Ker­ber spielt sich in ein rausch­haf­tes Jahr und be­wegt sich in Grafs Spur

Pforzheimer Kurier - - MOMENTE 2016 -

Für ih­ren letz­ten öf­fent­li­chen Auf­tritt im al­ten Jahr schmeißt sich An­ge­li­que Ker­ber kurz vor Weih­nach­ten in ein apri­cot-far­be­nes Pail­let­ten­kleid, tauscht die Ten­nis­schu­he ge­gen die Hoch­ha­cki­gen und lässt sich im Ba­denBa­de­ner Kur­haus für ihr Jahr der Su­per­la­ti­ven mit ste­hen­den Ova­tio­nen fei­ern. Na­tür­lich nimmt die 28-Jäh­ri­ge an je­nem Abend die Tro­phäe als Deutsch­lands Sport­le­rin des Jah­res mit – ihr Vor­sprung in der Gunst der über 3 000 Sport­jour­na­lis­ten: über­wäl­ti­gend.

Ker­ber, 28 Jah­re alt, Be­sit­ze­rin so­wohl ei­nes deut­schen als auch ei­nes pol­ni­schen Pas­ses, er­klimmt, selbst ein we­nig über­wäl­tigt, auf der Büh­ne des Bé­na­ze­tSaals die nächs­te Stu­fe, auf der hier­zu­lan­de vor ihr nur die un­er­reich­te St­ef­fi Graf stand. 17 Jah­re zu­vor ver­ließ Graf zum fünf­ten und letz­ten Mal das Kur­haus mit der Tro­phäe als bes­te Sport­le­rin hier­zu­lan­de. Da­nach gibt es kei­ne Num­mer eins aus Deutsch­land mehr – bis Ker­ber kommt. Als Welt­rang­lis­ten­ers­te, als Ge­win­ne­rin der Grand-SlamTur­nie­re in Mel­bourne und New York. Als Fi­na­lis­tin der All En­g­land Cham­pi­ons­hips in Wim­ble­don, des olym­pi­schen Tur­niers in Rio und der Welt­meis­ter­schaft in Sin­ga­pur.

Ker­ber, die von Haus aus Rechts­hän­de­rin ist, den Ten­nis­schlä­ger aber mit der lin­ken Hand führt, er­zählt, dass sie oft ge­nug nicht wis­se, „wo­hin“mit ih­ren Ge­füh­len in ih­rem „Traum­jahr“. Lan­ge mischt sie in der Welt­spit­ze mit, fast un­be­merkt von ih­ren Lands­leu­ten, die sich eher an der me­di­al for­sche­ren Sa­bi­ne Li­si­cki und de­ren zwi­schen­zeit­li­cher Li­ai­son mit dem Co­me­di­an Oli­ver Po­cher er­göt­zen. Doch 2016 ler­nen die Deut­schen „An­gie“so rich­tig ken­nen. So­gar beim schei­den­den US-Prä­si­den­ten Ba­rack Oba­ma hin­ter­lässt sie Ein­druck. Er lädt sie ein. „Da konn­te ich nicht Nein sa­gen“, er­zählt Ker­ber schmun­zelnd. Im 13. Pro­fi­jahr ist die ehe­ma­li­ge Bun­des­li­ga­spie­le­rin des TC Rüppurr am Ziel ih­rer kühns­ten Kind­heits­träu­me. Fast 20 Mil­lio­nen US-Dol­lar hat sie an Preis­gel­dern ein­ge­spielt – und ge­lernt, dass der wah­re Cham­pi­on nur mit Tal­er­fah­rung die An­kunft am Gip­fel­kreuz zu schät­zen weiß: „Oh­ne die bit­te­ren Er­fah­run­gen 2015 wä­re ich nicht hier und nicht die­se Per­son“, weiß sie – und ver­mit­telt nicht den Ein­druck, dass es für sie dem­nächst nur noch ab­wärts­ge­hen könn­te. Re­né Dan­kert

POKALFURORE: Die Bun­des­li­ga-Vol­ley­bal­ler des TV Bühl um Da­vid Sos­sen­hei­mer qua­li­fi­zie­ren sich erst­mals in ih­rer Ver­eins­ge­schich­te für das DVV-Cup­fi­na­le. Ge­gen die Ber­lin Vol­leys muss sich der TVB in der Mann­hei­mer SAP-Are­na aber 0:3 ge­schla­gen ge­ben.

GLÜCK­LI­CHE FA­MI­LIE: Über 15 Ki­lo­gramm schwer ist der „St­an­ley Cup“-Po­kal, wel­chen Eis­ho­ckey­spie­ler Tom Kühn­hackl (rechts) mit sei­nem NHL-Team Pitts­burgh Pen­gu­ins ge­winnt. Mäch­tig stolz ist auch sein Va­ter, Ex-Bun­des­trai­ner Erich Kühn­hackl (links).

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