50 Jah­re an der Or­gel

Hans Doll ist fas­zi­niert von der „Kö­ni­gin der In­stru­men­te“

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Neu­lin­gen (pd). Hans Doll spielt seit ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert Or­gel. Da­für dank­te ihm Pfar­re­rin Chris­tia­ne Kle­bon-Schulz mit lo­ben­den Wor­ten und ei­nem Prä­sent im Got­tes­dienst in der evan­ge­li­schen Kir­che Bau­schlott.

„Genau­so wie wir Pfar­rer­man­gel ha­ben, fehlt es auch an Or­ga­nis­ten. So gibt es be­reits Kir­chen­ge­mein­den, wo im Got­tes­dienst ei­ne CD zu den Lie­dern läuft, dar­um müs­sen wir froh und dank­bar sein, dass dies bei uns noch nicht so ist“, be­ton­te die Ge­mein­de­seel­sor­ge­rin.

Vor zehn Jah­ren trat Doll in der Bau­schlot­ter Kir­che sei­nen Di­enst an und wech­selt sich mit Volk­win Weiss und Björn Kraus ab. Doch sei­ne Lauf­bahn be­gann be­reits 1966 in den evan­ge­li­schen Kir­chen Sankt Ste­phan in Nuß­baum und Sankt Wolf­gang in Spran­tal. Bis da­hin war Leh­rer Wil­helm Kapp­ler seit 1948 Or­ga­nist in den bei­den Kir­chen so­wie Schul­lei­ter in Nuß­baum von 1946 bis 1954. Als er über­ra­schend krank wur­de, sag­te Pfar­rer Ot­to Doll zu sei­nem da­mals 20-jäh­ri­gen Sohn Hans: „Du spielst am Sonn­tag die Or­geln in den Got­tes­diens­ten!“Wi­der­spruch war zweck­los. Schon ab 18 hat­te er schließ­lich be­reits aus­ge­hol­fen, doch ganz über­neh­men woll­te er nicht.

Ot­to Doll, der von De­zem­ber 1945 bis Ju­ni 1978 se­gens­reich in den Kir­chen­ge­mein­den Nuß­baum und Spran­tal wirk­te, ent­deck­te schon bald die mu­si­ka­li­sche Be­ga­bung sei­nes Soh­nes, die er för­dern woll­te.

Am Kla­vier üb­te er im Pfarr­haus, un­ter An­wei­sung sei­nes Va­ters, für den Got­tes­dienst. Mit dem Lied „Mäd­chen war­um wei­nest du“, mach­te er Fin­ger­übun­gen. Doch auch Hans Doll war es manch­mal zum Wei­nen zu­mu­te, wenn ein fal­scher Ton er­klang. Denn dies miss­fiel sei­nem Va­ter sehr, woran er sich noch heu­te er­in­nert. Spä­ter nahm er dann Or­gel­un­ter­richt.

Sein Va­ter und auch sei­ne Mut­ter Jo­han­na wä­ren heu­te noch stolz auf ih­ren Sohn, da bei­de mu­si­ka­lisch sehr be­gabt wa­ren. Denn schließ­lich wur­de aus Hans Doll ein lei­den­schaft­li­cher Or­ga­nist, der bis heu­te zu al­len Lie­dern, die er spielt, auch selbst singt. Als er nach 24 Jah­ren in Nuß­baum und Spran­tal sei­nen Or­ga­nis­ten­dienst be­en­de­te, spiel­te er zu­nächst in der evan­ge­lisch-me­tho­di­schen Kir­che in Bau­schlott. Au­ßer in der evan­ge­li­schen Kir­che in Bau­schlott, mu­si­ziert Doll bis heu­te in meh­re­ren Kir­chen in Pforz­heimLand und -Stadt, trotz sei­ner an­ge­schla­ge­nen Ge­sund­heit. Frü­her muss­te er auf der „Kö­ni­gin der In­stru­men­te“spie­len und heu­te kann er es nicht mehr las­sen. Da­her will er so­lan­ge Or­ga­nist blei­ben, wie er es aus­üben kann.

Sei­ne Frau Ul­ri­ke Hein­zel­mann-Doll ko­or­di­niert die vie­len Ter­mi­ne. Zu­dem be­glei­tet sie ih­ren Mann teil­wei­se mit der Block­flö­te beim Or­gel­spie­len. In Nuß­baum mu­si­zier­te Doll an der Or­gel aus dem Jah­re 1893 und in Bau­schlott von 1882.

LEI­DEN­SCHAFT­LI­CHER OR­GA­NIST: Zu al­len Lie­dern, die Hans Doll spielt, singt er selbst. Seit 2006 mu­si­ziert er auch an der Or­gel in der evan­ge­li­schen Kir­che in Bau­schlott. Fo­to: Dietrich

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