„Das tut uns rich­tig weh“

Po­li­zei wehrt sich ge­gen Miss­hand­lungs­vor­wurf / Pa­kis­ta­ner ru­dert zu­rück

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ber­lin (AFP/dpa). Die Ber­li­ner Po­li­zei hat den Vor­wurf zu­rück­ge­wie­sen, ei­nen nach dem Weih­nachts­markt-An­schlag Fest­ge­nom­me­nen miss­han­delt zu ha­ben. „Das hat nicht den Hauch von Sub­stanz“, sag­te ges­tern Spre­cher Win­frid Wen­zel. „Der Mann ist de­fi­ni­tiv von kei­nem Mit­ar­bei­ter miss­han­delt wor­den.“Die Po­li­zei se­he sich in ih­rer Ar­beit dis­kre­di­tiert. „Das tut uns rich­tig weh.“

Der Mann war kurz nach dem An­schlag am 19. De­zem­ber auf den Weih­nachts­markt an der Ge­dächt­nis­kir­che fest­ge­nom­men wor­den. Er kam schnell wie­der frei, weil er fälsch­lich ver­däch­tigt wur­de. Der mut­maß­li­che At­ten­tä­ter Anis Am­ri wur­de spä­ter in Ita­li­en er­schos­sen. Die bri­ti­sche Zei­tung „The Guar­di­an“, die nach ei­ge­nen An­ga­ben mit dem 24-Jäh­ri­gen sprach, hat­te über an­geb­li­che Schlä­ge ge­gen den Fest­ge­nom­me­nen be­rich­tet. Wen­zel zu­fol­ge sprach ges­tern die Po­li­zei nach der Ver­öf­fent­li­chung des In­ter­views mit dem Pa­kis­ta­ner – mit Hil­fe ei­nes fach­kun­di­gen Dol­met­schers. Der Mann ha­be be­tont, er sei we­der ge­schla­gen, miss­han­delt oder ver­letzt wor­den. Viel­mehr ha­be sich der Mann dank­bar für die Un­ter­stüt­zung ge­zeigt. So sei­en ei­ne neue Un­ter­kunft und Klei­dung or­ga­ni­siert wor­den. Ver­fas­sungs­schutz-Prä­si­dent Maa­ßen ver­tei­digt die Ar­beit der Si­cher­heits­be­hör­den im Ge­mein­sa­men Ter­ro­ris­mus-Ab­wehr­zen­trum (GTAZ) im Fall Anis Am­ri. Er be­ton­te, dass es den Si­cher­heits­be­hör­den 2016 ge­lun­gen sei, sie­ben is­la­mis­tisch mo­ti­vier­te Ter­ror­an­schlä­ge zu ver­ei­teln be­zie­hungs­wei­se An­schlags­plä­ne früh­zei­tig zu durch­kreu­zen. Un­ter­des­sen ist im west­pol­ni­schen Ba­nie bei Stet­tin der Last­wa­gen­fah­rer Lu­kasz U. bei­ge­setzt wor­den. Der 37-Jäh­ri­ge war dem Ter­ror­an­schlag in Ber­lin zum Op­fer ge­fal­len, als Anis Am­ri (24) sei­nen Lkw ent­führ­te und ihn, den Fah­rer, tö­te­te. An dem Trau­er­got­tes­dienst nah­men au­ßer An­ge­hö­ri­gen auch Staats­prä­si­dent An­drzej Du­da und die Lei­te­rin der Kanz­lei von Re­gie­rungs­che­fin Bea­ta Szydlo, Bea­ta Kem­pa, teil.

Ter­ror-Op­fer aus Po­len bei Stet­tin bei­ge­setzt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.