22 Mil­lio­nen Zei­chen zum Gold­stadt­ju­bi­lä­um

Mit Wer­bung für das Pforz­heim-Er­eig­nis lässt sich man­che Bot­schaft ver­bin­den / Nicht je­der ist da­bei

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

„Wer es nicht weiß, der soll es er­fah­ren“, dass Pforz­heim 250 Jah­re Schmuck­in­dus­trie fei­ert. Die­ser De­vi­se von Die­mer-Ein­kaufs­lei­ter Jür­gen Ren­nin­ger fol­gen nicht al­le, aber vie­le Un­ter­neh­men die­ser Ta­ge. Sie schi­cken ih­re Au­tos mit Pforz­heim-Lo­go auf die Au­to­bahn wie Ha­ecker oder kle­ben das Ju­bi­lä­ums­lo­go auf je­de Ver­pa­ckung, die das Haus ver­lässt, wie Ya­na Ne­sper. Mal kommt die 250 in Gold­gelb auf schwar­zem Grund, mal um­ge­kehrt da­her, aber die meis­ten Spon­so­ren nut­zen es of­fen­siv für ein Be­kennt­nis zu Pforz­heim.

Fast schon ei­nen Count­down zum Gold­stadt­ju­bi­lä­um zähl­te die To­to-Lot­to-Ge­sell­schaft an, ob­wohl sie doch mit der Stadt so viel zu tun hat wie mit je­der an­de­ren im Land. „Das gro­ße Ti­cken“für Pforz­heim be­geg­ne­te je­dem, der am 22. No­vem­ber in dem Heft­chen blät­ter­te, das die Ge­sell­schaft in ei­ner Auf­la­ge von 200 000 Stück in den An­nah­me­stel­le aus­lie­gen hat.

So­wohl räum­lich als auch so­zi­al deut­lich wei­ter reicht, was Die­mer da­mals be­reits auf den Weg ge­bracht hat­te. Der Mar­ke­ting­lei­ter der Klin­gel Grup­pe, zu der der „Ju­we­lier aus der Gold­stadt Pforz­heim“ge­hört, spricht von 22 Mil­lio­nen Kon­tak­ten über Ka­ta­lo­ge und on­li­ne. Bis nach Ös­ter­reich und in die Schweiz wur­de da­mit nicht nur ein Ju­bi­lä­ums­zei­chen ge­setzt. Für das Un­ter­neh­men bie­tet das Ge­denk­jahr auch „ei­ne tol­le Mög­lich­keit, neue Sor­ti­men­te zu spie­len“, um so­wohl jün­ge­re Käu­fer­schich­ten als auch neue „Best Agers“zu er­rei­chen, wie Jörg Fin­ken­zel­ler er­läu­tert. De­sign wird da­bei durch ei­nen Wett­be­werb für die Gestal­ter der Hoch­schu­le deut­lich nach vor­ne ge­scho­ben: Ei­ne Qua­li­täts­bot­schaft aus der Gold­stadt.

Cho­pard lässt sich eben­falls nicht lum­pen beim Schmuck­ju­bi­lä­um. Die „Schwei­zer Fir­ma mit Pro­duk­ti­ons­stand­ort in Bir­ken­feld“be­sorgt den Auf­tritt von Jo­sé Car­re­ras bei der Er­öff­nungs­ga­la am 12. Mai. Deutsch­land-Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Jou­ve­nal stellt mit sei­ner For­mu­lie­rung aber auch klar, dass mehr nicht sein kann. Der Na­me der Edel­mar­ke fehlt des­halb trotz ih­res En­ga­ge­ments auf der Spon­so­ren­lis­te wie auch das Ju­bi­lä­ums­lo­go kei­ne Rol­le spielt bei Cho­pard-Wer­bung. Dar­an än­dert auch nichts, dass der Bril­lant­schmuck aus Bir­ken­feld seit die­sem Jahr „Ma­de in Ger­ma­ny“ist – ei­ne Vor­schrift. „Auf dem iPho­ne steht auch Ma­de in Chi­na und nicht USA“, kom­men­tiert Jou­ve­nal, der kei­nen Hehl dar­aus macht, dass Schwei­zer Uh­ren­fa­bri­kan­ten auf­grund der Ab­satz­la­ge der­zeit schon froh sind, wenn sie auf Pre­zio­sen zu­rück­grei­fen kön­nen wie Cho­pard aus dem Enz­kreis.

Son­ne, Mond und Ster­ne hüpf­ten kürz­lich von dort aus auch in ei­ner li­mi­tier­ten Ju­bi­lä­ums­ver­si­on bei Ju­we­lier Leicht ins Sor­ti­ment. Wo die­ser das Gold­stadt­lo­go auf­schei­nen lässt, darf auch ein Hap­py Dia­mond von Cho­pard blit­zen. Eben­falls auf ein li­mi­tier­tes Ju­bi­lä­ums­sor­ti­ment setzt man bei Wel­len­dorff. Der „Gold­stadt­ring“wird am 25. Ja­nu­ar vor­ge­legt und kann dann von Ju­we­lie­ren ge­or­dert wer­den. Ob und in­wie­weit das Pforz­hei­mer Ju­bi­lä­um dar­über hin­aus bei der Au­ßen­wer­bung ei­ne Rol­le spie­len wird, da­zu möch­te Clau­dia Wel­len­dorff „noch nicht wei­ter et­was sa­gen“.

