Fest­nah­me in Ber­lin Am­ri gab Adres­se des Karls­ru­her Men­schen­rechts­zen­trums an

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Karlsruhe/Ber­lin (tw/AFP/dpa). Neun Ta­ge nach dem An­schlag auf den Weih­nachts­markt an der Ber­li­ner Ge­dächt­nis­kir­che hat die Po­li­zei in der Haupt­stadt ei­nen Kon­takt­mann des mut­maß­li­chen At­ten­tä­ters Anis Am­ri fest­ge­nom­men. Bei dem Ver­däch­ti­gen han­delt es sich um ei­nen 40-jäh­ri­gen Tu­ne­si­er aus Ber­lin, wie die Bun­des­an­walt­schaft ges­tern in Karlsruhe mit­teil­te. Im Mo­bil­te­le­fon Am­ris, das am Tat­ort ge­fun­den wor­den war, sei die Num­mer des Fest­ge­nom­me­nen ge­spei­chert ge­we­sen. Die Er­mitt­lun­gen deu­te­ten dar­auf hin, dass er in den An­schlag ein­ge­bun­den ge­we­sen sein könn­te. Bis heu­te wer­de ge­prüft, ob ein Haft­be­fehl be­an­tragt wer­de, hieß es.

Bei sei­ner Ent­las­sung aus der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Ra­vens­burg hat Am­ri die Adres­se des Men­schen­rechts­zen­trums in Karlsruhe an­ge­ge­ben. Nach In­for­ma­tio­nen die­ser Zei­tung, die Si­cher­heits­krei­se be­stä­tig­ten, nann­te Am­ri bei sei­nem Ent­las­sungs­ge­spräch in Ra­vens­burg die An­schrift „Al­ter Schlacht­hof 59“. Da­hin­ter ver­birgt sich al­ler­dings kein Wohn­haus, son­dern das „Men­schen­rechts­zen­trum Karlsruhe“. Un­ter der Adres­se wer­den meh­re­re Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­führt, die Ar­beit mit und für Flücht­lin­ge leis­ten. Ein Spre­cher des dor­ti­gen „Freun­des­kreis Asyl“sag­te ges­tern auf Nach­fra­ge: „Bei uns war er nicht.“Man stel­le die Adres­se auch nicht als „Mel­deadres­se“zur Ver­fü­gung. Ein Spre­cher des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums in Stuttgart er­klär­te, dass die Schlüs­sig­keit ei­ner bei der Haft­ent­las­sung an­ge­ge­be­nen Adres­se im Prin­zip nicht über­prüft wer­de. Auf sei­ner Flucht reis­te Am­ri nach dem An­schlag of­fen­bar auch durch die Niederlande. Er soll von der Stadt Nim­we­gen aus mit ei­nem Fern­bus nach Lyon ge­fah­ren sein.

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