„Ju­bi­lä­um macht arm“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

eko. Die Spon­so­ring­ak­ti­vi­tä­ten, die Or­ga­ni­sa­tor Ger­hard Baral für das 250 Jah­re Schmuck- und Uh­ren­ju­bi­lä­um ein­wirbt, ver­an­las­sen die Frei­en Wäh­ler zu Kri­tik. Grund­sätz­lich sei das schön für das Bran­chen­ju­bi­lä­um. Es zeich­ne­ten sich aber „ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen für die üb­ri­gen Kul­tur­trei­ben­den so­wie ins­be­son­de­re die fi­nan­zi­ell dar­ben­den Sport­ver­ei­ne“ab. Spon­so­ren ha­ben üb­li­cher­wei­se Jah­res­bud­gets, so rech­net Micha­el Schwarz vor. „Wer­den al­so groß­zü­gig Mit­tel über­wie­gend für das Bran­chen­ju­bi­lä­um aus­ge­ge­ben, fehlt das Geld für wei­te­re Ak­ti­vi­tä­ten.“Ca­rol Braun lenkt den Blick dar­auf, was in Kul­tur- und Ver­eins­le­ben al­lein mit der Hälf­te der rund zwei­ein­halb Mil­lio­nen Eu­ro von knapp 70 Spon­so­ren hät­te ge­macht wer­den kön­nen. Mit den im Ge­mein­de­rat avi­sier­ten Kür­zun­gen im

Freie Wäh­ler sor­gen sich um Sport und Kul­tur

Sport­be­reich ge­be es 1,98 Eu­ro Sport­för­de­rung pro Bür­ger. Ge­be man die zwei­ein­halb Mil­lio­nen Spon­so­ring für das Schmuck- und Uh­ren­ju­bi­lä­um aus­schließ­lich für Sport aus, lan­de­te man beim Zehn­fa­chen. Auch den Kul­tur­be­reich tref­fe es hart. Die­je­ni­gen Ver­ei­ne und In­sti­tu­tio­nen, die durch den Kür­zungs­be­schluss im Ju­ni oh­ne­hin schon hart ge­trof­fen wor­den sei­en, tref­fe es nun dop­pelt und drei­fach, in dem auch bis­her si­cher ge­glaub­te Spon­so­ren­gel­der ab­ge­zo­gen wür­den. Hans Hä­ge­le führt da­zu das Thea­ter­groß­pro­jekt Ti­ta­nick ins Feld, das für ei­ni­ge St­un­den Spaß ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro ver­schlin­ge und meint, „ein ähn­li­ches Pro­jekt hät­te si­cher­lich auch das Pforz­hei­mer Thea­ter we­sent­lich güns­ti­ger an­bie­ten kön­nen“. Ins­be­son­de­re die Kom­bi­na­ti­on aus ge­kürz­ten Haus­halts­mit­teln, stei­gen­den Hal­len- und Raum­mie­ten so­wie weg­fal­len­dem Spon­so­ring ma­che es für Ver­ei­ne, Sport­ler und Kul­tur­schaf­fen­de enorm schwer bis un­mög­lich, die bis­he­ri­ge Qua­li­tät auf­recht zu er­hal­ten. Man­che An­ge­bo­te könn­ten so­gar kom­plett ent­fal­len, zum Bei­spiel Kur­se für die Fi­scher­prü­fung. So sei zu be­fürch­ten, dass nach der gro­ßen Schmuck-Show, die rein zu­fäl­lig auch noch zeit­gleich zum OB-Wahl­kampf lau­fe, nicht mehr viel von der Pforz­hei­mer Kul­tur- und Ver­eins­land­schaft üb­rig blei­be. Au­ßer­dem wür­den Eh­ren­amt­li­che al­lei­ne ge­las­sen und das so­zia­le Mit­ein­an­der sei ge­fähr­det.

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