Se­ri­en, Stars und Sü­ßes aus dem Hau­se Sa­cher

Pforzheimer Kurier - - FILM UND TV-SZENE -

Wenn man es recht be­denkt, ha­ben es die so­ge­nann­ten C-Pro­mis vi­el­leicht doch ganz gut. Ei­ne Vi­si­te im aus­tra­li­schen Dschun­gel scheint an­ge­sichts der trü­ben ge­sell­schaft­li­chen Groß­wet­ter­la­ge nicht die schlech­tes­te Op­ti­on zu sein. Am Frei­tag, 13. Ja­nu­ar, 21.15 Uhr, star­tet bei RTL die elf­te Staf­fel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“– ein erst­klas­si­ges Rea­li­täts­flucht­pro­gramm auch für al­le Da­heim­ge­blie­be­nen. Was das deut­sche Fern­se­hen ne­ben di­ver­sen wei­te­ren Show­kon­zep­ten im Jahr 2017 noch so an­zu­bie­ten hat? Schwer im Trend sind auf­wen­di­ge His­to­ri­en-Events und vor al­lem: Se­ri­en, Se­ri­en, Se­ri­en.

Deut­sche Sit­com

„Mag­da macht das schon!“: RTL hat das Come­back der deut­schen Sit­com aus­ge­ru­fen und legt mit ei­nem Aus­flug in den ganz nor­ma­len All­tags­wahn­sinn ei­ner jun­gen pol­ni­schen Al­ten­pfle­ge­rin los. Am Don­ners­tag, 21.15 Uhr, star­tet „Mag­da macht das schon!“mit ei­ner fu­rio­sen Ve­re­na Al­ten­ber­ger in der Ti­tel­rol­le. Sie wird im­mer don­ners­tags ihr Un­we­sen trei­ben . Ab 9. Fe­bru­ar geht es auf dem glei­chen Sen­de­platz wei­ter mit „Triple Ex“mit Dia­na Sta­eh­ly in der Haupt­rol­le (acht Fol­gen der Sit­com sind ge­plant, sie wer­den eben­falls in Dop­pel­fol­gen aus­ge­strahlt), be­vor ab 9. März Jo­chen Bus­se un­ter dem pro­gram­ma­ti­schen Ti­tel „Nicht tot zu krie­gen“ein Sit­com- und TV-Come­back fei­ern wird.

Im „Sa­cher“

Gro­ße Ku­lis­sen, auf­wen­di­ge Ko­s­tü­me, au­then­ti­sche Hin­ter­grün­de: His­to­ri­sche Event­fil­me sind ei­ne Spe­zia­li­tät des ZDF. 2017 le­gen die Main­zer fol­ge­rich­tig nach – zu Jah­res­be­ginn mit dem Zwei­tei­ler „Das Sa­cher. In bes­ter Ge­sell­schaft“. Am Mon­tag, 16. Ja­nu­ar, und Mitt­woch, 18. Ja­nu­ar, je­weils 20.15 Uhr, wer­den die Zu­schau­er in das be­rühm­te Wie­ner Ho­tel ent­führt. Wer von sol­chen Ge­schich­ten gar nicht ge­nug krie­gen kann, freut sich auch über die Nach­richt, dass „Ku’damm 56“fort­ge­setzt wird. Die Sen­de­an­stalt, die Pro­duk­ti­ons­fir­ma UFA und die Dreh­buch­au­to­rin An­net­te Hess ar­bei­ten laut dem ZDF be­reits an ei­ner Um­set­zung un­ter dem Ar­beits­ti­tel „Ku’damm 59“... Auch mit die­sem Film ist noch 2017 zu rech­nen.

