Un­mut der Po­li­zis­ten macht Re­form­geg­nern Mut

Rül­ke und Gold­mann hof­fen wei­ter auf ein Prä­si­di­um

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ro­land Wei­sen­bur­ger

Die Un­zu­frie­den­heit der Po­li­zei­be­am­ten, die in der ges­tern vom Pforz­hei­mer Ku­ri­er ver­öf­fent­lich­ten in­ter­nen Um­fra­ge der Eva­lua­ti­ons­kom­mis­si­on zur Po­li­zei­re­form deut­lich wur­de, bläht die Se­gel de­rer, die schon seit Mo­na­ten ein ei­ge­nes Po­li­zei­prä­si­di­um für die Gold­stadt for­dern.

Hans-Ul­rich Rül­ke, Vor­sit­zen­der der FDP-Frak­ti­on im Land­tag und der FDP/FW-Frak­ti­on im Pforz­hei­mer Ge­mein­de­rat, sieht sich in sei­ner Kri­tik an der Struk­tur­re­form be­stä­tigt. „Das war ein Schuss in den Ofen. Die Re­form hat nichts bes­ser, aber vie­les schlech­ter ge­macht“, sag­te Rül­ke auf An­fra­ge. Er ste­he wei­ter­hin hin­ter sei­ner For­de­rung, Pforz­heim müs­se wie­der Stand­ort ei­ner Po­li­zei­haupt­stel­le wer­den. Er wer­de die­ses Ziel auch wei­ter ver­fol­gen. Um im Land­tag aber Druck zu ent­fal­ten, müs­se er noch bis zum Früh­jahr war­ten. „Ei­nen ent­spre­chen­den An­trag wür­de die Lan­des­re­gie­rung jetzt noch mit dem Ver­weis auf den lau­fen­den Eva­lua­ti­ons­pro­zess ab­schmet­tern. Aber wenn der Be­richt der Kom­mis­si­on vor­liegt, wird die Re­gie­rung das nicht mehr sa­gen kön­nen. Dann wer­de ich im Land­tag si­cher­lich ei­nen An­trag ein­brin­gen und die De­bat­te er­neut an­sto­ßen.“

Auch Flo­ren­tin Gold­mann, Vor­sit­zen­der der CDU-Ge­mein­de­rats­frak­ti­on, zeigt gro­ßes Ver­ständ­nis für das Un­be­ha­gen, das Po­li­zis­ten ge­gen­über der Kom­mis­si­on äu­ßern, die für die Lan­des­re­gie­rung die Fol­gen der Re­form be­wer­tet. „Die­se Re­form ist nichts Hal­bes und nichts Gan­zes und es wun­dert mich nicht, dass die sich be­schwe­ren, die mit den Fol­gen le­ben und ar­bei­ten müs­sen.“Gold­mann sagt, er wer­de sich wei­ter „auf al­len Ebe­nen“für ein Pforz­hei­mer Prä­si­di­um ein­set­zen. „Es geht mir nicht dar­um, dass es in die­ser Sa­che ei­nen Ge­win­ner oder Ver­lie­rer ge­ben soll. Ich will ein­fach, dass Ver­nunft ein­kehrt und man die Sa­che prag­ma­tisch an­packt. Ich las­se kei­ne Ge­le­gen­heit aus, auf die­sen Miss­stand hin­zu­wei­sen und ich hof­fe, dass mei­ne Kol­le­gen an­de­rer Par­tei­en das auch tun.“

„Das war ein Schuss in den Ofen“

DIE UN­ZU­FRIE­DEN­HEIT DER PO­LI­ZEI be­för­dert in Pforz­heim Hoff­nun­gen auf ein ei­ge­nes Po­li­zei­prä­si­di­um in der Bahn­hof­stra­ße. Fo­to: Fix

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.