Park knall­har­te In­dus­trie­zo­ne

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Zur Ge­neh­mi­gung des Wind­park in Strau­ben­hardt: „Bau des Parks soll 2017 be­gin­nen“– so heißt es im Ar­ti­kel des Pforz­hei­mer Ku­ri­er zur Ge­neh­mi­gung für den Wind„park“Strau­ben­hardt. Mit ei­nem Park hat die­ser „Park“al­ler­dings nicht das Ge­rings­te zu tun und so sug­ge­riert die­ser Be­griff ver­nied­li­chend ein wohl­tu­end wan­der­ba­res Park-Ge­län­de, das sich aber als knall­har­te In­dus­trie­zo­ne ent­puppt, die nur ei­nem dient, Pro­fit zu ma­chen um je­den Preis. Denn auch bei Zwangs­ab­schal­tung (Sturm, Fle­der­maus-Schat­ten­wurf und Nacht­ab­schal­tung we­gen Lärm­be­läs­ti­gung) flie­ßen die Sub­ven­tio­nen von jähr­lich 24 Mil­li­ar­den Eu­ro (be­zahlt vom Strom­kun­den).

Das Land­rats­amt Enz­kreis hat nun un­ver­ständ­li­cher­wei­se kei­nen wei­te­ren Er­ör­te­rungs­ter­min an­ge­setzt und – wie wir mei­nen – rechts­wid­rig ge­neh­migt. Der Ge­neh­mi­gungs­ter­min we­ni­ge Ta­ge vor Weih­nach­ten noch vor dem 31.12.2016 spricht Bän­de: Mit dem neu­en Jahr 2017 tritt ei­ne neue Re­ge­lung für Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en in Kraft. Al­so schnell noch die we­sent­lich hö­he­ren Sub­ven­tio­nen für 2016 für den In­ves­tor si­chern – ein tol­les Weih­nachts­ge­schenk des Land­rats­am­tes an den In­ves­tor.

Trotz der Auf­de­ckung gra­vie­ren­der Feh­ler und Män­gel in den vom Pro­jekt- ent­wick­ler in Auf­trag ge­ge­be­nen Gut­ach­ten zur Wind­höf­fig­keit und zum Ar­ten­schutz in den Stel­lung­nah­men pri­va­ter Ein­wen­der, der Ge­mein­den Do­bel und Bad Her­re­n­alb so­wie der Bür­ger­Initia­ti­ve Ge­gen­wind Strau­ben­hardt wur­de die Ge­neh­mi­gung er­teilt. Un­ter wel­chem Druck stand das Land­rats­amt Enz­kreis?

Was den Wind-„park“Strau­ben­hardt an­geht und die Un­ver­fro­ren­heit von Herrn Sch­un­ter mit sei­ner Be­haup­tung, er ha­be sich von An­fang an den Fra­gen der Öf­fent­lich­keit ge­stellt, kann man nur stau­nend zu Kennt­nis neh­men, denn Herr Sch­un­ter blieb bei den we­ni­gen Ver­an­stal­tun­gen meis­tens stumm oder ließ, aus of­fen­sicht­li­cher Un­kennt­nis, an­de­re für sich spre­chen.

Soll­te – wie ver­mu­tet wird – Diet­mar Hopp, der Grün­der von SAP, als Groß­in­ves­tor be­tei­ligt sein, wä­re auch er mit­ver­ant­wort­lich für die Zer­stö­rung ei­nes in­tak­ten Öko­sys­tems, des Na­tur­parks Schwarz­wald Mit­te/Nord, für die Um­wand­lung ei­nes Land­schafts­schutz­ge­bie­tes in ei­ne In­dus­trie­zo­ne, für die Ge­fähr­dung ei­nes Was­ser­schutz­ge­bie­tes, für die Zer­stö­rung ei­ner Er­ho­lungs­oa­se für so vie­le Men­schen aus nah und fern.

Und das al­les wo­für? Für ei­ne nicht be­darfs­ge­recht und zu je­dem Zeit­punkt zur Ver­fü­gung ste­hen­de weil vo­la­ti­le, nicht spei­cher­ba­re Tech­no­lo­gie im wind­schwächs­ten al­ler Bun­des­län­der. Be­dau­er­lich, wenn man an sein sons­ti­ges po­si­ti­ves En­ga­ge­ment denkt.

Was den Strau­ben­hard­ter Ge­mein­de­rat an­geht, so stand der Ge­mein­de­rat von An­fang an mit ei­ner Ge­gen­stim­me ge­schlos­sen hin­ter dem In­ves­tor, der WIRSOL Wind­park Strau­ben­hardt Gm­bH & Co. KG. Ei­ne kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Kom­ple­xi­tät des The­mas war nicht zu er­ken­nen. Weit und breit fin­det sich kein Ge­mein­de­rat, der ei­ne der­art ge­schlos­se­ne Pro-Wind­kraft-Front bil­det. Merk­wür­dig.

Bis heu­te kennt auch kein Strau­ben­hard­ter Bür­ger den In­halt des be­ste­hen­den Ko­ope­ra­ti­ons­ver­tra­ges der Ge­mein­de Strau­ben­hardt mit WIRSOL.

Es wä­re über­haupt in­ter­es­sant, et­was über die Ge­samt­kos­ten zu er­fah­ren, die der Ge­mein­de Strau­ben­hardt im Zu­sam­men­hang mit der Wind-„park“-Pla­nung be­reits ent­stan­den sind: Be­ra­tungs­kos­ten, Rechts­an­walts­kos­ten, Kos­ten für den Be­auf­trag­ten Dr. Ge­wie­se, Wer­bungs­kos­ten, Kos­ten für den Mo­de­ra­tor vom SWR für die Ver­an­stal­tun­gen zum The­ma, Kos­ten für den TFNP u. v. m. Trans­pa­renz in Strau­ben­hardt – Fehl­an­zei­ge. Chris­tel Oli­vier Strau­ben­hardt

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