Ab­gang als Welt­meis­ter

Ros­berg er­füllt sich sei­nen Kind­heits­traum und ver­ab­schie­det sich aus der For­mel 1

Pforzheimer Kurier - - MOMENTE 2016 -

Le­wis Ha­mil­ton gibt nie­mals auf, nicht ein­mal, wenn die Sai­son in der For­mel 1 in die letz­ten Run­den ein­biegt. Der Mer­ce­des-Pi­lot fährt beim Ab­schluss in Abu Dha­bi un­ge­fähr­det dem Sieg ent­ge­gen, doch die­ser wür­de ihm nichts nüt­zen. Te­am­ri­va­le Ni­co Ros­berg liegt auf Platz zwei und da­mit auf Welt­meis­ter­kurs. Nur wenn Ros­berg das Po­dest ver­passt, geht der Ti­tel wie­der an den Bri­ten. Al­so dros­selt Ha­mil­ton das Tem­po, um den Wies­ba­de­ner aus­zu­brem­sen und ihn noch in ris­kan­te Zwei­kämp­fe mit den Ver­fol­gern Se­bas­ti­an Vet­tel (Fer­ra­ri) und Max Ver­stap­pen (Red Bull) zu ver­wi­ckeln – ent­ge­gen der An­wei­sun­gen der Mer­ce­des-Box.

Doch Ros­berg lässt sich auch vom letz­ten Psy­cho­kniff sei­nes eins­ti­gen Bud­dies nicht von der Er­fül­lung sei­nes „Kind­heits­traums“ab­brin­gen. Nach elf Jah­ren krönt sich der 31-Jäh­ri­ge zum Cham­pi­on der Kö­nigs­klas­se und tritt in die Fuß­stap­fen sei­nes Va­ters Ke­ke, der 1982 Welt­meis­ter wur­de. Der Weg zum drit­ten deut­schen Ti­tel­trä­ger in der For­mel 1 ist für Ros­berg lang und be­schwer­lich. Vor al­lem die ver­gan­ge­nen Jah­re mit Ha­mil­ton zeh­ren an den Ner­ven. Drei Jah­re, in de­nen sich die Sil­ber­pfei­le auf und ne­ben der Stre­cke nichts schen­ken. Aus Ju­gend­freun­den wer­den er­bit­ter­te Ri­va­len. Psy­cho­spiel­chen und re­gel­wid­ri­ge Fahr­ma­nö­ver sind bei Mer­ce­des All­tag. Doch Ros­berg will den Ti­tel un­be­dingt und beißt sich durch. Nun, nach Er­fül­lung der Mis­si­on und zer­mürbt vom Ab­nut­zungs­kampf, nimmt Ros­berg den Fuß vom Gas und ver­kün­det sei­nen Rück­tritt. „Kein Gip­fel ist hö­her, was soll da noch kom­men? Für mich gibt es nicht mehr als die­sen Ti­tel. Ich woll­te ihn, und ich ha­be ihn“sagt er. Ros­berg will mehr Zeit mit der Fa­mi­lie ver­brin­gen. Und vi­el­leicht lebt die Freund­schaft mit Ha­mil­ton fern der For­mel 1 wie­der auf. „Er hat mir auch gra­tu­liert. Ich kann so­gar wie­der mit ihm la­chen“, sagt Ros­berg. Chris­toph Dre­scher

WEISSEN RAUCH lässt Mer­ce­des-Pi­lot Ni­co Ros­berg nach dem Ge­winn der Welt­meis­ter­schaft in Abu Dha­bi auf­stei­gen.

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