Lu­thers Ge­schenk und ein neu­er Fuff­zi­ger

Mit dem Jah­res­wech­sel wird es für die Bür­ger Neu­es und Ein­ma­li­ges so­wie zahl­rei­che ge­setz­li­che Än­de­run­gen ge­ben

Pforzheimer Kurier - - WAS SICH 2017 ÄNDERT -

Mit dem neu­en Jahr kom­men wie­der vie­le ge­setz­li­che Än­de­run­gen auf Bür­ger und Fir­men zu. Es wird bei­spiels­wei­se ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Steu­er­ent­las­tung ge­ben, ein neu­es Ein­stu­fungs­sys­tem für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und der Min­dest­lohn steigt. Zu­dem gibt es Neue­run­gen im Haus­halt, im Geld­beu­tel und beim Fern­se­hen – au­ßer­dem wird das Jahr ei­nen zu­sätz­li­chen Fei­er­tag ha­ben.

Staub­sau­ger

Bei Staub­sau­gern wird die Leis­tung noch ein­mal ge­kappt. Ab dem 1. Sep­tem­ber dür­fen Staub­sau­ger nach den Ener­gie­spar-Vor­ga­ben aus Brüs­sel nur noch ei­ne ma­xi­ma­le Strom­auf­nah­me­leis­tung von 900 Watt ha­ben. Bis­her sind es 1 600 Watt. Tests der Stif­tung Wa­ren­test hät­ten ge­zeigt, dass der ge­rin­ge­re Strom­ver­brauch nicht zu­las­ten der Saug­kraft ge­he.

Hei­zungs­an­la­ge

Seit 2016 gibt es laut der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bran­den­burg ei­ne Ener­gie­ef­fi­zi­enz-Kenn­zeich­nung für Hei­zungs­ge­rä­te im Be­stand. Neu sei ab 2017, dass Be­zirks­schorn­stein­fe­ger ver­pflich­tet sei­en, al­le noch nicht ge­kenn­zeich­ne­ten Ge­rä­te ge­staf­felt nach Bau­jah­ren zu eti­ket­tie­ren.

Fei­er­tag

Für Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer gibt es im Herbst ein be­son­de­res „Ge­schenk“: Aus An­lass des Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums ist der 31. Ok­to­ber 2017 bun­des­weit ein­ma­lig ein Fei­er­tag. An die­sem Tag, ei­nem Di­ens­tag, jährt sich die Ver­öf­fent­li­chung von Mar­tin Lu­thers The­sen zum 500. Mal.

Geld

Ab dem 4. April soll ein neu­er 50-Eu­ro-Schein Fäl­schern das Le­ben schwe­rer ma­chen. Zur Erst­aus­stat­tung wer­den ins­ge­samt 5,4 Mil­li­ar­den Stück ge­druckt. Der neue Schein hat un­ter an­de­rem wie schon der neue 20-Eu­roSchein ein Por­trät-Fens­ter als neu­es Si­cher­heits­merk­mal. Hält man die No­te ge­gen das Licht, wird das Fens­ter durch­sich­tig und man sieht ein Por­trät der grie­chi­schen My­then­ge­stalt Eu­ro­pa. Der 50er ist die am häu­figs­ten ge­nutz­te Stü­cke­lung der Eu­ro-Bank­no­ten und die am zweit­häu­figs­ten ge­fälsch­te Bank­no­te im Eu­ro-Sys­tem.

Fern­se­hen

Et­li­che Bür­ger, die ihr Pro­gramm noch über An­ten­ne emp­fan­gen, müs­sen sich im Früh­jahr um­stel­len. In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Sen­de­si­gnal in vie­len Re­gio­nen vom bis­he­ri­gen Stan­dard DVB-T auf den neu­en Stan­dard DVB-T2 HD um­ge­stellt. Wer da­für nicht vor­ge­sorgt und sich et­wa ei­ne zu­sätz­li­che Set­top-Box be­sorgt hat, wird dann über das di­gi­ta­le An­ten­nen-Fern­se­hen kei­nen Emp­fang mehr ha­ben. Mit der Um­stel­lung wird es erst­mals mög­lich sein, Fern­se­hen über An­ten­ne in HDQua­li­tät zu emp­fan­gen. Bis Mit­te 2019 soll die Um­stel­lung bun­des­weit ab­ge­schlos­sen sein.

