Ba­sis für ei­nen Preis­trä­ger

193 One-Ar­tist-Shows als klei­ne Ein­zel­aus­stel­lun­gen

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

193 Ein­zel­po­si­tio­nen, fast 200 Mi­ni-Aus­stel­lun­gen, je­de von ih­nen dem Werk ei­ner ein­zi­gen Künst­le­rin, ei­nes ein­zi­gen Künst­lers ge­wid­met: Das sind die One-Ar­tist-Shows, die zu den be­son­de­ren Merk­ma­len des Karls­ru­her Kunstmesse ge­hö­ren. Sie stel­len nicht nur ein um­fang­rei­ches In­for­ma­ti­ons­an­ge­bot dar, son­dern sie bil­den auch die Ba­sis für den art KARLSRUHEP­reis, der heu­te um 17 Uhr in der Ak­ti­ons­hal­le ver­lie­hen wird. Der Ho­ri­zont der Prä­sen­ta­tio­nen ist weit ge­spannt. Er reicht von post­so­zia­lis­tisch an­mu­ten­den In­dus­trieBil­dern samt In­stal­la­ti­on, wie sie Ste­fan Bir­che­neder am Stand von Art Af­fair, Re­gens­burg (H4/R04) bis zu mi­ni­ma­lis­ti­schen Re­duk­tio­nen von Ne­rin­ga Va­si­las­kau­te bei der Mün­che­ner Ga­le­rie Smu­da­jeschek (H4/M07) oder zu den vom deut­schen Ex­pres­sio­nis­mus ge­präg­ten, kraft­vol­len Ma­le­rei­en von Jo­han­nes Hei­sig: ihn ver­tritt Die Ga­le­rie aus Frankfurt am Main (H2/A25).

Ge­zeigt wer­den da nicht nur Wer­ke von der­zeit noch ak­ti­ven Künst­lern. Die Ga­le­rie gim­pel & mül­ler aus Pa­ris (H2/A01) et­wa hat sich auf Vic­tor Vasa­re­ly (1906 bis 1997) ka­pri­ziert, und Czaak aus Wi­en (H4/P06) zeigt die bun­ten Ma­le­rei­en von Al­f­red Korn­ber­ger (1933 bis 2002), den der Kunst­his­to­ri­ker Die­ter Schra­ge ein­mal als „ei­nen mit ei­ner ,Ma­ler­pratzn‘“be­schrieb.

Für den art KARLSRUHE-Preis kom­men die­se Po­si­tio­nen nicht in­fra­ge: Für ihn wer­den nur Aus­stel­lun­gen von Künst­lern be­rück­sich­tigt, die noch nicht ver­stor­ben sind. Neun Künst­ler und de­ren Ga­le­ris­ten ka­men be­reits in den Ge­nuss die­ser Aus­zeich­nung, die nicht zu­letzt der Städ­ti­schen Ga­le­rie Karlsruhe zu­gu­te kommt: Ihr wer­den die mit dem Preis­geld von 15 000 Eu­ro er­wor­be­nen Ob­jek­te, Ma­le­rei­en oder Zeich­nun­gen über­las­sen. Auf die­se Wei­se ist die Samm­lung des Mu­se­ums be­reits um Ar­bei­ten von Re­to Bol­ler (2008), Tho­mas Mül­ler (2009) oder auch Tat­ja­na Doll (2012) oder Jes­si­ca Buhl­mann (2014) be­rei­chert wor­den.

Mit dem Preis, der von der Stadt Karlsruhe und dem Land Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­lobt wird, soll ne­ben der künst­le­ri­schen Qua­li­tät auch die Leis­tung der Ga­le­ri­en ge­wür­digt wer­den, de­nen im Kunst­be­trieb ei­ne wich­ti­ge Ver­mitt­ler­funk­ti­on zu­kommt. Et­li­che von ih­nen sind dies­mal nicht da­bei wie et­wa die Karls­ru­her Ga­le­rie Karl­heinz Mey­er, die 2010 zu­sam­men mit Ju­li­us Grü­ne­wald den Preis er­hal­ten oder An­ge­lo Fal­zo­ne aus Mann­heim, der 2013 mit Clau­de Wall er­folg­reich war. Da­bei wa­ren fast al­le Ga­le­ri­en, die bis­her ge­kürt wur­den, aus Ba­den-Würt­tem­berg. Mit ei­ner Aus­nah­me: 2011 wa­ren es der Künst­ler Jens Han­ke und sei­ne Ga­le­rie Hun­chen­toot aus Berlin, die auf die Ju­ry den stärks­ten, sprich: preis­wür­di­gen Ein­druck mach­ten. Micha­el Hübl

LUSTVOLL: „Ste­hen­der Akt mit Spie­gel und blau­em Ses­sel“, 1996 ge­malt von Al­f­red Korn­ber­ger. Fo­to: Czaak, Wi­en

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