Stu­die zu Pro­sta­ta­krebs ge­schei­tert

Nicht ge­nü­gend Ver­suchs­teil­neh­mer ge­fun­den

Pforzheimer Kurier - - MENSCH UND MEDIZIN -

Ei­ne auf fast 20 Jah­re an­ge­leg­te Groß­stu­die zu Pro­sta­ta­krebs in Deutsch­land ist nach gut drei Jah­ren ge­schei­tert – es fan­den sich nicht ge­nug Teil­neh­mer. Das teil­ten die Deut­sche Krebs­hil­fe so­wie die ge­setz­li­chen und pri­va­ten Kran­ken­kas­sen mit. In die Lang­zeit­un­ter­su­chung wa­ren zu Be­ginn gro­ße Er­war­tun­gen ge­setzt wor­den. Da­mit soll­ten erst­mals die vier gän­gi­gen The­ra­pi­en bei Pro­sta­ta­krebs ver­gli­chen und be­wer­tet wer­den. Ziel soll­te es sein, am En­de für die Be­trof­fe­nen die in­di­vi­du­ell bes­te The­ra­pie zu fin­den. An der Un­ter­su­chung soll­ten ins­ge­samt 7 600 Pa­ti­en­ten teil­neh­men – seit 2013 ha­ben sich aber nur 343 Pa­ti­en­ten ge­mel­det.

Da­mit blei­be wei­ter un­klar, von wel­cher der vier Mög­lich­kei­ten – Ra­di­ka­l­o­pe­ra­ti­on, per­ku­ta­ne Strah­len­the­ra­pie, Bra­chythe­ra­pie oder ak­ti­ve Über­wa­chung – Pa­ti­en­ten mit ei­nem Pro­sta­takar­zi­nom im frü­hen Sta­di­um am meis­ten pro­fi­tier­ten, be­kla­gen die Initia­to­ren. Sie mach­ten auch die Uro­lo­gen mit­ver­ant­wort­lich, die teils nicht be­reit ge­we­sen sei­en, an der so­ge­nann­ten Pre­fe­re-Stu­die mit­zu­wir­ken. Nach An­sicht der Stu­di­en­för­de­rer blei­be da­mit ei­ne gro­ße Chan­ce un­ge­nutzt, „im In­ter­es­se der zahl­rei­chen Pa­ti­en­ten ei­ne der­art wich­ti­ge kli­ni­sche Fra­ge­stel­lung zu klä­ren“. Die Pa­ti­en­ten, die sich bis­her für ei­ne Teil­nah­me an der Stu­die in Deutsch­land ent­schie­den ha­ben, sol­len trotz­dem wei­ter be­treut wer­den.

Pro­sta­ta­krebs ist die häu­figs­te Krebs­art bei Män­nern in Deutsch­land. Hier­zu­lan­de er­kran­ken nach Schät­zun­gen des Ro­bert-Koch-In­sti­tuts (RKI) jähr­lich weit mehr als 60 000 Män­ner an ei­nem bös­ar­ti­gen Tu­mor der Vor­ste­her­drü­se. Mehr als 12 000 ster­ben je­des Jahr an ei­nem Pro­sta­takar­zi­nom. Bei ei­nem auf die Pro­sta­ta be­grenz­ten Tu­mor gibt es vier Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten: Das ope­ra­ti­ve Ent­fer­nen der Pro­sta­ta, die Be­strah­lung von au­ßen, die ak­ti­ve Über­wa­chung mit re­gel­mä­ßi­gen Kon­trol­len oder die Be­hand­lung des Tu­mors durch dau­er­haft in der Pro­sta­ta plat­zier­te Strah­len­quel­len, die so­ge­nann­te Bra­chythe­ra­pie. Vor al­lem zu die­ser The­ra­pie lie­gen bis­lang kei­ne aus­rei­chen­den Da­ten vor. In der Stu­die soll­ten die vier Be­hand­lungs­op­tio­nen hin­sicht­lich ih­rer Ef­fek­ti­vi­tät, der Ne­ben­wir­kun­gen und ih­rer Aus­wir­kun­gen auf die Le­bens­qua­li­tät der Be­trof­fe­nen ver­gli­chen und be­wer­tet wer­den. AFP

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