen­club ge­hö­ren und im Win­ter ge­öff­net sind. Die vier Wir­te ha­ben die Rou­te wie­der­be­lebt, die In­for­ma­tio­nen neu auf­be­rei­tet und ste­hen schon mit Rat und Tat zur Sei­te. Die Tour geht auf ei­ge­ne Faust. Wenn Wo­che­n­en­den, Fes­te oder Fei­er­ta­ge drin lie­gen, gibt es auf den Hüt­ten teils nur dann Schlaf­plät­ze, wenn man ei­nen Gui­de bucht. Bei der fünf­tä­gi­gen Tour hat man die Chan­ce auf meh­re­re Drei­tau­sen­der-Gip­fel wie Piz Kesch, Sca­let­t­ahorn oder Schwarz­horn. Pi­ckel und Steig­ei­sen ge­hö­ren mit ins Ge­päck.

Eben­falls nur für Kön­ner und Ken­ner: Die Ötz­tal-Run­de in den Ti­ro­ler Ber­gen star­tet im Berg­stei­ger­dorf Vent auf 1900 Me­tern und führt in fünf Ta­gen über die Drei­tau­sen­der Si­mi­laun, Fin­eil­spit­ze, Weiß­ku­gel, Flucht­ko­gel und Wild­spit­ze wie­der zu­rück. www.hau­te­rou­te-grau­bue­n­den.ch www.vent.at Chris­ti­an Schrei­ber

Foto: Schrei­ber

NUR WAS FÜR KÖN­NER: Die Ötz­tal-Run­de, die un­ter an­de­rem zur Fin­eil­spit­ze, zum Flucht­ko­gel und an­de­ren Drei­tau­sen­dern führt, dau­ert fünf Ta­ge.

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