Pa­cken­der „Otel­lo“

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Von sei­nem Ba­den-Ba­de­ner Mo­zart-Zy­klus ist Yan­nick Né­zet-Sé­gu­in in der Re­gi­on bes­tens be­kannt, am Pult des eben­so klang­ge­wal­tig wie dif­fe­ren­ziert auf­spie­len­den MET-Orches­ters prä­sen­tiert er sich nun als Ver­di-Di­ri­gent von For­mat. Er di­ri­giert die kom­pli­zier­te Par­ti­tur mit viel De­tail­kennt­nis, oh­ne den dra­ma­ti­schen Fa­den zu ver­lie­ren. Man kann ver­ste­hen, dass er das Orches­ter ab der Sai­son 2020/21 als Chef­di­ri­gent über­nimmt. Die Des­de­mo­na in Ver­dis „Otel­lo“ist ei­ne Glanz­par­tie für Sonya Yon­che­va, die mit ih­rem ly­ri­schen So­pran, der aber auch über ge­nü­gend Re­ser­ven ver­fügt, bei die­sem nun auf DVD er­schie­nen Mit­schnitt aus der New Yor­ker Me­tro­po­li­tan Ope­ra be­geis­tert. Dank ih­rer war­men Stim­me, ih­rer sou­ve­rä­nen Tech­nik und ih­rem gro­ßen ge­stal­te­ri­schen Ra­di­us ist sie der Mit­tel­punkt der Auf­füh­rung. Auch dar­stel­le­risch über­zeugt sie in der Re­gie von Bart­lett Sher. Zel­j­ko Lu­cic zeigt sich als Ja­go als ein dä­mo­ni­scher Meis­ter der In­tri­ge. Mit Wucht und Strahl­kraft, aber recht far­bar­men Hel­den­te­nor singt Aleksan­drs An­to­nen­ko die Ti­tel­rol­le in Ver­dis Oper, wo­bei er die Ei­fer­sucht Otel­los sehr ein­dring­lich ge­stal­tet. sws

Ver­di, Otel­lo, So­ny 2 DVDs 88985308909, 165 Mi­nu­ten Lauf­zeit, 23,99 Eu­ro.

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