Pin­gu­in Nr. 53 ist tot

Der ver­miss­te Frack­trä­ger wur­de auf ei­nem Park­platz ge­fun­den

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Bernd Kam­leit­ner

Mann­heim. Tier­freun­de in ganz Deutsch­land ver­folg­ten die Ge­schich­te – jetzt hat sie das trau­rigs­te al­ler mög­li­chen En­den ge­nom­men: Pin­gu­in Nr. 53 aus dem Mann­hei­mer Lui­sen­park ist tot. Ge­fun­den wur­de sein Leich­nam an ei­nem Park­platz an der Mann­hei­mer Mu­se­ums­stra­ße. Tief be­trof­fen sind nicht nur die Mit­ar­bei­ter des Lui­sen­parks. „Ei­nen schlim­me­ren Aus­gang hät­te der Vor­fall um un­se­ren ver­schwun­de­nen Pin­gu­in nicht neh­men kön­nen“, sagt Park­di­rek­tor Joa­chim Költzsch.

Der mut­maß­li­che Pin­gu­in-Ent­füh­rer hat das Tier of­fen­bar auf dem Park­platz in der Ost­stadt ent­sorgt. Der Frack­trä­ger war am ver­gan­ge­nen Sams­tag aus sei­nem Ge­he­ge ge­stoh­len wor­den. Der Lui­sen­park und die Er­mitt­ler rät­sel­ten seit Ta­gen über den Ver­bleib. Auch in den so­zia­len Netz­wer­ken war der ver­schwun­de­ne Hum­boldt-Pin­gu­in ein gro­ßes The­ma. Dass ein Tä­ter sei­ne Hand im Spiel hat­te, dar­auf deu­tet der Ver­lauf der Tier­tra­gö­die hin. Die Po­li­zei ver­weist auf in­ten­si­ve Er­mitt­lun­gen. Dem­nach hät­ten sich am Tat­ort kei­ne An­halts­punk­te da­für er­ge­ben, dass der Pin­gu­in ei­gen­stän­dig aus dem Ge­he­ge im Lui­sen­park ent­kom­men war. Für ei­ne an­de­re denk­ba­re Va­ri­an­te hät­ten sich eben­so kei­ne Hin­wei­se er­ge­ben: Der Frack­trä­ger sei auch nicht Op­fer ei­nes Wild­tie­res ge­wor­den.

Ges­tern Mor­gen ge­gen 8.30 Uhr, ent­deck­te ein Pas­sant an ei­nem Zaun am Ran­de ei­nes Park­plat­zes in der Mu­se­ums­stra­ße den Kör­per ei­nes to­ten Tie­res. An­hand der Flü­gel­mar­ke war für die Ord­nungs­hü­ter schnell klar: Es han­delt sich um den seit Ta­gen ver­miss­ten Pin­gu­in aus dem Lui­sen­park. Of­fen­bar hat­te sich der Tä­ter an die­ser Stel­le des Tie­res ent­le­digt. War­um er es aus dem Ge­he­ge hol­te und wel­che Ab­sich­ten er mit dem Tier hat­te, ist der­zeit un­ge­klärt. Ob der Pin­gu­in noch leb­te, als er auf dem Park­platz hin­ter­las­sen wur­de, ist auch nicht be­kannt, be­tont die Po­li­zei.

Ge­rüch­te, dem Tier sei der Kopf ab­ge­trennt wor­den, wur­den nicht be­stä­tigt. Der Tier­kör­per sei für wei­te­re Un­ter­su­chun­gen in ei­ne Ve­te­ri­när­un­ter­su­chungs­an­stalt ge­bracht wor­den. Die Er­geb­nis­se sol­len an den Be­auf­trag­ten für Tier- und Ar­ten­schutz­an­ge­le­gen­hei­ten ge­hen. Die Staats­an­walt­schaft Mann­heim hat un­ter­des­sen be­reits ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen Un­be­kannt ein­ge­lei­tet.

Die Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Pe­ta hat un­ter­des­sen ei­ne Be­loh­nung von 1 000 Eu­ro für Hin­wei­se auf den Tä­ter aus­ge­setzt. Tier­quä­le­rei sei kein Ka­va­liers­de­likt, son­dern ei­ne Straf­tat, be­tont Pe­ter Höff­ken von Pe­ta in Stutt­gart.

ER­SCHÜT­TERT sind Tier­freun­de über den Tod ei­nes Pin­gu­ins. Fo­to: An­s­pach

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