Das El­sass bleibt be­liebt

Tou­ris­ten lie­ßen sich von Ter­ror­ge­fahr nicht ab­schre­cken / Re­kord-Ad­vents­zeit

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Bär­bel Nück­les

Straß­burg. Von Ma­schi­nen­ge­weh­ren und Stra­ßen­sper­ren im Um­feld der el­säs­si­schen Weih­nachts­märk­te ha­ben sich die Tou­ris­ten 2016 nicht ab­schre­cken las­sen und sind un­ge­rührt in die Grenz­re­gi­on ge­reist. Die Ad­vents­zeit sei mit drei Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen und ei­nem Plus von drei Pro­zent im Ver­gleich zu 2015 so­gar die er­folg­reichs­te ge­we­sen, seit für den El­sass-Tou­ris­mus und spe­zi­ell die Vor­weih­nachts­wo­chen Sta­tis­ti­ken er­ho­ben wer­den, sag­te Ma­rieRei­ne Fischer von der el­säs­si­schen Agen­tur für Stand­ort­mar­ke­ting in Straß­burg. Po­li­tisch ge­hört das El­sass in­zwi­schen zur Re­gi­on Grand Est. Ih­re tou­ris­ti­sche Des­ti­na­ti­on ver­mark­ten die El­säs­ser al­ler­dings nach wie vor in Ei­gen­ver­ant­wor­tung.

Auch der Blick auf das ge­sam­te Jahr 2016 fällt po­si­tiv aus. Mit 27,1 Mil­lio­nen ver­zeich­nen die Über­nach­tun­gen ei­nen An­stieg um zwei Pro­zent. Im glei­chen Ma­ße hat auch die Zahl der Be­su­cher zu­ge­nom­men. Zum Ver­gleich: Im Schwarzwald wur­den 2016 im­mer­hin 21,5 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen ge­zählt, auch dies ein Re­kord mit ei­nem Zu­wachs von 2,2 Pro­zent.

In Be­su­chern aus­ge­drückt, reis­ten ins­ge­samt 19,3 Mil­lio­nen Tou­ris­ten nach Mul­hou­se, Col­mar, Straß­burg oder an die el­säs­si­sche Wein­stra­ße. Über­haupt führt Frank­reich mit sei­nen Fe­ri­en­re­gio­nen trotz Ter­ror­ge­fahr nach wie vor die Sta­tis­tik der be­lieb­tes­ten Rei­se­zie­le an. Noch er­freu­li­cher für die Bran­che als der Ver­gleich mit der Vor­jah­res­bi­lanz, die ja eben­falls schon un­ter dem Ein­druck der Ter­ror­ge­fahr stand, nimmt sich die Ent­wick­lung des El­sass-Tou­ris­mus über die zu­rück­lie­gen­den fünf Jah­re aus. Die aus­län­di­schen Tou­ris­ten ha­ben in die­sem Zei­t­raum so­gar um 15 Pro­zent zu­ge­legt. Bei der be­son­ders weit an­ge­reis­ten Kli­en­tel aus Chi­na, dem Na­hen und Mitt­le­ren Os­ten und den USA liegt der Zu­wachs gar bei 70 Pro­zent. Fischer er­klärt sich die­sen Er­folg mit ei­nem Image-Mix aus tra­di­tio­nell und mo­dern, land­schaft­li­chem Reiz und ku­li­na­ri­schem Angebot. Nach Pa­ris ist das El­sass die Re­gi­on mit den meis­ten von der fran­zö­si­schen Gas­tro­no­mie­kri­tik aus­ge­zeich­ne­ten Re­stau­rants.

Die ab­so­lu­ten Zah­len bei den fer­nen Wachs­tums­märk­ten täu­schen ver­ständ­li­cher­wei­se. Die Zahl der Über­nach­tun­gen von chi­ne­si­schen Tou­ris­ten nimmt sich mit rund 50 000 ge­gen­über den 700 000 der Deut­schen – seit lan­gem die größ­te Grup­pe un­ter den aus­län­di­schen Be­su­chern – be­schei­den aus. Doch das Wachs­tums­po­ten­zi­al bei die­ser Kli­en­tel gilt als viel­spre­chend: „Zu­mal wir we­ni­ger auf Mas­sen­tou­ris­mus als auf Qua­li­tät set­zen“, be­tont Fischer. Chi­ne­sen ge­ben ihr Geld, man weiß es, auf Eu­ro­pa­rei­se ger­ne für Lu­xus­ar­ti­kel aus.

TOU­RIS­TEN­MA­GNET: die Stadt Straß­burg mit sei­nen Märk­ten und dem Lieb­frau­en­müns­ter. Fo­to: Sand­bil­ler (Ar­chiv)

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