Kein NPD-Ver­bot?

Bun­des­re­gie­rung rech­net an­geb­lich mit Schei­tern

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ber­lin/Karls­ru­he (dpa). Die Bun­des­re­gie­rung rech­net of­fen­sicht­lich nicht da­mit, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die rechts­ex­tre­me NPD ver­bie­tet. Das Ge­richt will am 17. Ja­nu­ar sei­ne Ent­schei­dung ver­kün­den. Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­tag hat­ten sich dem Vor­stoß des Bun­des­ra­tes vom De­zem­ber 2012 von vor­ne­her­ein nicht an­ge­schlos­sen. Die „Bild“-Zei­tung be­rich­tet nun, in ei­ner in­ter­nen Ein­schät­zung ge­he die Bun­des­re­gie­rung da­von aus, dass Karls­ru­he in sei­nem Urteil dem Ver­bots­an­trag des Bun­des­rats nicht statt­ge­ben wer­de. Die Bun­des­re­gie­rung kom­me in­zwi­schen zu der Ein­schät­zung, dass die NPD in ih­rem po­li­ti­schen Wir­ken und durch ih­re aus­blei­ben­den Wah­l­er­fol­ge nicht die Schwel­le zur Ge­fähr­dung über­schrit­ten ha­be.

Die münd­li­che Ver­hand­lung in Karls­ru­he ha­be kei­ne über­zeu­gen­den Hin­wei­se auf ei­ne Ge­fähr­dung der frei­heit­lich­de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung durch die rechts­ex­tre­me Par­tei er­bracht. Ei­ne Spre­che­rin des In­nen­mi­nis­te­ri­um er­klär­te ges­tern in Ber­lin, ein sol­ches Gut­ach­ten sei dem Mi­nis­te­ri­um nicht be­kannt. Das Ver­fah­ren ist be­reits der zwei­te Ver­such, die Par­tei zu ver­bie­ten. Der ers­te war 2003 ge­schei­tert. Da­mals kam im Ver­fah­ren ans Licht, dass der Ver­fas­sungs­schutz bis in die Par­tei­spit­ze hin­ein In­for­man­ten hat­te.

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