Re­gie­rung will im De­tail nach­steu­ern

Ko­ali­ti­on stellt Po­li­zei­re­form aber nicht in­fra­ge / Rül­ke: Vie­les wur­de schlech­ter

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Karls­ru­he/Stutt­gart (lsw/ swe). Die grün-schwar­ze Re­gie­rung stellt die Po­li­zei­re­form nicht in­fra­ge, will aber ge­ge­be­nen­falls im De­tail nach­steu­ern. Ein Spre­cher des In­nen­mi­nis­te­ri­ums sag­te, man wol­le die Er­geb­nis­se nicht im De­tail be­wer­ten, da die Eva­lu­ie­rung noch lau­fe. „Al­ler­dings be­steht of­fen­bar tat­säch­lich in der Po­li­zei ei­ne Un­zu­frie­den­heit mit der Po­li­zei­struk­tur­re­form“, räum­te er ein. Es sei ent­schei­dend, die po­li­zei­li­che Ba­sis zu stär­ken, da­mit die Po­li­zei noch nä­her an den Bür­gern sei. Die BNN hat­ten in ih­rer gest­ri­gen Aus­ga­be ex­klu­siv über die Un­zu­frie­den­heit der Ord­nungs­hü­ter mit der Po­li­zei­re­form be­rich­tet.

CDU-In­nen­ex­per­te Tho­mas Blen­ke mein­te: „Es hat sich be­stä­tigt, was wir von An­fang an be­fürch­tet ha­ben. Die Po­li­zei­re­form hat nicht das ge­bracht, was die grün-ro­te Vor­gän­ger­re­gie­rung ver­spro­chen hat.“Das da­ma­li­ge Ver­spre­chen, mehr Po­li­zis­ten für den Strei­fen­dienst be­reit­zu­stel­len, sei nicht ein­ge­hal­ten wor­den. Auch FDP-Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke sag­te: „Durch die Re­form wur­de nichts bes­ser, aber vie­les schlech­ter.“Er warf der Po­li­zei­füh­rung im Land vor, den Be­zug zu den Be­am­ten auf der Stra­ße ver­lo­ren zu ha­ben. Die FDP se­he sich ins­be­son­de­re in der Auf­fas­sung ge­stärkt, dass der Zu­schnitt der re­gio­na­len Po­li­zei­prä­si­di­en nicht den An­for­de­run­gen ei­ner bür­ger­na­hen Po­li­zei­ar­beit ent­spre­che. Der Lan­des­chef der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, Ralf Kus­te­rer, sieht sich in sei­nen Be­fürch­tun­gen be­stä­tigt. Die Er­geb­nis­se der Re­form sei­en „ka­ta­stro­phal“. Zen­tra­le Zie­le wie der Aus­bau der Bür­ger­nä­he sei­en nicht er­füllt wor­den. Zu­dem ha­be die Lei­tungs­ebe­ne der Po­li­zei of­fen­sicht­lich ei­ne an­de­re, da bes­se­re Wahr­neh­mung als die Po­li­zei-Ba­sis. „Man­che re­den die Re­form schön und neh­men nicht zur Kennt­nis, wel­che Pro­ble­me die Ba­sis da­mit hat.“Die Er­geb­nis­se der Be­fra­gung schwan­ken zwi­schen den Po­li­zei­prä­si­di­en. So schnei­det das Po­li­zei­prä­si­di­um Kon­stanz bei der Be­wer­tung des Zu­schnitts des Prä­si­di­ums und der Fra­ge, ob er den An­for­de­run­gen an ei­ne bür­ger­na­he Po­li­zei­ar­beit ent­spre­che, mit 3.92 am schlech­tes­ten ab. Karls­ru­he liegt bei 3.87, Of­fen­burg bei 3.14. Die Be­am­ten konn­ten sich in der Be­fra­gung zu Punk­ten der Re­form äu­ßern und Be­wer­tun­gen von „trifft voll zu“(No­te 1) bis „trifft über­haupt nicht zu“(No­te 5) ver­ge­ben.

UNZUFRIEDEN sind vie­le Ord­nungs­hü­ter im Süd­wes­ten mit der Po­li­zei­struk­tur­re­form aus dem Jahr 2014. Fo­to: dpa

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