Ge­schäfts­mann be­droht und er­presst

Pro­zess in Mann­heim / Die An­ge­klag­ten sol­len wei­te­re Straf­ta­ten be­gan­gen ha­ben

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ul­rich Wil­len­berg

Mann­heim. Ein tür­ki­scher Ge­schäfts­mann soll über Mo­na­te hin­weg er­presst wor­den sein. Jetzt müs­sen sich zwei Lands­leu­te auch we­gen an­de­rer schwe­rer Straf­ta­ten vor dem Mann­hei­mer Land­ge­richt ver­ant­wor­ten.

Das mut­maß­li­che Er­pres­sungs­op­fer be­treibt ein Mo­de­ge­schäft in der Mann­hei­mer In­nen­stadt. Laut An­kla­ge wur­de er im Sep­tem­ber 2015 erst­mals auf­ge­for­dert, 10 000 Eu­ro zu zah­len. Als er dem nicht nach­kam, sei ge­droht wor­den, das Ge­schäft „dem Erd­bo­den gleich­zu­ma­chen“. Mo­na­te spä­ter hät­ten die An­ge­klag­ten von ihm 30 000 Eu­ro ge­for­dert, sag­te die Staats­an­wäl­tin. Ei­ner von ih­nen ha­be ge­droht, den La­den „mit Ra­ke­ten zu be­schie­ßen“. Im Früh­jahr 2016 hieß es gar, man wer­de ihm „die Le­ber her­aus­schnei­den“, so die An­kla­ge. Ins­ge­samt soll er 10 200 Eu­ro an die Er­pres­ser ge­zahlt ha­ben. Schließ­lich er­stat­te­te er An­zei­ge. Zu­nächst ha­be er die Geld­for­de­run­gen nicht ernst ge­nom­men, be­rich­te­te er als Zeu­ge vor Ge­richt.

Die An­ge­klag­ten hät­ten zu Un­recht be­haup­tet, er schul­de ei­nem Lie­fe­ran­ten in der Tür­kei viel Geld. Bei sei­ner Be­fra­gung mach­te der 34-Jäh­ri­ge ei­nen ner­vö­sen Ein­druck, mög­li­cher­wei­se aus Angst. Mehr­fach gab er an, sich nicht er­in­nern zu kön­nen. Die An­ge­klag­ten im Al­ter von 37 und 44 Jah­ren wer­den zu­dem wei­te­rer schwe­rer Straf­ta­ten be­schul­digt. So soll der jün­ge­re ei­nen Lands­mann um 44 000 Eu­ro ge­bracht ha­ben. Der 44-jäh­ri­ge Mit­an­ge­klag­te wird zu­dem be­schul­digt, mit ei­ner Pis­to­le in der Hand min­des­tens 100 000 Eu­ro von ei­nem Mann ge­for­dert ha­ben. Bei ei­nem Hand­ge­men­ge lös­te sich ein Schuss und ver­letz­te das Op­fer am Knie.

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