Re­mis mit Hän­gen und Wür­gen

Kei­ne gu­te Aus­gangs­po­si­ti­on für KSV Isprin­gen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ger­not Ot­to

Pforz­heim. In der ver­gan­ge­nen Sai­son, da der KSV Isprin­gen als „Em­por­kömm­ling“in­ner­halb der na­tio­na­len Rin­ger­sze­ne das Halb­fi­na­le im Kampf um die deut­sche Mann­schafts­meis­ter­schaft er­reicht hat­te, be­deu­te­te ei­ne sei­ner­zeit über­ra­gen­de Klas­se des spä­te­ren Cham­pi­ons ASV Nen­din­gen die End­sta­ti­on für wo­mög­lich ge­heg­te Ti­tel­sehn­sucht im Win­ter­rain. Zwölf Mo­na­te spä­ter scheint es, als soll­te der Meis­ter­schafts­fa­vo­rit KSV Aa­len 05 der Staf­fel von Trai­ner Bernd Rei­chen­bach dies­mal die Sup­pe zu ver­sal­zen. Im ers­ten Du­ell vor et­wa 600 Be­su­chern in der Pforz­hei­mer Jahn­hal­le trenn­ten sich bei­de Teams mit ei­nem leis­tungs­ge­rech­ten 11:11-Un­ent­schie­den, so dass die Bi­lanz zwi­schen Isprin­gen und Aa­len im fünf­ten Auf­ein­an­der­tref­fen nach wie vor aus­ge­gli­chen ist. Nach­dem die Cr­ew von der Ost­alb am Mon­tag­abend in der Gold­stadt dank ih­rer of­fen­kun­di­gen Über­le­gen­heit in den drei leich­tes­ten Ge­wichts­ka­te­go­ri­en zur Halb­zeit be­reits mit 9:3 in Füh­rung ge­le­gen war, ge­lang­ten die Haus­her­ren letzt­lich dank ei­ner Ener­gie­leis­tung ih­res Hau­de­gens Kon­stan­tin Schnei­der beim 1:0-Er­folg über Da­mi­an Hart­mann in der für ihn zu­letzt un­ge­wohn­ten Klas­se 75 Ki­lo­gramm, G, noch zu ei­nem Zäh­ler.

Die Hoff­nun­gen im ein­hei­mi­schen La­ger, wie schon in­ner­halb der Bun­des­li­ga­sai­son mit ei­nem Sieg die Aa­le­ner in Zug­zwang zu brin­gen, er­füll­ten sich nicht. Ins­be­son­de­re Ha­ru­ty­un­yan Frun­ze (61 kg, G) schien ge­gen Bekkhan Man­kiev bei sei­ner 0:3-Plei­te – wo­mög­lich nach zu ab­rup­tem Ab­ko­chen – über­for­dert ge­we­sen zu sein. Nach vier­ein­halb Mi­nu­ten lag der Isprin­ger zum zwei­ten Mal platt wie ei­ne Flun­der auf dem Rü­cken, ver­hin­der­te in­des­sen ge­ra­de noch vier „Tup­fen“für sei­nen Kon­tra­hen­ten. Und da­ne­ben fand der deut­sche Meis­ter Ke­vin Hen­kel (66 kg, F) nach 2:0-Füh­rung her­nach über­haupt kein tak­ti­sches In­stru­ment, um sich der ro­bus­ten Phy­sis und dem Tem­po von Se­lahat­tin Ki­lic­sal­la­y­an zu er­weh­ren – bis sei­ne 0:4-Plei­te fest­ge­schrie­ben war.

