Städ­te für mehr Vi­deo­über­wa­chung

Lo­cke­rung des Da­ten­schut­zes ge­for­dert / Tu­ne­si­en weist die Vor­wür­fe zu­rück

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Ber­lin/Tu­nis (dpa/AFP). Der Ter­ror­an­schlag auf ei­nen Ber­li­ner Weih­nachts­markt hat den Ruf nach mehr Über­wa­chung und schär­fe­ren Si­cher­heits­maß­nah­men in Deutsch­land lau­ter wer­den las­sen. In ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts YouGov sprach sich ei­ne gro­ße Mehr­heit von 60 Pro­zent für ei­ne stär­ke­re Vi­deo­über­wa­chung öf­fent­li­cher Plät­ze aus. Ähn­lich äu­ßer­te sich der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Städ­te­und Ge­mein­de­bunds, Gerd Lands­berg.

Das Si­cher­heits­be­dürf­nis der Bür­ger neh­me we­gen der er­höh­ten Ter­ror­ge­fahr und der stei­gen­den Hass-Kri­mi­na­li­tät deut­lich zu, sag­te Lands­berg den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. Die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen des Bun­des und der Län­der lie­ßen ei­ne Aus­wei­tung der Vi­de­obe­ob­ach­tung je­doch nur sehr ein­schrän­kend zu, kri­ti­sier­te er. „Die stren­gen Da­ten­schutz­re­ge­lun­gen müs­sen drin­gend ab­ge­baut wer­den. Dem Schutz der All­ge­mein­heit ist Vor­rang vor dem Schutz der in­for­ma­tio­nel­len Selbst­be­stim­mungs­frei­heit ein­zu­räu­men“, for­der­te Lands­berg.

Auf­nah­men von Über­wa­chungs­ka­me­ras ha­ben der­weil be­stä­tigt, dass der mut­maß­li­che Ber­li­ner At­ten­tä­ter Anis Am­ri über Frank­reich nach Ita­li­en reis­te. Zu­dem sind die To­des­op­fer des An­schlags in­zwi­schen al­le iden­ti­fi­ziert. Un­ter ih­nen sind laut Bun­des­kri­mi­nal­amt sie­ben Deut­sche so­wie Men­schen mit tsche­chi­scher, ukrai­ni­scher, ita­lie­ni­scher, is­rae­li­scher so­wie pol­ni­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit. Die Online-Pe­ti­ti­on, die das Bun­des­ver­dienst­kreuz für den bei dem An­schlag ge­tö­te­ten pol­ni­schen Lkw-Fah­rer for­dert, er­fährt wei­ter gro­ßen Zu­lauf. Der Po­le soll noch kurz vor dem An­schlag mit dem At­ten­tä­ter im Füh­rer­haus ge­kämpft ha­ben, bis die­ser ihn er­schoss. So ha­be der Fah­rer mög­li­cher­wei­se Schlim­me­res ver­hin­dert. In Deutsch­land gibt es auch For­de­run­gen, die bei­den ita­lie­ni­schen Po­li­zis­ten aus­zu­zeich­nen.

In Tu­ne­si­en nah­men Si­cher­heits­kräf­te der­weil drei Män­ner fest, die mit Anis Am­ri in Ver­bin­dung ge­stan­den ha­ben sol­len. Das tu­ne­si­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um teil­te mit, dass man die Ab­schie­bung Am­ris aus Deutsch­land zwei Ta­ge vor der Tat ak­zep­tiert ha­be. Zu­vor sei sei­ne Iden­ti­tät über­prüft und be­stä­tigt wor­den. Ein ers­ter Ab­schie­bungs­ver­such sei an ei­ner fal­schen Iden­ti­tät ge­schei­tert, hieß es.

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