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Pforzheimer Kurier - - BUNTE SEITE -

Bei der Pre­mie­re von Shaws „Pyg­ma­li­on“tob­te das Pu­bli­kum vor Be­geis­te­rung und woll­te den Au­tor se­hen. Als Shaw sich end­lich vor dem Vor­hang bli­cken ließ, er­tön­te ein gel­len­der Pfiff von der Ga­le­rie her. Freund­lich rief Shaw hin­auf: „Ich bin ja mit Ih­nen völ­lig ei­ner Mei­nung! Aber was kön­nen wir zwei denn ge­gen die­se Über­macht aus­rich­ten?“

Re­gis­seur Gus­tav Gründ­gens kam mit ei­nem Schau­spie­ler über das We­sen ei­ner Fi­gur in ei­nem mo­der­nen Schau­spiel nicht ins Rei­ne. „Fra­gen wir doch ein­fach den Dich­ter“, schlug der Schau­spie­ler vor. Aber Gründ­gens wink­te ab: „Ach, da­mit kom­men wir auch nicht wei­ter. Ich ha­be ihm erst vor kur­zem sein Stück er­klä­ren müs­sen.“

Als der spä­ter als Film­schau­spie­ler be­rühmt ge­wor­de­ne Hans Al­bers noch Quin­ta­ner war, er­schien vor­mit­tags der Di­rek­tor in der Klas­se, um sich vom Wis­sen und Kön­nen der Jun­gen zu über­zeu­gen. Bald fiel ihm ein Bürsch­chen durch sei­ne mit­un­ter et­was ke­cken Ant­wor­ten auf, eben der Hans. Da stell­te er ihm über­ra­schend die Fra­ge: „Sa­ge mir mal, mein Jun­ge, wie breit schätzt du die Sei­ne bei Lon­don?“– „Ge­nau so­viel Me­ter breit, Herr Di­rek­tor, wie die Them­se bei Pa­ris!“

Der Chef­re­dak­teur des Ber­li­ner Ta­ge­blatts, Theo­dor Wolff, wur­de von dem da­ma­li­gen Ab­ge­ord­ne­ten der Staats­par­tei Heuss ge­fragt, wel­che Ei­gen­schaf­ten ein gu­ter Jour­na­list ha­ben müss­te. Theo­dor Wolff ant­wor­te­te: „Der muss sa­gen kön­nen, was mor­gen, was in der nächs­ten Wo­che und im nächs­ten Mo­nat ge­schieht. Und dann muss er hin­ter­her über­zeu­gend und wi­der­spruchs­los er­klä­ren kön­nen, war­um al­les ganz an­ders ge­kom­men ist.“

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