Noch viel Ar­beit trotz ers­ter Er­fol­ge

In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen braucht Zeit

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Klaus Tscharn­ke

Ber­lin/Nürn­berg. Deutsch­lands Ar­beit­ge­ber hal­ten trotz ers­ter Er­fol­ge bei der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den deut­schen Ar­beits­markt wei­te­re An­stren­gun­gen für nö­tig. „Klar war im­mer: Die In­te­gra­ti­on ist ein Dau­er­lauf, kein Sprint – ei­ne frem­de Spra­che und wich­ti­ge Qua­li­fi­ka­tio­nen lernt nie­mand über Nacht“, sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer in Ber­lin.

„Wer als Flücht­ling lan­ge oder so­gar für im­mer bleibt, muss auch zü­gig die Chan­ce auf Ar­beit be­kom­men.“Die Be­trie­be en­ga­gier­ten sich nach Kräf­ten. Und auch die Rah­men­be­din­gun­gen ver­bes­ser­ten sich. „Wir se­hen auch, dass die Ver­bes­se­run­gen des In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes wir­ken: Im­mer mehr Ge­flüch­te­te schaf­fen den Sprung in Bil­dungs­maß­nah­men, Aus­bil­dung oder Be­schäf­ti­gung“, be­ton­te der Chef des Ar­beit­ge­ber­ver­bands BDA. Zu­gleich for­der­te er wei­te­re Neu­re­ge­lun­gen. „Da­zu ge­hö­ren die flä­chen­de­cken­de Aus­set­zung der Vor­rang­prü­fung und die voll­stän­di­ge Ab­schaf­fung des Be­schäf­ti­gungs­ver­bots in der Zeit­ar­beit. Die­se Brü­cke in Be­schäf­ti­gung müs­sen wir auch für Ge­flüch­te­te öff­nen.“Kra­mers Vi­ze Ger­hard Braun sag­te, die In­te­gra­ti­on wer­de ei­ni­ge Zeit in An­spruch neh­men. „Wer da­von träumt, dass nach ei­nem Jahr Hun­dert­tau­sen­de schon in Be­schäf­ti­gung sind, kennt die Zu­sam­men­hän­ge nicht.“Die Flücht­lin­ge kä­men leich­ter in Be­ru­fen un­ter, in de­nen Sprach­kennt­nis­se und be­ruf­li­che Vor­bil­dung we­ni­ger wich­tig sei­en. „Als Dach­de­cker und Mau­rer braucht man nicht so per­fekt Deutsch spre­chen zu kön­nen wie bei­spiels­wei­se in der Che­mie­in­dus­trie.“

Städ­te und Ge­mein­den soll­ten nach Vor­stel­lun­gen von Bun­des­agen­turChef Frank-Jür­gen Wei­se mehr Flücht­lin­ge als Ein-Eu­ro-Job­ber be­schäf­ti­gen. Er hof­fe, dass die Kom­mu­nen das vom Bund ge­för­der­te Pro­gramm bald stär­ker nutz­ten, sag­te Wei­se. Mit dem Pro­gramm sol­len Flücht­lin­ge be­reits wäh­rend ih­res Asyl­ver­fah­rens ers­te Job-Er­fah­run­gen sam­meln kön­nen. Von den 100 000 be­reit­ge­stell­ten Jobs sei­en bis zum 25. No­vem­ber le­dig­lich 6 500 ge­neh­migt ge­we­sen.

IM­MER MEHR GE­FLÜCH­TE­TE schaf­fen den Sprung in Aus­bil­dung oder Be­schäf­ti­gung. Fo­to: dpa

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