Än­de­run­gen gibt es aber auch für et­li­che Ka­bel-TV-Kun­den. Der Ka­bel­netz­be­trei­ber Uni­ty­me­dia schal­tet sein ana­lo­ges An­ge­bot im Ju­ni 2017 voll­stän­dig ab. Ab dem 1. Ju­ni wird das Ka­belTV-An­ge­bot nur noch di­gi­tal aus­ge­lie­fert. Zum Emp­fang ist dann ein Di­gi­tal-Emp­fän­ger oder ein Flach­bild­fern­se­her mit in­te­grier­tem Ka­bel­tu­ner nö­tig. Nach An­ga­ben des Sen­ders nut­zen al­ler­dings schon heu­te 85 Pro­zent der Kun­den das deut­lich um­fang­rei­che­re Di­gi­tal­an­ge­bot.

Te­le­fon­ge­büh­ren

Gu­te Nach­richt für Ur­lau­ber: Die Roa­ming-Ge­büh­ren für das Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen im EU-Aus­land sol­len nach den Plä­nen der EU-Kom­mis­si­on im Ju­ni 2017 ab­ge­schafft wer­den. Al­ler­dings ha­ben die Plä­ne noch nicht al­le Hür­den ge­nom­men.

Ge­sund­heit

Ab dem 1. Ju­li über­neh­men die Kran­ken­kas­sen auch die Kos­ten ei­ner Vi­deo­sprech­stun­de mit dem Arzt. Mit dem so­ge­nann­ten E-He­alth-Ge­setz wird die­ses An­ge­bot Be­stand­teil der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung. Die Nut­zung der Be­ra­tung via In­ter­net sei aber kein Muss, son­dern für die Pa­ti­en­ten frei­wil­lig, be­tont die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len.

Gr­und­frei­be­trag

Der Gr­und­frei­be­trag steigt um 168 Eu­ro auf 8 820 Eu­ro. Da­von pro­fi­tie­ren al­le Steu­er­zah­ler, da der Fis­kus erst bei Ein­kom­men über dem Gr­und­frei­be­trag Steu­ern ab­zieht. Bei Ehe­paa­ren oder ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­nern ver­dop­pelt sich der Be­trag auf 17 640 Eu­ro.

Kin­der­frei­be­trag

Der Kin­der­frei­be­trag von ins­ge­samt 7 248 Eu­ro wird im ers­ten Schritt um 108 Eu­ro er­höht. Für El­tern bleibt die­ser Be­trag pro Kind und Jahr ih­res Ein­kom­mens steu­er­frei. Das Kin­der­geld steigt um mo­nat­lich zwei Eu­ro pro Kind. Für die ers­ten bei­den Kin­der be­trägt es dann mo­nat­lich je 192 Eu­ro, für das drit­te Kind 198 Eu­ro. Ab Kind Num­mer vier gibt es je­weils 223 Eu­ro. Wer we­nig ver­dient, be­kommt ei­nen Kin­der­zu­schlag. Er wird An­fang 2017 um zehn Eu­ro auf je 170 je Mo­nat er­höht.

Ein­kom­men­steu­er

Die Eck­wer­te des Ein­kom­men­steu­er­ta­rifs wer­den aus­ge­wei­tet, so dass ei­ni­ge Steu­er­sät­ze erst bei hö­he­ren Ein­kom­men grei­fen. Da­mit wird die Mehr­be­las­tung aus dem Zu­sam­men­spiel von In­fla­ti­on, Ge­halts­er­hö­hung und pro­gres­si­ver Be­steue­rung aus­ge­gli­chen und so der Ef­fekt der „kal­ten Pro­gres­si­on“ein­ge­dämmt.

Al­ters­vor­sor­ge

Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen für das Al­ter kön­nen steu­er­lich bes­ser ab­ge­setzt wer­den. Da­zu ge­hö­ren et­wa Bei­trä­ge zur ge­setz­li­chen Ren­ten­kas­se oder zu Ver­sor­gungs­wer­ken. Für die Be­rück­sich­ti­gung der Son­der­aus­ga­ben gilt laut Steu­er­zah­ler­bund ein Höchst­be­trag von 23 362 Eu­ro. Ma­xi­mal könn­ten 84 Pro­zent ab­ge­setzt wer­den, heißt es.

