Ge­sperr­te no­mi­niert

Rus­sen ma­chen ernst

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Mos­kau (sid). Nach der Su­s­pen­die­rung von sechs rus­si­schen Lang­läu­fern durch den Ski-Welt­ver­band FIS als Re­ak­ti­on auf die Staats­do­ping­vor­wür­fe hat Russ­lands Ski­ver­band im Zu­ge der No­mi­nie­run­gen für die Tour de Ski die Na­men der ge­sperr­ten Ath­le­ten ver­kün­det. Da­bei han­delt es sich um die Cre­me de la Cre­me des rus­si­schen Lang­laufs: Alex­an­der Leg­kow, Olym­pia­sie­ger 2014 über 50 km; Ma­xim Wy­leg­scha­nin, Olym­pia­zwei­ter 2014; Ale­xej Pe­tuchow, Welt­meis­ter 2013 im Team­sprint; Jew­ge­ni Be­low, WM-Drit­ter 2013 mit der Staf­fel; Ju­lia Iwa­no­wa, WM-Drit­te 2013 mit der Staf­fel; Je­ge­ni­ja Sch­a­powa­lo­wa, ein Welt­cup­sieg im Sprint.

Leg­kow und Be­low lie­ßen über ih­ren Rechts­bei­stand mit­tei­len, dass „nur des­we­gen Er­mitt­lun­gen ein­ge­lei­tet wur­den, weil sich an den Pro­ben­fla­schen an­geb­lich Spu­ren be­fin­den, die auf de­ren Öff­nung hin­wei­sen“. Der McLa­ren-Re­port, der staat­lich ge­lenk­tes Do­ping im rus­si­schen Sport auf­deck­te, un­ter­schei­de zwi­schen drei Grup­pen, von de­nen zwei da­hin­ge­hend Hin­wei­se lie­fern, dass die Pro­ben ma­ni­pu­liert wur­den oder nicht vom ver­meint­lich ge­tes­te­ten Ath­le­ten stam­men. Leg­kows und Be­lows Pro­ben wie­sen laut An­ga­ben des An­walts je­doch kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten auf. Zu­dem ge­hö­ren die bei­den Ath­le­ten laut An­ga­ben des An­walts nicht zur im McLa­renRe­port ge­nann­ten „Du­ch­ess“-Lis­te von Ath­le­ten, die „un­ter staat­li­cher Kon­trol­le leis­tungs­stei­gern­de Sub­stan­zen be­kom­men ha­ben sol­len“. Viel­mehr sei­en sie Teil der „Sochi Me­dal by Day List“. Die Lis­te ent­hal­te Na­men rus­si­scher Me­dail­len-Ge­win­ner oder künf­ti­ger Me­dail­len-Hoff­nun­gen, de­ren Pro­ben laut McLa­ren aus­ge­tauscht wur­den, „oh­ne dass dem­je­ni­gen, der die Öff­nung der Pro­ben ver­fügt ha­ben soll, be­kannt war, ob die an­geb­lich ver­tausch­te Pro­be hät­te po­si­tiv sein kön­nen oder nicht“. Über ei­nen Aus­tausch von Blut­pro­ben lä­gen McLa­ren aber kei­ne Er­kennt­nis­se vor, was die Ver­tei­di­ger der Ath­le­ten als „si­che­res In­diz“da­für an­se­hen, dass Leg­kow und Be­low bei den Win­ter­spie­len in Sot­schi 2014 nicht ge­dopt wa­ren.

Die Su­s­pen­die­rung des rus­si­schen Sex­tetts be­zeich­ne­te die FIS als Kon­se­quenz aus Er­mitt­lun­gen des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees ge­gen die be­trof­fe­nen Ak­ti­ven in Ver­bin­dung mit Do­ping­ver­stö­ßen bei den Spie­len von Sot­schi. Das IOC hat­te am Frei­tag die Auf­nah­me von Do­pin­ger­mitt­lun­gen ge­gen 28 rus­si­sche Ak­ti­ve be­stä­tigt. Mut­maß­lich ge­hö­ren die sechs su­s­pen­dier­ten Lang­läu­fer eben­so zu die­sem Kreis wie zwei Bi­ath­le­ten, die schon am Tag zu­vor vor­läu­fig ge­sperrt wur­den.

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