Skur­ri­ler Er­mitt­ler

Kri­mi­mü­de? Nicht beim ZDF. Die Main­zer schi­cken ei­nen neu­en Er­mitt­ler ins Ren­nen – al­ler­dings ge­hört die­ser „Pro­fes­sor T.“, ge­spielt von Mat­thi­as Matsch­ke, zu den skur­rils­ten Ver­tre­tern sei­ner Art. Die Ti­tel­fi­gur in der deut­schen Ad­ap­ti­on der gleich­na­mi­gen bel­gi­schen Kri­mi­se­rie ist ein glei­cher­ma­ßen be­gab­ter, wie durch­ge­knall­ter Pro­fes­sor für psy­cho­lo­gi­sche Kri­mi­no­lo­gie an der Uni Köln. T. ist ein bril­lan­ter Kopf mit mes­ser­schar­fem Ver­stand und aus­ge­präg­ten Ma­rot­ten. Das ZDF hat ab 4. Fe­bru­ar, 21.45 Uhr, vier Fol­gen im Pro­gramm.

Zum Lu­ther­jahr

Am 31. Ok­to­ber 2017 jährt sich zum 500. Mal die Ver­öf­fent­li­chung von Mar­tin Lu­thers 95 The­sen. Der her­aus­ra­gen­de Bei­trag zum Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um dürf­te, wenn nicht al­les täuscht, der ARD glü­cken. „Kat­ha­ri­na Lu­ther“er­zählt die Ge­schich­te der Kat­ha­ri­na von Bo­ra: ent­lau­fe­ne Non­ne, er­folg­rei­che Ge­schäfts­frau, klu­ge Ehe­frau des Re­for­ma­tors und Mut­ter der ge­mein­sa­men sechs Kin­der. Sie wird ge­spielt von Ka­ro­li­ne Schuch, De­vid Strie­sow ist als Mar­tin Lu­ther zu se­hen. Der His­to­ri­en­strei­fen wird am Mitt­woch, 15. Fe­bru­ar, im Ers­ten aus­ge­strahlt.

Come­back des gro­ßen Blon­den

Tho­mas Gott­schalk will mit ei­ner Art „Kin­der-,Wet­ten, dass ..?‘ wie­der im Fern­se­hen re­üs­sie­ren. Der 66-Jäh­ri­ge mo­de­riert im Früh­jahr die SAT.1-Show „Litt­le Big Shots“. Das For­mat, für das noch ein deut­scher Sen­de­ti­tel ge­sucht wird, ba­siert auf ei­nem ame­ri­ka­ni­schen Kon­zept, das US-Mo­de­ra­to­rin El­len DeGe­ne­res und Co­me­di­an Ste­ve Har­vey für den Sen­der NBC ent­wi­ckelt ha­ben. Gott­schalk, dem zu­letzt we­der im Ers­ten noch bei RTL gro­ßes Quo­ten­glück be­schie­den war, ver­sucht es al­so bei ei­nem neu­en Sen­der. „Ich wer­de als Un­to­ter ge­se­hen, der es nicht schafft auf­zu­hö­ren“, wit­zel­te der En­ter­tai­ner kürz­lich über sich selbst.

Ein­blick in die „Cha­rité“

Das Ers­te zeigt ab März ei­ne deut­sche Va­ri­an­te der ame­ri­ka­ni­schen Er­folgs­se­rie „The Knick“. Wäh­rend im US-Vor­bild von Re­gis­seur Ste­ven So­der­bergh ein Kran­ken­haus um die Jahr­hun­dert­wen­de im Zen­trum der Hand­lung steht, spielt „Cha­rité“im Ber­lin des Jah­res 1888. Sön­ke Wort­mann in­sze­nier­te die Ge­schich­te um die mit­tel­lo­se Ida (Ali­cia von Ritt­berg), die im größ­ten Kran­ken­haus Ber­lins ope­riert wird und an­schlie­ßend die Kos­ten für ih­re Be­hand­lung ab­ar­bei­ten muss. Da­bei ent­deckt sie ih­re Lei­den­schaft für die Me­di­zin – im Jahr 1888 noch ei­ne raue An­ge­le­gen­heit. Die mo­der­ne me­di­zi­ni­sche For­schung steckt noch in den Kin­der­schu­hen, und Ida muss sich in der frau­en­feind­li­chen Welt vor der Jahr­hun­dert­wen­de be­haup­ten. Die Dreh­bü­cher zu „Cha­rité“stam­men aus der Fe­der von Grim­me-Preis­trä­ge­rin Do­ro­thee Schön. Ge­plant sind zu­nächst sechs Tei­le à 45 Mi­nu­ten.

