Bac­chus im Mu­se­um

Arm­reif aus rö­mi­scher Zeit hat jetzt Eh­ren­platz

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ul­la Donn-von Yrsch

Pforz­heim. Er ist so alt wie präch­tig: Ein sil­ber­ner Arm­reif aus rö­mi­scher Zeit, mit ei­nem Bild des Bac­chus, ist die neu­es­te Er­run­gen­schaft des Schmuck­mu­se­ums.

Er ist alt, aber präch­tig, und die neu­es­te Er­run­gen­schaft des Pforz­hei­mer Schmuck­mu­se­ums: ein sil­ber­ner Arm­reif aus rö­mi­scher Zeit. Der mit Kor­de­lund Ku­gel­ro­set­ten­de­kor ver­se­he­ne Reif hält in sei­ner Mit­te wohl das Bild­nis des Wein-Got­tes Bac­chus, da der Kopf mit Trau­ben und Wein­blät­tern be­kränzt ist. Wo­her der Reif genau stammt lässt sich nicht sa­gen, aber ei­nes ist ge­wiss, die sehr gu­te Ver­ar­bei­tung lässt auf ei­nen Kön­ner sei­nes Fa­ches schlie­ßen.

Das Stück aus dem zwei­ten bis drit­ten Jahr­hun­dert stammt aus ei­ner auf­ge­lös­ten Samm­lung, die über Ba­sel auf den in­ter­na­tio­na­len Kunst­markt kam. Mu­se­ums­lei­te­rin Cor­ne­lie Holz­ach, woll­te schon lan­ge die Samm­lung um rö­mi­schen Sil­ber­schmuck er­wei­tern, al­ler­dings sei es schwer, so gut er­hal­te­ne Stü­cke zu be­kom­men, da Sil­ber als Ma­te­ri­al an­fäl­li­ger als Gold ist. Jetzt gab es die­sen ex­qui­si­ten Sil­ber­reif für 6 500 Eu­ro. Aber die fi­nan­zi­el­le La­ge der Stadt hät­te den Kauf nicht zu­ge­las­sen, wie Ober­bür­ger­meis­ter Gert Ha­ger sagt.

So war es wohl Fü­gung, dass das Ehe­paar Förs­ter zu Be­such im Schmuck­mu­se­um bei Holz­ach vor­bei schau­ten. Das Ehe­paar, von der Fir­ma Fo­re­sta­dent, hat schon in der Ver­gan­gen­heit der Samm­lung zu ech­ten Pre­zio­sen ver­hol­fen, wie dem Pto­lo­mä­i­schen Schlan­gen-Arm­reif oder rö­mi­sche Amu­let­t­an­hän­ger. Über­haupt ist die Fa­mi­lie der Stadt Pforz­heim seit Ge­ne­ra­tio­nen ver­bun­den. Als Ur­su­la Förs­ter ein Fo­to von dem an­ge­bo­te­nen Arm­reif bei Holz­ach sah, war es um sie ge­sche­hen: „Das muss sein.“

Un­ter­stüt­zung fand sie für ihr Vor­ha­ben bei ih­rem Mann Ger­hard. Der 81-Jäh­ri­ge Ge­schäfts­füh­rer wur­de al­ler­dings über­rascht, wie lan­ge so ei­ne Ge­schen­küber­ga­be braucht, „über ein hal­bes Jahr!“Ha­ger er­klärt es mit den ein­zig­ar­ti­gen, deut­schen Ge­set­zen, nach de­nen zu­nächst ge­klärt wer­den muss, ob ir­gend­ei­ne Sei­te sich mög­li­che Vor­tei­le durch so ein Ge­schenk ver­schaf­fen kann. Blöd­sin­ni­ge Ge­set­ze, sind sich al­le Be­tei­lig­ten ei­nig, hof­fen aber, dass sich den­noch an­de­re Da­men der Ge­sell­schaft dem Bei­spiel von Ur­su­la Förs­ter an­schlie­ßen, denn auch Ha­ger meint: „Wir brau­chen mehr Ge­mein­schafts­sinn.“

Ges­tern Vor­mit­tag konn­te end­lich der rö­mi­sche Arm­reif fei­er­lich im neu­en Rat­haus über­reicht wer­den. Für die ers­te Zeit be­kommt er ei­nen Eh­ren­platz in ei­ner Hän­ge­vi­tri­ne in der stän­di­gen Aus­stel­lung, gleich links vom Ein­gang. Spä­ter wech­selt der „Bac­chus“in die rö­mi­sche Ab­tei­lung.

Oh­ne Ge­mein­sinn wür­de Samm­lung nicht wach­sen

Fo­to: Wa­cker

ÜBER EI­NEN SILBERARMREIF für das Schmuck­mu­se­um freu­en sich des­sen Lei­te­rin Cor­ne­lie Holz­ach (links), Spen­de­rin Ur­su­la Förs­ter und OB Gert Ha­ger.

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