Teu­rer Film­ge­nuss über den Wol­ken

Pforzheimer Kurier - - REISE -

Wenn es dar­um geht, die Ein­nah­men zu op­ti­mie­ren, sind die Air­lines oft über­aus er­fin­de­risch. Vor al­lem die so ge­nann­ten NoThrills-Flug­ge­sell­schaf­ten ste­hen im Ruf, mit al­lem Geld ma­chen zu wol­len. Mit ver­meint­lich güns­ti­gen Ti­ckets wol­len sie sich und ihr Stre­cken­an­ge­bot in­ter­es­sant ma­chen, um dann al­le mög­li­chen Son­der­ge­büh­ren zu er­he­ben. Mal für den Kof­fer, mal für Ge­trän­ke und Es­sen, dann wie­der für Kopf­hö­rer.

Ei­ni­ge Air­lines ha­ben Tei­le des In­nen­raums mit Wer­bung zu ge­pflas­tert; ei­ni­ge ma­chen aus dem Flug ei­ne But­ter­fahrt. Da­bei wer­den al­le mög­li­chen Wa­ren von Zi­ga­ret­ten bis Elek­tro­ar­ti­kel an­ge­bo­ten.

Für vie­le dürf­te auch neu sein, was Fe­ri­en­flie­ger Con­dor für ei­ne Geld­quel­le zu er­schlie­ßen pro­biert. Denn, wer das Bord-En­ter­tain­ment-Pro­gramm auf der Langstre­cke nut­zen möch­te, wird kräf­tig zur Kas­se ge­be­ten. Acht Eu­ro müs­sen für die so ge­nann­te Pre­mi­um­Un­ter­hal­tung be­zahlt wer­den. Wer kei­ne ei­ge­nen Kopf­hö­rer hat, wird mit zu­sätz­li­chen 3,50 Eu­ro zur Kas­se ge­be­ten. Im Pa­ket kos­ten Film­chen­gu­cken und zehn Eu­ro. Prei­se wie im Ki­no. Nur oh­ne Pop­corn. Zur Eh­ren­ret­tung muss er­wähnt wer­den, dass auch zwei kos­ten­freie Spiel­fil­me zum Ab­ruf für die Pas­sa­gie­re be­reit ste­hen. Über­aus schnar­chi­ge wohl ge­merkt. Da­her ent­schei­den sich die Flug­gäs­te, die nicht schla­fen kön­nen oder wol­len, zäh­ne­knir­schend für das Ki­no über den Wol­ken. Hier ste­hen dann im­mer­hin 30 Fil­me zur Aus­wahl.

Fast schon mü­ßig zu er­wäh­nen, dass in den ers­ten Flug­stun­den die Aus­strah­lung für ei­nen Wer­be­block über das On-Bo­ard-Shop­ping un­ter­bro­chen wird. Auch spä­ter fol­gen im­mer wie­der Un­ter­bre­chun­gen. Bei­spiels­wei­se für Hilfs­pro­gram­me in ar­men Län­dern, die von der Air­line in­iti­iert wur­den. Kein Grund, zu kla­gen. Im Ki­no gibt es schließ­lich auch Wer­bung. Nur mit dem Un­ter­schied, dass dort die meis­ten anKopf­hö­rer ge­prie­se­nen Pro­duk­te nicht so­fort ge­kauft wer­den kön­nen. Kein Wun­der, dass sich mehr und mehr Gäs­te ge­gen die­se Art von Ab­zo­cke sträu­ben und aus der Not ei­ne Tu­gend ma­chen. Zu­min­dest die­je­ni­gen, die öf­ter mit Con­dor flie­gen, brin­gen ihr Ta­blet mit, auf dem sie dann kos­ten­frei selbst auf­ge­nom­me­ne Fil­me gu­cken. Der­weil mut­ma­ßen ei­ni­ge an­ge­säu­er­te Gäs­te schon, dass als nächs­tes be­stimmt ei­ne Toi­let­ten-Nut­zungs­ge­bühr er­ho­ben wird. Und dann ein Sitz­platz-Ver­schlei­ßAus­gleich oder ei­ne Hand­ge­päcks­fachPau­scha­le. Auf je­den Fall geht da noch was mit Blick auf die Zi­tro­ne na­mens Flug­gast, die die Air­lines nur all­zu ger­ne aus­quet­schen... Kars­ten-Thi­lo Ra­ab

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