„Der glei­che Him­mel“

Schon lan­ge vor der Aus­strah­lung hat die­ses Pro­jekt TV-Ge­schich­te ge­schrie­ben: „The Sa­me Sky“, wie die ZDF-Ko­Pro­duk­ti­on in­ter­na­tio­nal heißt, war die ers­te deut­sche Se­rie, die ih­re Pre­mie­re bei der „World Pre­mie­re TV Scree­nings“in Can­nes hat­te. Haupt­dar­stel­ler des hoch­ka­rä­ti­gen Pro­jekts sind Tom Schil­ling, So­fia He­lin, Frie­de­ri­ke Becht, An­ja Kling und Ben Be­cker – Re­gie führ­te Oli­ver Hirschbiegel. Sein Film (in­ter­naSams­tag, tio­nal soll „The Sa­me Sky“als sechs­tei­li­ge Se­rie lau­fen, das ZDF sen­det ei­nen Drei­tei­ler) er­zählt ei­ne Ge­schich­te aus dem ge­teil­ten Ber­lin des Jah­res 1974. Es geht um Spio­ne und Re­pu­blik­flüch­ti­ge, um Af­fä­ren und Sehn­süch­te bei­der­seits der Mau­er.

Neue Talk­show-Rei­he

In der neu­en Talk­show-Rei­he auf VOX stel­len sich Pro­mi-Paa­re ei­nem nicht ganz ge­wöhn­li­chen Ren­dez­vous. Auf­hän­ger für „The Sto­ry of My Li­fe“ist näm­lich die Idee, die ver­lieb­te Re­de­wen­dung „Mit dir möch­te ich alt wer­den“ein­mal sehr wört­lich zu neh­men. Dank der Ver­wand­lungs­küns­te des VOX-Teams sit­zen sich Stars wie Gui­do Ma­ria Kret­sch­mer und Frank Mut­ters, Bo­ris und Lil­ly Be­cker, Fa­bi­an Ham­bü­chen und Mar­cia Ev, Nat­ha­lie Volk und Frank Ot­to, Re­bec­ca Mir und Mas­si­mo Si­na­tó so­wie Tho­mas Hein­ze und Ja­ckie Brown um Jah­re ge­al­tert ge­gen­über. Was lö­sen die­se Ve­rän­de­run­gen in den Pro­mis aus? Und wird sie die­se Lie­bes-Zei­t­rei­se wirk­lich scho­ckie­ren. Wann die­se neu­ar­ti­ge Mi­schung aus Pro­mi-Show und Psy­cho-Do­ku aus­ge­strahlt wird, ist al­ler­dings noch un­klar.

„Ba­by­lon Ber­lin“

Seit vie­len Mo­na­ten ist Tom Tykwers Se­rie, das ers­te ge­mein­sa­me Pro­jekt von Sky und ARD, Ge­sprächs­the­ma, und al­le fra­gen sich: Wird das die bes­te deut­sche TV-Se­rie al­ler Zei­ten? Die Di­men­sio­nen sind au­ßer­ge­wöhn­lich: An mehr als 180 Dreh­ta­gen ent­stan­den be­reits zwei Staf­feln à acht Fol­gen mit ei­ner Län­ge von je­weils 45 Mi­nu­ten. Ne­ben 250 Sprech­rol­len stan­den 5 000 Kom­par­sen vor der Ka­me­ra, in Ber­lin-Ba­bels­berg wur­de ein gan­zer his­to­ri­scher Stra­ßen­zug nach­ge­baut. Die Se­rie er­zählt von Kom­mis­sar Ge­re­on Rath (Vol­ker Bruch), der im Ber­lin der 1920er Jah­re er­mit­telt. Der Zu­schau­er wer­de ei­ne Ge­schich­te aus „der auf­re­gends­ten Stadt der Welt zwi­schen Dro­gen und Po­li­tik, Mord und Kunst, Eman­zi­pa­ti­on und Ex­tre­mis­mus“er­le­ben, kün­di­gen die Ma­cher an. Die Aus­strah­lung der Se­rie wird 2017 auf Sky und 2018 im Ers­ten er­fol­gen.

