Bro­schü­re statt Pro­zess

Nach Neu­jahr neu­er Miet­spie­gel / Mo­de­ra­ter An­stieg der durch­schnitt­li­chen Prei­se

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Gün­ther Kopp

Der Karls­ru­her Miet­spie­gel, in­zwi­schen ei­ne von Mie­tern und Ver­mie­tern ge­schätz­te Ori­en­tie­rungs­hil­fe, er­scheint zum Jah­res­be­ginn in neu­er Auf­la­ge für die Jah­re 2017 und 2018. Er­hält­lich ist die ge­druck­te Bro­schü­re zum Preis von 6,50 Eu­ro bei Äm­tern der Stadt wie Amt für Stadt­ent­wick­lung, Lie­gen­schafts­amt, Stadt­amt Dur­lach und Orts­ver­wal­tun­gen so­wie beim Ver­band Haus & Grund und beim Mie­ter­ver­ein.

Der Karls­ru­her Miet­spie­gel, den es seit 2013 gibt, ent­spricht den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben des Bür­ger­li­chen Ge­setz­bu­ches. An sei­ner Er­stel­lung sind un­ter­schied­li­che In­ter­es­sens­ver­bän­de be­tei­ligt – vom Mie­ter­ver­ein über die städ­ti­sche Grund­stücks­be­wer­tungs­stel­le und Karls­ru­her Woh­nungs­un­ter­neh­men bis zum Ver­band der Woh­nungs- und Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­men im Land.

Der Miet­spie­gel ba­siert auf ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Stich­pro­be bei nicht preis­ge­bun­de­nen Woh­nun­gen im Stadt­ge­biet, die von März bis Mai die­ses Jah­res ge­macht wur­de. 22 000 Mie­ter und 5 100 Ver­mie­ter wur­den von der Stadt an­ge­schrie­ben. Zu­rück ka­men laut Stadt­ver­wal­tung 6 400 Aus­künf­te, da­von hät­ten 4 663 ver­wer­tet wer­den kön­nen. Da­mit be­tra­ge der An­teil der be­rück­sich­tig­ten Woh­nun­gen am Miet­woh­nungs­be­stand 4,4 Pro­zent, so die Ver­ant­wort­li­chen. Zum Ver­gleich: In Stutt­gart liegt der An­teil be­rück­sich­tig­ter Woh­nun­gen bei 1,8 Pro­zent, in Frei­burg bei 3,2 Pro­zent. Bei den miet­spie­gel­re­le­van­ten Woh­nun­gen in Karls­ru­he lag das Net­to­kalt­mie­ten­ni­veau laut Stadt­ver­wal­tung im Mit­tel bei 7,32 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter, wo­bei es zwi­schen ein­zel­nen Wohn­la­gen gro­ße Un­ter­schie­de gibt. Von April 2012 bis April 2016 sei ein mo­de­ra­ter An­stieg des Miet­prei­ses von rund acht Pro­zent fest­zu­stel­len.

Dem Miet­spie­gel kom­me weit­rei­chen­de Be­deu­tung zu, wenn man be­den­ke, dass der Woh­nungs­markt an­ge­spannt sei und seit No­vem­ber 2015 die Miet­preis­brem­se gel­te, so Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup. Das Zah­len­werk hel­fe, die Dis­kus­si­on im Ein­zel­fall zu ver­sach­li­chen und in den meis­ten Fäl­len ei­ne ge­richt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen den Miet­par­tei­en zu ver­mei­den.

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