Ge­wal­ti­ger Druck

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - RICHARD KIESSLER

Dass die Ent­schlie­ßung zum is­rae­li­schen Sied­lungs­stopp den Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen pas­sie­ren konn­te, weil sich die USA zum ers­ten Mal seit 1979 der Stim­me ent­hiel­ten, ist für Is­ra­els Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Ne­tan­ja­hu und sei­ne rechts-re­li­giö­se Ko­ali­ti­on ein her­ber Schlag. Ne­tan­ja­hus wü­ten­de Re­ak­ti­on und sei­ne Dro­hung, die Be­zie­hun­gen zu den UN auf den Prüf­stand zu stel­len, of­fen­bart zu­gleich, wie sehr der is­rae­li­sche Pre­mier auch bei sei­nen Lands­leu­ten un­ter Druck ge­ra­ten ist.

Der „his­to­ri­sche Sieg“, den die Pa­läs­ti­nen­ser nach der UN-Re­so­lu­ti­on fei­ern, wird fol­gen­los blei­ben. Zum ei­nen ist der Be­schluss, den al­le 14 Si­cher­heits­ra­tMit­glie­der bei Stimm­ent­hal­tung der USA bil­lig­ten, recht­lich nicht bin­dend. Zum

an­de­ren kann Is­ra­el mit ei­nem Kurs­wech­sel der ame­ri­ka­ni­schen Nah­os­tPo­li­tik rech­nen, wenn Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma im Ja­nu­ar aus dem Amt schei­det. Des­sen Nach­fol­ger Do­nald Trump hat näm­lich be­reits get­wit­tert, dass nach dem 20. Ja­nu­ar die Hal­tung sei­ner Re­gie­rung „an­ders sein wird.“Der 70-Jäh­ri­ge hat nicht nur an­ge­kün­digt, ei­ne neue US-Bot­schaft in Jerusalem bau­en zu las­sen, ob­wohl die USA als ein­zi­ger Staat da­mit ei­ner Frie­dens­re­ge­lung in der ge­teil­ten Stadt vor­grei­fen wür­den. Es ist auch zu er­war­ten, dass der ge­wähl­te Prä­si­dent in all sei­ner Un­be­re­chen­bar­keit die völ­ker­rechts­wid­ri­ge Sied­lungs­po­li­tik bil­li­gen und da­mit zur Ge­nug­tu­ung Ne­tan­ja­hus zu ei­ner Zwei-Staa­tenLö­sung auf Dis­tanz ge­hen wird.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.