An Ein­satz­wil­len nicht feh­len lie­ßen es gleich­wohl die­je­ni­gen Griff­künst­ler aus der Equi­pe von KSV-Trai­ner Bernd Rei­chen­bach, die sich ge­gen ih­re Wi­der­sa­cher be­haup­te­ten. Das mit Span­nung er­war­te­te Du­ell zwi­schen Isprin­gens Ass Kak­ha­ber Khu­bez­thy (75 kg, F) ge­gen Aa­lens Pa­ra­de­mann So­ner De­mir­tas fand nicht statt, weil Gäs­te­coach Pa­trik Nu­ding sei­nem Ak­teur ei­ne Pau­se ge­stat­te­te – bis zum Rück­kampf am 30. De­zem­ber. So war’s für Khu­bez­thy ein Leich­tes, mit Has­san Omei­ra­te ei­nen zar­ten Aa­le­ner Jungspund aus der Re­ser­ve­rie­ge des Ver­eins be­reits nach 49 Se­kun­den auf bei­de Schul­tern zu ver­frach­ten. Zu­ver­läs­sig wie ge­wohnt be­strit­ten da­ne­ben bei den Ein­hei­mi­schen die bei­den Schwe­den Za­ka­ri­as Berg (86 kg, G) ge­gen den Ex-Wein­gar­te­ner Ramsin Aziz­sir so­wie Jo­han Eu­ren (130 kg, G) ge­gen Man­tas Knys­tau­tas ih­re Parts

„Es wird in Aa­len ver­dammt schwer wer­den“

und lan­de­ten eben­so Punkt­er­fol­ge wie der an die­sem Abend über­ra­gen­de Kämp­fer Ra­doslaw Ba­ran (98 kg, F). Der Po­le misch­te den bis­wei­len zu pas­siv agie­ren­den Erik Thie­le vor al­lem im zwei­ten Kampf­ab­schnitt auf, was ihm ei­nen 2:0-Sieg be­scher­te.

Last but not least galt es im fi­na­len Mat­ten­gang dann für Isprin­gens Se­ni­or Kon­stan­tin Schnei­der (75 kg, G), mit ei­nem Er­folg über Da­mi­an Hart­mann we­nigs­tens ein Re­mis in tro­cke­ne Tü­cher zu wi­ckeln. Mit Hän­gen und Wür­gen ret­te­te der 44-Jäh­ri­ge, der nach län­ge­rer Zeit mal wie­der von der 86-kg-Ka­te­go­rie ei­ne Ge­wichts­stu­fe nach un­ten ge­stie­gen war, ein 1:0 und Isprin­gen da­mit ei­nen Zäh­ler in der End­ab­rech­nung.

„Das 11:11 geht in Ord­nung. Wir sind im Rück­kampf zwar bes­ser auf­ge­stellt, aber es wird in Aa­len ver­dammt schwer wer­den“, pro­phe­zei­te Isprin­gens Vor­sit­zen­der Wer­ner Koch ei­ne schwe­re Auf­ga­be in der Ils­hofe­ner Are­na. Aa­lens Trai­ner Patrick Nu­ding sah’s für sei­ne Equi­pe in der Jahn­hal­le nicht über­all so op­ti­mal lau­fen, wie er es sich vor­ge­stellt hat­te. Gleich­wohl deu­te­te er be­deu­tungs­schwan­ger an: „Im Rück­kampf ha­ben wir noch ei­ni­ge tak­ti­sche Va­ri­an­ten in der Hin­ter­hand.“Be­trach­tet man die Li­ta­nei von Welt­klas­se­ak­teu­ren von der Ost­alb, die am Sams­tag an der Enz nicht zum Zu­ge ka­men, so darf dem KSV Isprin­gen schon heu­te ein hei­ßer Tanz im Rück­kampf pro­phe­zeit wer­den.

Fo­to: Rub­ner

NICHTS GE­RIS­SEN hat Isprin­gens Ha­ru­ty­un­yan Frun­ze (in Rot) ge­gen Bekkhan Man­kiev vom KSV Aa­len. Er un­ter­lag im Auf­ein­an­der­tref­fen mit 0:3. Im­mer­hin er­kämpf­ten sei­ne Team­kol­le­gen dank ei­ner Ener­gie­leis­tung noch ein Un­ent­schie­den.

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