Kri­sener­probt

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - PE­TER GILLIES

Die­se Ta­ge wer­den die Zeit „zwi­schen den Jah­ren“ge­nannt. Auch wirt­schaft­lich zieht man Bi­lanz, blickt zu­rück und schaut – je nach Tem­pe­ra­ment – sor­gen­voll oder zu­ver­sicht­lich vor­aus. Er­staun­lich an die­ser Jah­res­wen­de ist we­ni­ger die er­freu­lich sta­bi­le Ent­wick­lung der deut­schen Volks­wirt­schaft, als viel­mehr ih­re ge­wach­se­ne Re­sis­tenz ge­gen po­li­ti­sche Kri­sen und Kon­flik­te. Selbst die stets ner­vö­sen Fi­nanz­märk­te zeig­ten 2016 er­staun­li­che Ge­las­sen­heit.

Wer er­in­nert sich noch an den Jah­res­be­ginn 2016? Die Bör­sen­kur­se stürz­ten ab, das Dop­pel­ge­spenst von Re­zes­si­on und De­fla­ti­on wa­ber­te durch die Me­di­en. Pes­si­mis­ten sa­hen den Zins auf ewig in der Null­zo­ne fest­ge­na­gelt. Düs­te­re Nach­rich­ten aus den Schwel­len­län­dern

schock­ten die Märk­te, Wachs­tums­pro­ble­me der chi­ne­si­schen Wirt­schaft ver­brei­te­ten Un­si­cher­heit. Hin­zu ka­men die Nach­rich­ten von den po­li­ti­schen Brand­her­den die­ser Welt.

Öko­no­men sind of­fen­bar nüch­ter­ne Men­schen. Sie las­sen sich von düs­te­ren „Vor­ah­nun­gen“im Netz und der me­dia­len Auf­ge­regt­heit nicht in­fi­zie­ren. Der Er­trag die­ser Ge­las­sen­heit be­schert mehr und si­che­re Ar­beits­plät­ze, er­trag­rei­che Ex­por­te, ei­nen sta­bi­len So­zi­al­staat, stei­gen­de Ein­kom­men und Ren­ten und, dar­aus fol­gend, ei­ne leb­haf­te Kauf­kraft der Ver­brau­cher. Po­pu­lis­ti­sches Ge­re­de hin oder her – die deut­sche Wirt­schaft be­fin­det sich in kei­nem stür­mi­schem, wohl aber in ei­nem so­li­den und ro­bus­ten Auf­schwung.

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