Pfle­ge­ver­si­che­rung

Mit der zwei­ten Stu­fe des Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­zes II wird das Leis­tungs­an­ge­bot für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge aus­ge­baut. Ein­ge­führt wird ein neu­er Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff, der sich nach dem Grad der Selbst­stän­dig­keit des Be­trof­fe­nen rich­tet und nicht mehr so sehr nach dem Zeit­auf­wand für die Hil­fe. De­menz­kran­ken wird An­spruch auf die glei­chen Leis­tun­gen ein­ge­räumt wie Men­schen mit kör­per­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen. Zu­gleich wer­den die bis­he­ri­gen drei Pfle­ge­stu­fen auf fünf Pfle­ge­gra­de aus­ge­wei­tet.

Hartz-IV-Sät­ze

Zum Jah­res­be­ginn 2017 sol­len Leis­tun­gen für al­le stei­gen, die ih­ren Le­bens­un­ter­halt nicht selbst be­strei­ten kön­nen. Der Re­gel­satz für Al­lein­ste­hen­de steigt zum 1. Ja­nu­ar von 404 Eu­ro auf 409 Eu­ro pro Mo­nat. Die Grund­si­che­rung für Kin­der zwi­schen sechs und 13 er­höht sich um 21 auf 291 Eu­ro. Der Re­gel­satz für Kin­der bis zu sechs Jah­re be­trägt 2017 wei­ter­hin 237 Eu­ro im Mo­nat. Ju­gend­li­che bis 18 Jah­ren er­hal­ten vom Ja­nu­ar an 311 Eu­ro.

Ren­te

Die Rent­ner kön­nen für Mit­te 2017 mit ei­nem Zu­schlag von bis zu 2,0 Pro­zent rech­nen. Die ge­naue Er­hö­hung steht erst im Früh­jahr fest.

Ar­beit­neh­mer kön­nen fle­xi­bler aus dem Be­rufs­le­ben aus­stei­gen. Künf­tig kann ei­ne neu ein­ge­führ­te Teil­ren­te mit Teil­zeit­ar­beit kom­bi­niert wer­den. Das soll An­reiz bie­ten, län­ger zu ar­bei­ten. Au­ßer­dem dür­fen die­je­ni­gen, die mit 63 Jah­ren in Teil­ren­te ge­hen, künf­tig deut­lich mehr hin­zu­ver­die­nen: Ab Ju­li 2017 jähr­lich 6 300 Eu­ro. Dar­über lie­gen­de Ver­diens­te wer­den zu 40 Pro­zent auf die Ren­te an­ge­rech­net.

Bei der Ren­ten­be­steue­rung er­höht sich im kom­men­den Jahr nach An­ga­ben des Steu­er­zah­ler­bun­des der steu­er­pflich­ti­ge Ren­ten­an­teil von 72 auf 74 Pro­zent. So­mit blie­ben nur noch 26 Pro­zent der ers­ten vol­len Brut­to­jah­res­ren­te steu­er­frei. Die­ser An­teil gel­te für im Jahr 2017 neu hin­zu­kom­men­de Rent­ner­jahr­gän­ge. Bei Be­stands­ren­ten blei­be der fest­ge­setz­te steu­er­freie Ren­ten­an­teil auch wei­ter­hin be­ste­hen.

Ries­ter-Ren­te

Ver­brau­cher kön­nen sich künf­tig vor Ab­schluss ei­nes Ries­ter- oder Ba­sis­ren­ten­ver­tra­ges bes­ser über das PreisLeis­tungs-Ver­hält­nis der an­ge­bo­te­nen zer­ti­fi­zier­ten Pro­duk­te in­for­mie­ren. Al­le An­bie­ter müs­sen ab 1. Ja­nu­ar 2017 ein neu­es Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt (PIB) er­stel­len. Es ist laut Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um für al­le ein­heit­lich. Da­mit sol­len Ver­brau­cher auch er­ken­nen, wie chan­cen- und ri­si­ko­reich das von ihm ge­wähl­te Pro­dukt ist. Ei­ne neu­tra­le Stel­le ord­ne al­le Pro­duk­te ei­ner so­ge­nann­ten Chan­cen-Ri­si­ko-Klas­se zu.

