Die Bank in der Sand­wich-La­ge

PSD Bank Karlsruhe-Neu­stadt in­ves­tiert mas­siv in den Miet­woh­nungs­bau

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Dirk Neu­bau­er

Karlsruhe. Fast al­le Ban­ker la­men­tie­ren die­ser Ta­ge über die EZB-Zins­po­li­tik und über die stren­gen Be­richts­pflich­ten – sie fah­ren des­halb ei­nen mehr oder we­ni­ger har­ten Spar­kurs. Er­freut über die Groß­wet­ter­la­ge ist auch Bern­hard Sla­ve­tins­ky nicht. Der Chef der ge­nos­sen­schaft­li­chen PSD Bank Karlsruhe-Neu­stadt sagt im Bi­lanz­ge­spräch mit den BNN aber klipp und klar: „Wir schau­en op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft, weil wir gut auf­ge­stellt sind.“Es bleibt beim kos­ten­lo­sen Gi­ro­kon­to, und ein Spar­kurs sei schlicht und ein­fach nicht nö­tig.

Die ehe­ma­li­ge Bank für Post­mit­ar­bei­ter fühlt sich wohl in ih­rer Sand­wichLa­ge: Da gibt es die bun­des­weit agie­ren­den an­ony­men Di­rekt­ban­ken und die mit mehr oder we­ni­ger gro­ßem Fi­li­al­netz ak­ti­ven Ban­ken und Spar­kas­sen vor Ort. Da­zwi­schen lie­ge die PSD, die als ei­gent­li­che Di­rekt­bank mit zwei Fi­lia­len und fünf Be­ra­tungs­bü­ros aus­kommt. Ein ri­si­ko­träch­ti­ges Fir­men­kun­den­ge­schäft hat sie nicht, die we­ni­gen Pro­duk­te sind stan­dar­di­siert – gleich­wohl wird der re­gio­na­le Be­zug ge­pflegt. So ist die PSD Bank bei­spiels­wei­se Spon­sor der PSK Li­ons, der Rhein­brü­der und der Rhein-Neckar-Lö­wen. Das Ge­schäfts­mo­dell geht of­fen­bar nach wie vor auf: Sal­diert ge­wan­nen die PSD-Ban­ker 1,3 Pro­zent an Kun­den hin­zu und ha­ben nun über 90 000 im Be­stand.

Al­les ei­tel Son­nen­schein al­so? Ganz so ist es doch nicht. In der Di­gi­ta­li­sie­rung sieht die PSD Bank, gera­de als Di­rekt­bank, ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung. „Wir wer­den Stel­len schaf­fen, die sich nur mit In­no­va­tio­nen be­schäf­ti­gen“, kün­digt Sla­ve­tins­ky an. Aber die Di­gi­ta­li­sie­rung be­kom­me man in Griff.

Ihr Geld in­ves­tiert die Bank tra­di­tio­nell ger­ne in Im­mo­bi­li­en – was je­der Pas­sant am Karls­ru­her Men­dels­sohn­platz sieht, wo die Ar­chi­tek­tur der Bank auf­fällt. Was vie­le nicht wis­sen: Das Geld­haus ist auch Ei­gen­tü­mer von 300 Woh­nun­gen in Karlsruhe, Mann­heim, Hei­del­berg und Lan­dau. Bis En­de kom­men­den Jah­res sol­len wei­te­re 61 Woh­nun­gen in Karlsruhe so­wie 139 in Lan­dau hin­zu kom­men. Da­mit re­agie­re man auch auf den wach­sen­den Woh­nungs­man­gel, so Sla­ve­tins­ky.

Ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal schafft die Bank dem­nächst aber erst ein­mal ab: Den Zins­bo­nus, den sie bei Bau­fi­nan­zie­run­gen an Fa­mi­li­en, ge­staf­felt nach An­zahl der Kin­der, gab. An die­ser Stell­schrau­be müs­se man dre­hen, so der Vor­stands­chef – und be­grün­det dies dann doch mit der all­ge­mein um­strit­te­nen Null­zin­spo­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank.

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