Aus dem Bauch raus

Bauch­red­ner Da­ni­el Reins­berg ist ei­ner der Stars der „Win­ter­träu­me“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Clau­dia Kraus

Pforz­heim. Da­ni­el Reins­berg ist ei­ner der Stars der „Win­ter­träu­me“. Er un­ter­hält mit sei­nen Kum­pels „Schol­li“und dem Wa­sch­lap­pen Tar­zan, de­nen der Bauch­red­ner Stim­men gibt.

Es gab ei­ne Zeit im Le­ben von Da­ni­el Reins­berg, da hat er den „Bauch­red­ner“in sich eher ver­schwie­gen. „Vor 20 Jah­ren war das al­les an­de­re als hip“, er­zählt der Mann, der als Mo­de­ra­tor so char­mant wie ur­ko­misch durchs Pro­gramm der „Win­ter­träu­me“im Kul­tur­haus Os­ter­feld führt (bis 7. Ja­nu­ar). Al­ler­dings ver­füg­te der 42-Jäh­ri­ge schon da­mals über ei­ne gan­ze Rei­he – im buch­stäb­li­chen Sin­ne – vor­zeig­ba­rer Ta­len­te und Küns­te. Als 13-Jäh­ri­ger hat­te er erst­mals vor Pu­bli­kum ge­zau­bert. Auch Jon­gla­ge und Pan­to­mi­me ge­hör­ten früh zu sei­nem Re­per­toire. Ei­nes Tages, da war er be­reits in den 20ern, lern­te der in Ham­burg auf­ge­wach­se­ne, aus Äthio­pi­en stam­men­de All­roun­der ei­nen Bauch­red­ner ken­nen. „Er brach­te mir die ers­ten Schrit­te bei.“

Reins­berg merk­te, dass es ihm und dem Pu­bli­kum Spaß mach­te, sei­nen Spiel­ge­fähr­ten ei­ne Stim­me zu ge­ben. Das ist noch heu­te so. Ne­ben den Stars der „Win­ter­träu­me“– das sind Wa­sch­lap­pen Tar­zan, Pin­gu­in Schol­li und Pe­li­kan Sand­bank – ge­hö­ren noch vie­le wei­te­re Cha­rak­te­re zu Reins­bergs „En­sem­ble“. Wenn er sei­ne Kum­pel zum Spre­chen bringt, kann sich das Pu­bli­kum kaum auf den Sit­zen hal­ten. Wenn er aber ein­zel­ne Zu­schau­er auf die Büh­ne holt und sie zu Fi­gu­ren in sei­nem Spiel macht, mit Stim­men, die jen­seits ih­res ei­ge­nen Kör­pers kom­men und den­noch zu ih­rer Mi­mik und Ges­tik pas­sen, bleibt dem Pu­bli­kum vor La­chen die Luft weg.

Aber wie ent­steht sie, die­se Stim­me, die von ir­gend­wo zu kom­men scheint, nur nicht aus Rein­bergs Mund? „Sie wird im Be­reich der Stimm­lip­pen er­zeugt, in Kom­bi­na­ti­on mit Atem­tech­nik. Dass sich die Lip­pen nicht be­we­gen, ist das Ei­ne“, auch das tie­fe At­men durch den Bauch spie­le ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Doch Stim­men pro­du­zie­ren zu kön­nen, ist nicht al­les. „Die Stim­men brau­chen le­ben­di­ge Cha­rak­te­re, Fi­gu­ren, die un­ter­schied­lich füh­len, die die Welt an­ders se­hen, auch als ich“, er­zählt der Bauch­red­ner, der eben auch Fi­gu­ren­künst­ler ist. Ein per­fek­tes Spiel hängt vom Ti­ming ab. Wit­zig wird die Show erst, wenn die Be­we­gun­gen der Fi­gu­ren ab­ge­stimmt sind, punkt­ge­nau zum Text, den sie spre­chen. „Ein Mo­ment ho­her Kon­zen­tra­ti­on, der leicht aus­se­hen soll.“Sei­ne Fer­tig­kei­ten in an­de­ren Dis­zi­pli­nen wie Jon­gla­ge und Stand-upCome­dy kom­men Reins­berg zu­gu­te. Und gleich der Pan­to­mi­me ge­he es auch beim non­ver­ba­len Akt des Fi­gu­ren­spiels dar­um, ein­zel­ne Kör­per­tei­le, wie et­wa die Hän­de, so zu iso­lie­ren, dass sie sich un­ab­hän­gig vom Rest des Kör­pers be­we­gen kön­nen, um sie dann wie­der zu­sam­men­zu­füh­ren. Reins­berg hat auch Ge­sang ge­lernt. Ei­ne Ga­be, die er an Pin­gu­in Schol­li wei­ter gibt. In den Win­ter­träu­men“singt er Du­ett mit ihm.

Da­bei wä­re aus dem Stim­men­künst­ler bei­na­he Na­tur­wis­sen­schaft­ler ge­wor­den. „Mein Abi war gut. Mei­ne El­tern hät­ten sich das vor­stel­len kön­nen.“Dass er ei­nen an­de­ren Weg ein­schlug, ha­ben sie ak­zep­tiert. „Sie merk­ten, mit wel­cher Lei­den­schaft und Hin­ga­be ich da­bei bin.“Von sei­ner Kunst kann Reins­berg le­ben und sei­ne klei­ne Fa­mi­lie er­näh­ren. Den Bauch­red­ner lässt er bei der Ar­beit, wenn er Zu­hau­se ist. „Mit mei­nem zehn­jäh­ri­gen Sohn re­de ich über Fuß­ball und ma­che die glei­chen Scher­ze wie an­de­re Vä­ter.“

Per­fek­tes Spiel hängt vom Ti­ming ab

Fo­to: Wa­cker

MIT SEI­NEM KUM­PEL SCHOL­LI macht Da­ni­el Reins­berg dem Pu­bli­kum der „Win­ter­träu­me“un­glaub­lich viel Spaß. Der Mo­de­ra­tor der „Win­ter­träu­me“bringt noch wei­te­re Spiel­ka­me­ra­den auf die Büh­ne.

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