Rü­rup-Ren­te

In­ha­ber ei­ner Ba­sis-Ren­te („Rü­rupRen­te“) kön­nen 2017 nach Darstel­lung der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft er­neut ei­nen grö­ße­ren Teil ih­rer Bei­trä­ge als Son­der­aus­ga­ben in der Steu­er­er­klä­rung gel­tend ma­chen. Zum ei­nen stei­ge der steu­er­li­che Höchst­be­trag zur Rü­rupRen­te von 22 767 auf 23 362 Eu­ro. Zu­dem wach­se der pro­zen­tua­le An­teil, den das Fi­nanz­amt von den ein­ge­zahl­ten Bei­trä­gen be­rück­sich­ti­ge, von 82 auf 84 Pro­zent. So­mit sei­en 2017 ma­xi­mal 19 624 Eu­ro als Son­der­aus­ga­ben ab­zugs­fä­hig.

Min­dest­lohn

Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn steigt von 8,50 auf 8,84 Eu­ro je St­un­de. Auf die Stei­ge­rung um 34 Cent hat­te sich ei­ne Min­dest­lohn­kom­mis­si­on von Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern ver­stän­digt. Aus­nah­men gel­ten wei­ter­hin für Ju­gend­li­che un­ter 18 Jah­ren, Aus­zu­bil­den­de, Prak­ti­kan­ten, eh­ren­amt­li­che Tä­tig­kei­ten und Lang­zeit­ar­beits­lo­se wäh­rend der ers­ten sechs Mo­na­te ih­rer Be­schäf­ti­gung nach En­de der Ar­beits­lo­sig­keit.

Spen­den­be­schei­ni­gung

Spen­den an kirch­li­che, mild­tä­ti­ge oder ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen kön­nen steu­er­lich gel­tend ge­macht wer­den. Für Spen­den, die ab 1. Ja­nu­ar 2017 ge­zahlt wer­den, braucht der Nach­weis laut Steu­er­zah­ler­bund nicht mehr der Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung bei­ge­fügt wer­den. Die Be­schei­ni­gun­gen müss­ten dem Fi­nanz­amt nur noch auf An­for­de­rung vor­ge­legt wer­den. Da­her müs­se der Steu­er­zah­ler die Be­schei­ni­gun­gen min­des­tens ein Jahr nach Be­kannt­ga­be des Steu­er­be­scheids auf­be­wah­ren.

Steu­er­er­klä­rung

Wird beim mo­nat­li­chen Lohn­steu­er­ab­zug ein Frei­be­trag be­rück­sich­tigt, be­steht grund­sätz­lich die Pflicht, ei­ne Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung ab­zu­ge­ben – au­ßer, wenn der Steu­er­zah­ler nur ge­rin­ge Ein­künf­te hat. Be­trägt der 2017 er­ziel­te Ar­beits­lohn laut Steu­er­zah­ler­bund ma­xi­mal 11 200 Eu­ro, müs­se kei­ne Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung ab­ge­ge­ben wer­den.

Fo­to­bü­cher

Für Fo­to­bü­cher fällt ab 2017 ein Um­satz­steu­er­satz von 19 statt sie­ben Pro­zent an.

Elek­tro­au­tos

Das kos­ten­lo­se oder ver­bil­lig­te Auf­la­den ei­nes Elek­tro­fahr­zeugs im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers ist nach An­ga­ben des Steu­er­zah­ler­bun­des ab 1. Ja­nu­ar 2017 steu­er­frei. Die Re­ge­lung gel­te für rei­ne Elek­tro­fahr­zeu­ge, Hy­bridfahr­zeu­ge und zu­ge­las­se­ne Elek­tro­fahr­rä­der. Die Be­güns­ti­gung sei bis En­de 2020 be­fris­tet.

Um­zugs­pau­scha­len

Die Um­zugs­kos­ten für ei­nen be­ruf­lich be­ding­ten Um­zug kön­nen als Wer­bungs­kos­ten an­ge­ge­ben wer­den – die steu­er­lich ab­setz­ba­ren Pausch­be­trä­ge wer­den zum 1. Fe­bru­ar 2017 er­höht. Bis En­de Ja­nu­ar sind das für Le­di­ge 746 und für Ver­hei­ra­te­te 1 493 Eu­ro – für spä­te­re Um­zü­ge aber 764 und 1 528 Eu­ro. Für je­de wei­te­re im Haus­halt le­ben­de Per­son steigt die Pau­scha­le zum Fe­bru­ar von 329 auf 337 Eu­ro. Kommt ein Kind in der neu­en Schu­le nicht mit, kön­nen auch die Kos­ten für Nach­hil­fe­un­ter­richt ab­ge­setzt wer­den.