Un­ge­ach­tet der Pla­nun­gen bei den Schmuck­fa­bri­kan­ten selbst, wird ei­ne eher wohl­ha­ben­de Schicht be­reits hef­tig um­wor­ben: Zahn­ärz­te und Den­talla­bo­re. So­wohl Den­tau­rum als auch Fo­re­sta­dent ma­chen mit je­der ih­rer Aus­sen­dun­gen auf das Schmuck­ju­bi­lä­um auf­merk­sam. „Wir stär­ken den Stand­ort Pforz­heim und wer­den selbst be­kannt als at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber“, er­läu­tert Mar­ke­ting­lei­ter Hans-Ul­rich Win­ter von Den­tau­rum, wes­halb die heu­ti­gen Isprin­ger das Pforz­heim-Ju­bi­lä­um so deut­lich un­ter­stüt­zen.

Ein gol­de­ner Glanz aus Pforz­heim kommt auch über La Biost­he­tique in man­ches pfle­ge­be­wuss­te Am­bi­en­te. Das Un­ter­neh­men ver­bin­det sei­nen Auf­tritt zwar mit Pa­ris, in sei­nen auf­la­gen­star­ken Ma­ga­zi­nen soll es im kom­men­den Jahr aber den­noch zwei Gold­stadt­Be­kennt­nis­se ge­ben.

Aus Sicht ei­nes Image­ver­än­dern­den Stadt­mar­ke­tings ist das su­per. Glei­ches gilt für die vie­len Art­mapp-Ma­ga­zi­ne mit rund 25 Sei­ten Schmuck­ge­schich­ten und was dar­aus wur­de, die von Stutt­gart aus zum Aus­le­gen in Ho­tel­zim­mern ver­schickt wer­den. Po­si­ti­ve Ef­fek­te wer­den auch von den vie­len Gäs­ten er­war­tet, die zum Bei­spiel Kai-F. Bin­der vom gleich­na­mi­gen Un­ter­neh­men in Möns­heim zu den Ga­la­aben­den brin­gen möch­te.

„Das Ju­bi­lä­um zeigt, wir ma­chen hier was“, meint der Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Schmuck und Uh­ren, Uwe Staib zum En­ga­ge­ment vie­ler Fir­men. Er fin­det gut, dass „ei­ne ge­wis­se So­li­da­ri­tät da ist“. Au­ßer­dem woll­ten im­mer mehr Kun­den Pro­duk­te aus Eu­ro­pa und Deutsch­land ha­ben. Auf Pforz­heim ver­wei­sen zu kön­nen, sei da doch ide­al.

„Was Bes­se­res kann ih­nen nicht pas­sie­ren, als wenn ei­ne Fir­ma sich zu ih­rem Stand­ort be­kennt“, sagt Ju­bi­lä­ums­ko­or­di­na­tor Ger­hard Baral zu dem viel­schich­ti­gen Gold­strahl, der jetzt von Pforz­heim aus un­ter­schied­li­che Ziel­grup­pen er­reicht. Auch für G.Rau steht das au­ßer Zwei­fel. Aber: „So ver­bun­den wir mit dem Stand­ort Pforz­heim sind, en­ga­gie­ren wir uns nicht in ei­nem be­son­de­ren Ma­ße beim Schmuck­ju­bi­lä­um“, er­läu­tert Ge­schäfts­füh­rer Axel Pfrom­mer. Er be­grün­det dies mit der Fer­ne zum Schmuck, ver­weist aber auch auf „tra­di­tio­nel­le Ei­gen­schaf­ten“von G.Rau: per­ma­nen­ter Wan­del und die An­pas­sung an neue Um­feld­ge­ge­ben­heit so­wie die Ori­en­tie­rung nach vor­ne. „Die­se Zu­kunfts­ori­en­tie­rung ver­mis­sen wir.“

IN MA­GA­ZI­NEN IST DIE GOLD­STADT be­reits seit ei­ni­gen Wo­chen gut prä­sent. Et­li­che die­ser Bei­trä­ge ka­men über Ko­ope­ra­tio­nen zu­stan­de, die die Kos­ten senk­ten. Ei­ne der größ­ten Reich­wei­ten hat der Die­mer-Ka­ta­log.

Fo­to: Ar­chiv eh

MIT LAST­WA­GEN brin­gen Bernd und Heinz Glau­ner (von links) Ha­ecker-Me­tall und Gold­stadt­ju­bel auf die Stra­ße.

Fo­tos: Kopf

JE­DEM VOM JU­BI­LÄ­UM er­zäh­len wol­len Die­mer-Ein­kaufs­lei­ter Jür­gen Ren­nin­ger und Klin­gel-Mar­ke­ting­lei­ter Jörg Fin­ken­zel­ler, die hier ei­ne Azu­bi-Ar­beit er­klä­ren.

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