Wild­park fei­ert wil­de Weih­nacht

Stock­brot und ein uri­ges Am­bi­en­te

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ron Tee­ger

Für vie­le Men­schen ist die wil­de Weih­nacht im Wild­park Pforz­heim mitt­ler­wei­le schon ein fes­ter Be­stand­teil des all­jähr­li­chen Weih­nachts­pro­gramms. Be­reits seit elf Jah­ren ver­an­stal­tet der Be­trei­ber der Wild­park­gast­stät­te Jo­sef Pa­pa­zog­lu bei tro­cke­nem Wetter am ers­ten und zwei­ten Weih­nachts­tag ein Schwe­den­feu­er. Bei die­sem wird ein un­ge­fähr ei­nen Me­ter lan­ger Baum­stamm auf­recht ste­hend mit ei­ner Axt oder Sä­ge am obe­ren En­de kreuz­för­mig ein­ge­kerbt und ein Koh­le­an­zün­der hin­ein­ge­steckt.

Das Feu­er frisst sich dann wie bei ei­nem Ka­min in den Stamm hin­ein und lässt ihn nach ei­ni­ger Zeit auf­bre­chen. Je nach Stamm dau­ert es hier­bei bis zu drei­ein­halb St­un­den bis er kom­plett ver­brannt ist. Die Be­su­cher kön­nen Stock­brot­teig und Würst­chen kau­fen um die­se am Schwe­den­feu­er selbst zu gril­len. Ge­gen den Durst wird Glüh­wein und Kin­der­punsch an­ge­bo­ten. „Nach ei­nem gu­ten Es­sen ges­tern woll­ten wir heu­te ein we­nig raus und da ha­be ich ge­fragt was man hier so ma­chen kann“, er­zählt Sa­b­ri­na Ernst.

Sie ist zu­sam­men mit ih­rem Freund Jochen Rau­land aus Stutt­gart an­ge­reist um Weih­nach­ten mit der Fa­mi­lie zu ver­brin­gen. Da er die wil­de Weih­nacht noch aus sei­ner Kind­heit kennt, ha­ben sie be­schlos­sen hier her zu kom­men. Seit­dem Uwe Heinz­mann und Sa­bi­ne St­ein­metz vor ei­ni­gen Jah­ren die Pa­ten­schaft von ei­ni­gen El­chen über­nom­men ha­ben, nut­zen sie die wil­de Weih­nacht auch um ih­re „Pa­ten­kin­der“zu be­su­chen. Seit zehn Jah­ren ken­nen sie den Wild­park und sind im­mer wie­der be­geis­tert, wie viel hier für die Kin­der ge­macht wird. „Vie­le Spiel­plät­ze sind vor­han­den, Ver­an­stal­tun­gen wie Gril­len oder eben die wil­de Weih­nacht wer­den an­ge­bo­ten, man kann zu je­der Zeit kom­men und die Park­platz­ge­büh­ren sind fair“, lobt Sa­bi­ne St­ein­metz die Fa­mi­li­en­freund­lich­keit des Wild­parks. „Wenn das Wetter mit­spielt, ist es sehr ge­müt­lich hier“, sagt Micha­el Erz der zu­sam­men mit sei­ner Part­ne­rin Mar­le­ne Grü­nert und ih­ren Kin­dern Jan­nis und Mia her­ge­kom­men ist um ei­nen schö­nen Fa­mi­li­en­tag zu ha­ben. Auch Be­su­cher aus fer­nen Lan­den zieht die wil­de Weih­nacht an. Ga­gan­de­ep Koh­li stammt aus In­di­en und macht an der Fach­hoch­schu­le Pforz­heim sei­nen Mas­ter in Bu­si­ness Ad­mi­nis­tra­ti­on. Sei­ne Frau Man­sa­ran Koh­li be­sucht ihn zum ers­ten Mal in Deutsch­land und ist erst vor we­ni­gen Ta­gen hier an­ge­kom­men.

„Ich woll­te ihr et­was vom Schwarz­wald zei­gen und da sind wir hier her­ge­kom­men. Mor­gen steht Bad Wild­bad auf dem Pro­gramm“, er­zählt er. Ein we­nig trau­rig sei er, dass sich die Tie­re in Ge­he­gen be­fän­den. Ihm wür­de es bes­ser ge­fal­len, wenn sie in ih­rem na­tür­li­chen Le­bens­raum frei wä­ren. „Wir füh­len da im­mer mit den Tie­ren mit“, er­zählt er auf eng­lisch.

Trotz der we­ni­gen Ta­gen in Deutsch­land, spricht sei­ne Frau hin­ge­gen be­reits re­la­tiv gut deutsch, als sie be­geis­tert er­zählt wie gut ihr die Glüh­wein schmeckt. Da in In­di­en kein Weih­nach­ten ge­fei­ert wird, hat­ten sie ges­tern mit Freun­den ein „Ame­ri­can Style Din­ner.“So fin­den zahl­rei­che Men­schen an die­sem ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag ein we­nig ru­hi­ge und Be­we­gung nach dem Fest.

Be­su­cher kom­men selbst aus In­di­en

IN DER NACH­BAR­SCHAFT VON WILDSCHWEINEN UND MUFLONS buk sich Sa­b­ri­na Ernst bei der wil­den Wild­park­weih­nacht in al­ler Ru­he ein Stock­brot. Fo­to: Tee­ger

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