Pro­vinz vol­ler Ab­grün­de

Gu­tes Fern­se­hen ent­steht nicht mehr nur in den Me­tro­po­len, ge­ra­de die ab­grün­di­ge­ren Ge­schich­ten wer­den mehr und mehr vor dem Hin­ter­grund der Pro­vinz er­zählt. Im tiefs­ten Nie­der­bay­ern, in Viech­tach im Land­kreis Re­gen, dreh­te Re­gis­seur Hans-Chris­ti­an Schmid im Herbst ei­ne der viel ver­spre­chends­ten neu­en deut­schen Se­ri­en. Na­he der tsche­chi­schen Gren­ze ver­schwin­det die 20-jäh­ri­ge Ja­ni­ne Gr­a­bow­ski (Eli­sa Schlott). Doch nie­mand mag an ein Ver­bre­chen glau­ben, nicht hier. Die Aus­strah­lung der Se­rie „Das Ver­schwin­den“er­folgt zu­nächst in vier­mal 90 Mi­nu­ten im Ers­ten so­wie an­schlie­ßend in acht­mal 45 Mi­nu­ten in den Drit­ten Pro­gram­men.

Tat­ort Schwarz­wald

Und noch ein pro­mi­nen­ter Come­backKan­di­dat: Das Ka­pi­tel La­te Night hat Ha­rald Schmidt ge­schlos­sen, doch ein an­de­res hat sich auf­ge­tan: Der 59-Jäh­ri­ge wird als „Tat­ort“-Kri­mi­nal­ober­rat Ger­not Schöll­ham­mer aus dem Schwarz­wald an der Sei­te von Eva Lö­bau und Hans-Jo­chen Wa­gner zu se­hen sein. Kein staats­tra­gen­der Part, wie der En­ter­tai­ner be­tont: „Ich wer­de ein Chef sein, der sagt: Ich will Er­geb­nis­se se­hen.“Das neue SWR-Ter­min über­nimmt an­stel­le der ge­schass­ten Bo­den­see-“Tat­ort“-Er­mitt­ler, ge­plant sind zwei Fol­gen pro Jahr.

Scho­nungs­los ehr­lich

Ein schwe­rer Schlag­an­fall warf StarKo­mö­di­an­tin Ga­by Kös­ter 2008 aus der Bahn. Die 2011 er­schie­ne­ne, scho­nungs­lo­se Le­bens­ge­schich­te „Ein Schnup­fen hät­te auch ge­reicht“wur­de zum Best­sel­ler. Nun ver­sucht ein RTL-Film un­ter der Re­gie von Chris­ti­ne Hart­mann, ihn in Bil­der um­zu­set­zen. An­na Schudt, be­kannt als Dort­mun­der „Tat­ort“-Kom­mis­sa­rin, spielt Ga­bi Kös­ter, die eben­falls zum Dreh­start in die Ka­me­ras lä­chel­te. Oh­ne­hin darf man den Film als RTL-Fa­mi­li­en­pro­jekt be­zeich­nen. Vie­le ehe­ma­li­ge Weg­ge­fähr­ten Kös­ters über­nah­men grö­ße­re und klei­ne­re Rol­len

Frank Rau­scher

Fo­to: te­le­schau-Col­la­ge

GU­TES FERN­SE­HEN, SCHLECH­TES FERN­SE­HEN: Das ist na­tür­lich Ge­schmacks­sa­che. 2017 bie­tet die Flim­mer­kis­te de­fi­ni­tiv aus­rei­chend Ge­le­gen­heit zur Rea­li­täts­flucht auf durch­aus ge­ho­be­nem Ni­veau.

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