Auf der Ziel­ge­ra­den

Deut­sche Börse und LSE könn­ten schon im zwei­ten Quar­tal fu­sio­nie­ren / Ken­ge­ter sieht Er­mitt­lun­gen ge­las­sen

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Frankfurt/Main (dpa). Die Deut­sche Börse sieht sich bei ih­rer ge­plan­ten Fu­si­on mit der Lon­do­ner Börse LSE trotz an­dau­ern­der Wi­der­stän­de auf der Ziel­ge­ra­den. „In­zwi­schen sind wir in der ent­schei­den­den Pha­se un­se­res ge­plan­ten Zu­sam­men­schlus­ses an­ge­langt“, sag­te Deut­sche-Börse-Chef Cars­ten Ken­ge­ter bei der Bi­lanz­vor­la­ge des Dax-Kon­zerns in Frankfurt.

Es wer­de si­cher­ge­stellt, „dass die kom­bi­nier­te Grup­pe sämt­li­che re­gu­la­to­ri­schen An­for­de­run­gen im Hin­blick auf den Voll­zug der Trans­ak­ti­on er­fül­len wird“, be­kräf­tig­te der Ma­na­ger laut Re­de­text. „Da­mit könn­te der Zu­sam­men­schluss im zwei­ten Quar­tal voll­zo­gen wer­den.“Bis zum 3. April will die EU­Kom­mis­si­on ih­re Prü­fung des Fu­si­ons­vor­ha­bens ab­schlie­ßen, da­nach muss auch noch die hes­si­sche Bör­sen­auf­sicht zu­stim­men.

Für Kri­tik sorgt am Fi­nanz­platz Frankfurt vor al­lem, dass die bei­den Kon­zer­ne Lon­don als recht­li­chen Sitz des Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens ver­ein­bart ha­ben. Bei ei­nem EU-Aus­tritt der Bri­ten (Br­ex­it) wä­re da­mit der Sitz au­ßer­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on. „Wir ha­ben gut zu­ge­hört, was uns die Ver­ant­wort­li­chen in Hes­sen ge­sagt ha­ben. Wir füh­ren ei­nen kon­struk­ti­ven Dia­log“, sag­te Ken­ge­ter, be­ton­te aber zugleich: „Die Be­fürch­tun­gen, der Fi­nanz­platz Frankfurt kön­ne durch den Zu­sam­men­schluss an Be­deu­tung ver­lie­ren, ver­ken­nen eins: Das größ­te Ri­si­ko für Frankfurt ist (...) nichts zu tun.“

In der Fra­ge ei­nes mög­li­chen Rück­tritts we­gen der ge­gen ihn lau­fen­den Er­mitt­lun­gen lässt sich Ken­ge­ter der­weil nicht un­ter Druck set­zen. „Das sind rein spe­ku­la­ti­ve Fra­gen, die ich nicht auf­neh­men kann, da wer­de ich nicht drauf ein­ge­hen“, ant­wor­te­te er auf die Fra­ge, wann für ihn der Zeit­punkt für ei­nen Rück­tritt ge­kom­men wä­re. Die Staats­an­walt­schaft Frankfurt er­mit­telt ge­gen Ken­ge­ter we­gen des Ver­dachts auf In­si­der­han­del. Es geht um ein mil­lio­nen­schwe­res Ak­ti­en­ge­schäft Ken­ge­ters im De­zem­ber 2015 – gut zwei Mo­na­te be­vor die Deut­sche Börse öf­fent­lich mach­te, dass sie Fu­si­ons­ge­sprä­che mit der Lon­do­ner Börse LSE führt. Die Ak­ti­en­kur­se bei­der Un­ter­neh­men stie­gen in der Fol­ge deut­lich.

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