Auf ver­lo­re­nem Pos­ten

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - UDO STARK

Die K-Fra­ge war für die SPD schon oft ein gro­ßes Pro­blem. Da ist die Ri­va­li­tät zwi­schen Sig­mar Ga­b­ri­el und Mar­tin Schulz kei­ne Aus­nah­me. Der SPD-Chef zö­gert, weil er in der ei­ge­nen Par­tei nicht un­an­ge­foch­ten ist. Der Chef des Eu­ro­pa­par­la­ments hält sich be­deckt, weil er in der SPD kei­ne Haus­macht hat. Nun, nach dem Be­kennt­nis des kon­ser­va­ti­ven See­hei­mer Krei­ses zu Ga­b­ri­el, scheint sich die Waag­scha­le zu­guns­ten des SPDChefs zu nei­gen. Trotz­dem ist noch nicht ent­schie­den, ob ihn die ei­ge­ne Par­tei im Ja­nu­ar auf den Schild he­ben wird. Vor al­lem für die Par­tei­lin­ke ist er ein ro­tes Tuch. Sie kann sich für die Brot- und But­terThe­men, für die die al­te SPD ein­mal stand, nicht mehr er­wär­men. Ihr ist der Um­welt­schutz wich­ti­ger als die Er­hal­tung von Ar­beits­plät­zen. Ein Kanz­ler­kan­di­dat

Ga­b­ri­el, der für die Jobs im Braun­koh­le­berg­bau kämpft, wä­re für ei­nen Ralf Steg­ner oder ei­ne Bar­ba­ra Hend­ricks si­cher nicht der ge­eig­ne­te Her­aus­for­de­rer von An­ge­la Mer­kel. Und soll­te die Par­tei­lin­ke Ga­b­ri­el am En­de doch zu­stim­men, dann weiß man, was ihm blü­hen wird: Er wür­de von den lin­ken Ge­nos­sen im Wahl­kampf im Stich ge­las­sen. Peer St­ein­brück kann ein Lied da­von sin­gen. Er wirk­te 2013 als SPD-Kanz­ler­kan­di­dat wie ein Fremd­kör­per in der ei­ge­nen Par­tei. Was soll Ga­b­ri­el al­so tun?

Ei­gent­lich wä­re er ein SPD-Kanz­ler­kan­di­dat von al­tem Schrot und Korn, aber wenn er zu we­nig Un­ter­stüt­zung aus den ei­ge­nen Rei­hen be­kommt, kämpft er auf ver­lo­re­nem Pos­ten. Er wä­re gut be­ra­ten, sich das nicht an­zu­tun, zu­mal er ge­sund­heit­lich an­ge­schla­gen ist.

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