Kas­sen­sys­te­me

Un­ter­neh­mer soll­ten nach An­ga­ben des Steu­er­zah­ler­bun­des ab 2017 nur noch elek­tro­ni­sche La­den­kas­sen ein­set­zen, die Ein­zel­da­ten spei­chern kön­nen und ei­nen Da­ten­ex­port er­mög­li­chen. Denn am 31. De­zem­ber 2016 läuft die Über­gangs­re­gel für die­se Kas­sen­mo­del­le aus. Wer­den die al­ten Kas­sen wei­ter ein­ge­setzt, be­ste­he ab dem Jahr 2017 die Ge­fahr, dass die Fi­nanz­ver­wal­tung Um­sät­ze hin­zu­schät­ze.

Ga­ran­tie­zins

Ab Ja­nu­ar gilt für klas­si­sche Le­bens­ver­si­che­run­gen ein nied­ri­ge­rer Höchst­rech­nungs­zins – auch Ga­ran­tie­zins ge­nannt. Er sinkt von der­zeit 1,25 auf 0,9 Pro­zent und ist der Zins­satz, den die Ver­si­che­rer ih­ren Kun­den ma­xi­mal auf den Spa­r­an­teil zu­sa­gen dür­fen. Der neue Ga­ran­tie­zins gilt laut Bran­chen­ver­band GDV für al­le Ver­trä­ge, die ab dem 1. Ja­nu­ar 2017 ab­ge­schlos­sen wer­den. Für Be­stands­kun­den än­de­re sich nichts.

Le­bens­ver­si­che­rung

Vom nächs­ten Jahr an grei­fen nach An­ga­be der Ver­si­che­rungs­bran­che bei Ein­mal­aus­zah­lun­gen neue Steu­er­re­geln. Kun­den, die nach 2004 ei­ne Ka­pi­tal­le­bens­o­der Ren­ten­ver­si­che­rung mit Ka­pi­tal­wahl­recht ab­ge­schlos­sen ha­ben, müs­sen laut GDV die Dif­fe­renz zwi­schen Ver­si­che­rungs­leis­tung und ein­ge­zahl­ten Bei­trä­gen zur Hälf­te mit ih­rem in­di­vi­du­el­len Ta­rif ver­steu­ern. Vor­aus­set­zung da­für sei, dass sie zum Zeit­punkt der Aus­zah­lung das 60. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben und der Ver­trag min­des­tens zwölf Jah­re be­stan­den ha­be.

Ökostrom

Ver­brau­cher müs­sen zur För­de­rung von Strom aus Wind­kraft und Son­ne wohl auch 2017 tie­fer in die Ta­sche grei­fen. Die so­ge­nann­te Ökostrom-Um­la­ge wird von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de an­ge­ho­ben. Auch die Netz­en­ten­gel­te wer­den stei­gen. Falls An­bie­ter dies wei­ter­ge­ben und die Strom­prei­se an­he­ben, kön­nen Kun­den nach An­ga­ben der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bran­den­burg ei­nen Ta­rif- oder An­bie­ter­wech­sel prü­fen. In die­sem Fall ge­be es im­mer ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Zu­dem wird die För­de­rung von Ökostrom um­ge­stellt. Be­trei­ber grö­ße­rer Wind­parks oder So­lar­an­la­gen so­wie von Bio­gas-An­la­gen er­hal­ten künf­tig für ein­ge­speis­ten Strom kei­ne fes­te Ver­gü­tung mehr.

JU­BI­LÄ­UMS­JAHR: Am 31. Ok­to­ber 1517 na­gel­te Mar­tin Lu­ther sei­ne 95 The­sen an die Tür der Wit­ten­ber­ger Schloss­kir­che. 2017 wird des­halb 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on ge­fei­ert, da­für gibt es ei­nen ge­setz­li­chen Fei­er­tag zu­sätz­lich. Fo­tos: dpa

RICHT­LI­NIE AUS BRÜS­SEL: Aus Ener­gie­spar­grün­den soll es Staub­sau­ger nur noch mit ma­xi­mal 900 Watt ge­ben.

ABSCHALTTERMIN: Wer sein Fern­seh­si­gnal über An­ten­ne emp­fängt, muss bis En­de März even­tu­ell nach­rüs­ten.

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