Der Ko-Gast­ge­ber als sport­li­cher Au­ßen­sei­ter

DSV-Ski­sprin­ger vor Tour­nee oh­ne Il­lu­sio­nen

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Oberstdorf (dpa). Bei En­te mit Ma­ro­nen­pü­ree stärk­te sich Se­ve­rin Freund an den Weih­nachts­ta­gen für die ers­te sport­li­che Her­ku­les­auf­ga­be im WM-Win­ter. An­ders als am hei­mi­schen Herd hat der Hob­by-Koch vor sei­ner zehn­ten Ju­bi­lä­ums-Tour­nee auf der Schan­ze al­ler­dings noch nicht den rich­ti­gen Dreh ge­fun­den. Weil der Ski­sprung-Welt­meis­ter nach ei­ner Hüft­ope­ra­ti­on im Früh­jahr sei­ner Best­form hin­ter­her­läuft und sich im Kampf um die 20 000 Eu­ro Sieg­prä­mie kaum Chan­cen aus­rech­net, reist das DSV-Team mor­gen oh­ne gro­ße Il­lu­sio­nen zur 65. In­ter­na­tio­na­len Vier­schan­zen­tour­nee. „Wir sind ein biss­chen Au­ßen­sei­ter“, sag­te Bun­des­trai­ner Wer­ner Schus­ter vor dem Auf­takt an die­sem Frei­tag in Oberstdorf. „Man kann bei der Tour­nee auch ei­nen Lauf krie­gen, aber na­tür­lich kann man jetzt nicht rein­ge­hen und sa­gen: Wir wol­len die Tour­nee ge­win­nen.“

Im ver­gan­ge­nen Jahr war das an­ders. Da­mals trat Freund in Top-Form an und ent­fach­te mit dem ers­ten deut­schen Auf­takt­sieg seit Sven Han­na­wald 2001 ei­ne rie­si­ge Eu­pho­rie. Am En­de muss­te er nur dem über­ra­gen­den Slo­we­nen Pe­ter Pre­vc, der die fol­gen­den drei Wett­be­wer­be ge­wann, den Vor­tritt las­sen. Mit ei­ner ähn­li­chen Top-Vor­stel­lung des Team-Olym­pia­sie­gers ist dies­mal nicht zu rech­nen. „Es ist mein Ziel für die Tour­nee, dass ich bes­ser raus­kom­me als ich rein­ge­he. Wenn ich das schaf­fe, wä­re ich sehr zu­frie­den“, sag­te Freund. Nach dem gran­dio­sen Sai­son­auf­takt En­de No­vem­ber in Kuu­sa­mo, wo Freund trotz fünf­mo­na­ti­ger Ver­let­zungs­pau­se erst Platz zwei be­leg­te und dann sei­nen 22. Welt­cup­sieg fei­er­te, ge­lan­gen ihm kaum noch an­spruchs­vol­le Sprün­ge. Das bes­te Er­geb­nis war Rang neun bei der Tour­nee-Ge­ne­ral­pro­be in En­gel­berg. Kampf­los wol­len Freund & Co der Kon­kur­renz um den Welt­cup-Spit­zen­rei­ter Do­men Pre­vc aus Slo­we­ni­en, der be­reits vier Sai­son­sie­ge auf dem Kon­to hat, das Feld aber nicht über­las­sen. „Die Tour­nee ist sehr spe­zi­ell, weil es aus der Weih­nachts­pau­se her­aus pas­siert. Man muss in der rich­ti­gen Stim­mung und Form sein, dann kann der Knopf auf­ge­hen“, sag­te Freund. „Da ha­ben wir ein paar Leu­te im Team, bei de­nen es klap­pen könn­te.“

Wei­ter vor­ne sieht er Richard Frei­tag, Andre­as Wel­lin­ger und vor al­lem Mar­kus Ei­sen­bich­ler. Der Bun­des­po­li­zist aus dem baye­ri­schen Siegs­dorf, der als Welt­cup-Ge­samt­sieb­ter an­reist, ist der größ­te deut­sche Hoff­nungs­trä­ger. Ei­sen­bich­ler geht mit der neu­en Si­tua­ti­on ge­las­sen um: „Ich ver­su­che, mich so schnell wie mög­lich auf je­de Schan­ze ein­zu­stel­len und mein Leis­tungs­ver­mö­gen ab­zu­ru­fen.“Schus­ter wur­de da schon et­was kon­kre­ter: „Wir wol­len ei­ne gu­te Tour­nee sprin­gen, und ich hal­te es auch für mög­lich, dass ei­ner von uns un­ter den ers­ten Drei sind wird.“

Ei­nen Top-Drei-Platz hält Schus­ter für mög­lich

NUR SKIFLIEGEN IST SCHÖ­NER: Se­ve­rin Freund nimmt zum zehn­ten Mal an der Vier­schan­zen­tour­nee teil. Fo­to: dpa

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