Fahn­dung bringt schnel­len Er­folg

An­griff auf Ob­dach­lo­sen sorg­te für Em­pö­rung / Fahn­dung führt zu schnel­lem Er­folg

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ul­ri­ke von Les­z­c­zyn­ski

Ber­lin (dpa). Sechs Tat­ver­däch­ti­ge ha­ben sich nach dem An­griff auf ei­nen Ob­dach­lo­sen in ei­nem Ber­li­ner U-Bahn­hof der Po­li­zei ge­stellt. Der sieb­te wur­de von Zi­vil­fahn­dern fest­ge­nom­men. Die Po­li­zei hat­te nach der Tat Fahn­dungs­fo­tos ver­öf­fent­licht, auf de­nen die Tat­ver­däch­ti­gen zu se­hen wa­ren.

Die Män­ner sol­len in der Nacht zum ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag im U-Bahn­hof Schön­lein­stra­ße die Klei­dungs­stü­cke des Ob­dach­lo­sen an­ge­zün­det ha­ben. Er blieb un­ver­letzt, weil Pas­san­ten ein­grif­fen.

Ber­lin. Die Tat hat in ganz Deutsch­land für Em­pö­rung ge­sorgt: In der Weih­nachts­nacht hat in Ber­lin ei­ne Grup­pe jun­ger Leu­te ver­sucht, ei­nen schla­fen­den Ob­dach­lo­sen an­zu­zün­den. Nur durch das Ein­grei­fen von Pas­san­ten, die so­fort die Flam­men lösch­ten, wur­de der Mann nicht ver­letzt. Nun sind ge­gen die mut­maß­li­chen Tä­ter Haft­be­feh­le er­las­sen wor­den. Nach An­ga­ben von Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft sind es sechs Sy­rer und ein Mann aus Li­by­en. Ge­gen al­le hat ein Er­mitt­lungs­rich­ter auf An­trag der Staats­an­walt­schaft ges­tern Haft­be­feh­le er­las­sen. Der Vor­wurf wiegt schwer: ge­mein­schaft­li­cher ver­such­ter Mord. Bei ei­ner Ver­ur­tei­lung dro­hen den Män­nern in je­dem Fall Ge­fäng­nis­stra­fen.

Die Tat­ver­däch­ti­gen sind nach An­ga­ben der Er­mitt­ler zwi­schen 15 und 21 Jah­re alt und sol­len zwi­schen 2014 und 2016 als Flücht­lin­ge nach Deutsch­land ge­kom­men sein. Über den Auf­ent­halts­sta­tus der Ver­däch­ti­gen mach­te die Staats­an­walt­schaft kei­ne An­ga­ben. Zwei Män­ner sei­en voll­jäh­rig. Als Haupt­ver­däch­ti­ger gel­te der 21-Jäh­ri­ge. Ei­ni­ge aus der Grup­pe sei­en der Po­li­zei be­reits be­kannt. Schwer­wie­gen­de De­lik­te sol­len aber nicht dar­un­ter sein. Dass die mög­li­chen Tä­ter so schnell vor ei­nem Er­mitt­lungs­rich­ter stan­den, hat auch mit der öf­fent­li­chen Fahn­dung zu tun. Der Ob­dach­lo­se hat­te sich in der Nacht nach Hei­lig­abend in ei­nem Ber­li­ner U-Bahn­hof zum Schla­fen ge­legt. Die Sta­ti­on ist vi­deo­über­wacht, die U-Bah­nen sind es auch. Nach der Tat ver­öf­fent­lich­te die Po­li­zei schar­fe Fo­tos und ein Vi­deo aus der Tat­nacht. Dar­auf war die Grup­pe jun­ger Leu­te in ei­ner U-Bahn gut zu er­ken­nen. Die öf­fent­li­che Fahn­dung mit Bil­dern hat­te wie üb­lich ein Rich­ter an­ge­ord­net. Be­reits am Mon­tag­abend stell­ten sich sechs Ju­gend­li­che und jun­ge Män­ner bei der Po­li­zei. Der sieb­te wur­de ges­tern fest­ge­nom­men.

Fo­to: dpa

VI­DEO­ÜBER­WACHT ist der Ber­li­ner U-Bahn­hof an der Schön­lein­stra­ße. Die öf­fent­li­che Fahn­dung mit Bil­dern der mög­li­chen Tä­ter führ­te zu ei­nem schnel­len Er­folg.

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