Trump, Br­ex­it und die Bun­des­tags­wahl wer­den 2017 prä­gen

Pforzheimer Kurier - - MOMENTE 2016 -

Am An­fang des neu­en Jah­res wird ein Mann im Mit­tel­punkt ste­hen, der 2016 für die wohl größ­te Über­ra­schung auf der po­li­ti­schen Welt­büh­ne ge­sorgt hat. Am 20. Ja­nu­ar legt Do­nald Trump als 45. Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sei­nen Amts­eid ab und be­erbt Ba­rack Oba­ma im Wei­ßen Haus. Dann ist auch of­fi­zi­ell be­sie­gelt, was vie­le lan­ge für un­denk­bar ge­hal­ten hat­ten. Wie der Mil­li­ar­där als US-Prä­si­dent auf­tre­ten wird, wo­hin er die Welt­macht füh­ren wird – das ge­hört zu den span­nends­ten Fra­gen des nächs­ten Jah­res. In ei­ni­gen Mo­na­ten wird sich auch lang­sam ab­zeich­nen, was Trumps Prä­si­dent­schaft für Deutsch­land und Eu­ro­pa be­deu­tet. Völ­lig un­klar ist bei­spiels­wei­se, was aus dem um­strit­te­nen Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP wird. In Ber­lin oder Brüs­sel ist man bei sol­chen Fra­gen der­zeit noch rat­los. Vor al­lem was die Si­cher­heits­po­li­tik be­trifft, ist Trumps Prä­si­dent­schaft mit ei­ni­gen Un­wäg­bar­kei­ten ver­knüpft. Was wird aus der Nato? Wie ent­wi­ckelt sich das Ver­hält­nis zu Russ­land? Der in­ter­na­tio­na­len Po­li­tik, so viel steht fest, ste­hen span­nen­de Zei­ten be­vor.

Auch in Deutsch­land gibt es ei­nen Wech­sel an der Staats­spit­ze. Am 12. Fe­bru­ar wählt die Bun­des­ver­samm­lung ei­nen neu­en Bun­des­prä­si­den­ten. Der bis­he­ri­ge Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er, Kan­di­dat von Uni­on und SPD, wird al­ler Vor­aus­sicht nach zum Nach­fol­ger von Joa­chim Gauck ge­wählt, der nicht für ei­ne zwei­te Amts­zeit kan­di­diert.

Spä­tes­tens bis En­de März wol­len die Bri­ten of­fi­zi­ell ihr Aus­tritts­ge­such aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on stel­len – und da­mit ein­lei­ten, wo­für sich ei­ne Mehr­heit der Bür­ger beim Re­fe­ren­dum aus­ge­spro­chen hat­ten: den Br­ex­it. Ab die­sem Zeit­punkt blei­ben zwei Jah­re Zeit für die Aus­tritts­ver­hand­lun­gen – nur wenn al­le EU-Staa­ten zu­stim­men, kann die Frist ver­län­gert wer­den. Was pas­siert, wenn die Ge­sprä­che für Groß­bri­tan­ni­en nicht zu ei­nem be­frie­di­gen­den Er­geb­nis füh­ren, ist völ­lig un­klar – manch ei­ner schließt nicht aus, dass die Bri­ten dann vi­el­leicht doch noch ins Zwei­feln kom­men und ei­ne neue Volks­ab­stim­mung or­ga­ni­sie­ren.

Ge­bannt blickt Eu­ro­pa auch auf die Prä­si­dent­schafts­wah­len in Frank­reich und das Ab­schnei­den Ma­ri­ne Le Pens vom rechts­ex­tre­men Front Na­tio­nal. Die er­klär­te EU-Geg­ne­rin könn­te die Uni­on in die nächs­te Kri­se stür­zen. Er­reicht bei der ers­ten Wahl­run­de am 23. April kei­ner der Kan­di­da­ten die ab­so­lu­te Stim­men­mehr­heit, fin­det zwei Wo­chen spä­ter ei­ne Stich­wahl statt.

In Deutsch­land steht im Sep­tem­ber die Bun­des­tags­wahl an. CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel will bei ih­rer vier­ten Kanz­ler­kan­di­da­tur mit ei­ner Bot­schaft von Sta­bi­li­tät und Welt­of­fen­heit über­zeu­gen. Be­un­ru­higt schau­en die eta­blier­ten Par­tei­en vor al­lem auf die AfD: Dass die Rechts­po­pu­lis­ten den Sprung in den Bun­des­tag schaf­fen, gilt als aus­ge­macht. Ins­ge­samt könn­ten dann sie­ben Par­tei­en im Par­la­ment ver­tre­ten sein (CDU, CSU, SPD, Lin­ke, Grü­nen, AfD und FDP). Das dürf­te ei­ne Re­gie­rungs­bil­dung kom­pli­ziert ma­chen. Zu­vor wird be­reits im Saar­land (26. März), in Schles­wig-Hol­stein (7. Mai) und in Nord­rhein-West­fa­len (14. Mai) ge­wählt. tob

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